Cranger Kirmes

Sabby zapft im Glockenturm auf der Cranger Kirmes

Hülsmann-Wirt Sabedin Houssein-Oglou, besser bekannt als Sabby, im Hülsmann. Man beachte das Kirmes-Plakat.

Hülsmann-Wirt Sabedin Houssein-Oglou, besser bekannt als Sabby, im Hülsmann. Man beachte das Kirmes-Plakat.

Foto: Klaus Pollkläsener / FUNKE Foto Services

Herne.  Früher kamen die Kirmesgäste auf einen Absacker in den „Querschlag“. Jetzt zapft Sabby Houssein Oglou im Glockenturm auf der Kirmes.

2 Uhr nachts im August. Die letzten Lichter der Cranger Kirmes gehen aus, die wenigen leeren Gläser werden noch weggeräumt. Während sich die meisten Schausteller endlich aufs Ohr hauen konnten, begann im „Querschlag“ der Abend erst so richtig. Genau ein Jahrzehnt lang immer mittendrin: Wirt Sabedin Houssein Oglou. „Es war eine anstrengende Zeit“, erinnert sich Sabby, wie ihn so ziemlich jeder nennt, der ihn kennt, „aber es war auch eine schöne Zeit. Ich habe das Nachtleben immer genossen und den Kirmesstress vermisst man doch.“ Jetzt, nach sechs Jahren Kirmespause, wird er in zentraler Lage wieder auf der Kirmes anzutreffen sein. Eine Rückkehr zu seiner alten Wirkungsstätte, langen Nächten und schönem Stress.

Kirmes Warm Up gehört zum Jahresprogramm

Als Sabby die Szenekneipe Querschlag 2013 aufgab, betrieb er bereits seit einem Jahr eine zweite Lokalität: die Kulturbrauerei Hülsmann mitten im Eickeler Sud- und Treberviertel. Dort sind er und sein Konzept mittlerweile angekommen. „Wir hatten hier einige schwierige Jahre. Ich hoffe, diese jetzt überstanden zu haben“, blickt er zurück.

Die Kirmes konnte er aber auch in Eickel nie ganz zurück lassen. Neben der ExtraSchicht, anderen großen Veranstaltungen und Konzerten, die dort regelmäßig stattfinden, gehört auch das alljährliche „Kirmes Warm Up“ zum festen Programm. Diese Veranstaltung hatte er bereits im Querschlag etabliert. Drei Tage, an denen sich die Besucher schon mal auf die Kirmes einstimmen können.

Erfüllung eines lang gehegten Traums

Der Traum, einmal mitten auf dem Kirmesplatz einen eigenen Stand zu haben, schlummerte aber immer noch in Sabby. „Diesen Traum habe ich mir jetzt endlich erfüllt“, erklärt er grinsend. Bereits im vergangenen Jahr habe es ein Angebot gegeben, dass er aber aus Zeitgründen hatte ausschlagen müssen: „Das wäre damals zu kurzfristig gewesen.“ In diesem Jahr passte aber alles. „Ich habe mit der Familie Renoldi seit Dezember schon gute Gespräche geführt. Es ist alles so weit geregelt. Ich bin froh wieder auf der Kirmes zu sein“, erklärt er sichtlich zufrieden.

Hülsmann wird in den Glockenturm verlegt

Im Almhüttendorf werden er und seine Mitarbeiter den Glockenturm betreiben. Natürlich unter dem Namen Hülsmann. „Wir haben uns schon einige Gedanken gemacht und lassen uns was Schönes für unsere Gäste einfallen“, formuliert Sabby noch etwas geheimnisvoll. Ob er nun jedes Jahr auf der Kirmes zu finden sein wird, wisse er aber noch nicht: „Wir müssen schauen, ob sich das lohnt und wie es angenommen wird.“ Den Stress, den die Kirmes mit sich bringt, kennt er ja noch zu gut.

Obwohl sein Arbeits- und Lebensmittelpunkt mittlerweile in Eickel liegt, hat es Sabby sich nie nehmen lassen, privat über die Kirmes zu schlendern. Neben Gesprächen mit alten Gästen und Freunden stand da immer besonders eine Sache im Fokus. „Das Essen“, lacht er, „deswegen bin ich auf die Kirmes gegangen.“

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