Helau!

Rosenmontag in Herne: Tausende feiern fröhlich Karneval

Gute Stimmung herrschte am Rosenmontag auf der Strecke, als der Karnevalszug seinen Weg durch die Straßen nahm.

Foto: Klaus Pollkläsener

Gute Stimmung herrschte am Rosenmontag auf der Strecke, als der Karnevalszug seinen Weg durch die Straßen nahm. Foto: Klaus Pollkläsener

Herne.   Tausende Jecken standen am Straßenrand, als sich der Herner Rosenmontagszug durch die Straßen schlängelte. Die besten Akteure wurden prämiert.

Das Ziel ihres Ausfluges hatten die Kinder der Kita Rappelkiste am Montagmorgen mit nur wenigen Schritten erreicht: Fast vor der Haustür der Einrichtung an der Mont-Cenis-Straße zog der Karnevalsumzug vorbei. „Und da wussten wir doch, wo wir hingehen wollen“, meinte eine Erzieherin. Einmal einen passenden Platz ergattert, legten die Kleinen durchaus sportliches Geschick an den Tag. Egal, wie die Kamelle geflogen kam, gelangten die Süßigkeiten mit sicherem Griff in den mitgebrachten Taschen und Beuteln. Die jungen Gäste stellten derweil Durchhaltevermögen unter Beweis, denn immerhin waren 24 Wagen und Fußgruppen unterwegs, die mit Süßem wahrlich nicht geizten, schließlich gab es auch ein kleines Jubiläum zu feiern: Zum 30. Mal zogen Herner Narren durch die Straßen der Stadt, begleitet von einer bunt kostümierten Narrenschar.

Traditionell führte die Lokomotive Emma 53 die insgesamt rund 600 Akteure des Rosenmontagszugs an, gefolgt von Gruppen und Vereinen aus Nah und Fern. Der Neheimer Fanfarenzug hatte da sicherlich die weiteste Anfahrt, aus der unmittelbaren Nachbarschaft war die Tanzgruppe Eintracht Ickern am Start. „Rosenmontag – und wir machen blau“, hieß deren Motto, was sich in der Kostümfarbe der Tanzmariechen widerspiegelte.

Schlager heizten den Besuchern ein

Zu den jüngsten Karnevalisten zählten die „Küken“ der Herner Karnevalsgesellschaft (HeKaGe). Die Fünf- bis Zehnjährigen hatten auf einem der Wagen ein wärmendes Nest gefunden. Apropos Temperatur: Auch wenn das Thermometer nicht über vier bis fünf Grad hinauskam, konnte das die Stimmung auf den Straßen nicht schmälern. Schließlich heizten auch altbekannte und bewährte Karnevalsschlager allen Beteiligten kräftig ein.

Manchmal war es auch ein Motto, das aufhorchen ließ. Beispielsweise tat sich die Lebenshilfe, die schon seit Jahren dabei ist, mit dem Spruch hervor: „Nur die Liebe zählt“ . Einen Hauch von venezianischem Karneval bot die Show- und Tanzgarde Herne 87. Umjubelt waren auch die Tollitäten Hilmar I. und Martina I., wobei das Prinzenpaar es seinerseits verstand, die Karnevalisten in ihren Bann zu ziehen. Dass des Herner EV dank seiner Eishockeyerfolge eine große Fanschar hinter sich weiß, zeigte sich einmal mehr. Schon auf der gesamten Strecke feierten die Zuschauer den Verein, vor allem aber, als der Verein das Ziel auf dem Robert-Brauner-Platz erreichte.

Schunkelnde Narrenschar in Herne-Mitte

Dort hatte sich ab der Mittagszeit eine große und gern auch schunkelnde Narrenschar versammelt, um dem Karnevalszug einen stimmungsvollen Empfang zu bereiten. Die Akteure wussten sich stets zu bedanken: Riesige Mengen an Kamelle warfen sie unters Volk – und das in durchaus ansehnlichen Portionen. Wer ein bisschen Glück hatte, konnte nämlich sogar ganze Pralinenschachteln mit nach Hause nehmen. Aufgepasst hieß es dabei aber für alle die Zuschauer, die mit ihren Smartphones das Geschehen filmten.

In unmittelbarer Nähe zum Startpunkt in Sodingen hatten mehrere Nachbarn einen ganzen Karton an Süßigkeiten gesammelt „Wir stehen jedes Jahr zu Rosenmontag hier, aber dieses Mal sind wir wegen Krankheit nur wenige. Die Leckereien werden wir an die Daheimgebliebenen verteilen“, sagte einer der Anwohner.

Jutta Blumig war zum ersten Mal Zugleiterin

Rosenmontagsumzug in Herne

Ein paar Eindrücke vom Rosenmontagsumzug am 12.02.2018 in Herne.
Rosenmontagsumzug in Herne

Die Stimmung ließen sie sich ebenso wenig nehmen wie die drei Amigos. Gemeint ist das Trio, das nur einige Meter weiter den Zug verfolgte. Es feierte inzwischen den dritten Tag hintereinander – und hatte auch allen Grund dazu. Die Männer moderieren den Gemeindekarneval in St. Peter und Paul seit inzwischen 20 Jahren.

Für Jutta Blumig war der Rosenmontag indes eine Premiere, denn zum ersten Mal hatte sie die Leitung des gesamten Zuges inne. Schon zwei Stunden vor dem Beginn hatte sie sich in Sodingen eingefunden, um die Aufstellung der Wagen und Gruppen zu dirigieren.

Fester Platz im Lindwurm

Ob der SC Constantin, der Förderturm, der Spielmannszug Herne-Süd oder der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB): Jeder hatte in der Reihenfolge einen festen Platz. „Alle machen hervorragend mit“, sagte Jutta Blumig, „schließlich soll Karneval Spaß machen.“

Voll des Lobes war am Ende auch HeKaGe-Präsident Klaus Mahne: „Es war ein toller Umzug“, bilanzierte er.

Jury bewertete die 24 beteiligten Gruppen und Wagen

Medaillen wie derzeit im fernen Pyeongchang gab es zwar nicht zu gewinnen, aber – ähnlich wie bei den Olympischen Spielen – waren erste, zweite und dritte Plätze zu vergeben. Eine Jury der Herner Karnevalsgesellschaft bewertete die 24 beteiligten Gruppen und Wagen. Keine einfache Aufgabe, hatten doch alle Karnevalisten viel Fantasie walten lassen und stellten großen Einsatz unter Beweis. In der Gruppe der Wagen landete schließlich der Dienstagsclub auf Rang 1, gefolgt von der ASB-Jugend. Auf Platz 3 kam der SC Constantin. In der Kategorie Fußgruppe errang die Lebenshilfe den ersten Platz, die Eiskalten Engel (HEV) belegten den zweiten Rang, Platz 3 holte sich Familie Polatschek. Für die besten Plätze gibt es jeweils 150 Euro, für Rang zwei 100 Euro und für Drittplatzierte 50 Euro.

Derweil die Jury noch beisammsen saß, begannen bereits die Mitarbeiter des Stadtreinigungsdienstes mit der Säuberung der Straßen und des Robert-Brauner-Platzes. Insgesamt waren 14 Bedienstete im Einsatz. Acht Fahrzeuge hatte Entsorgung Herne bereitgestellt, damit alles zügig voranging, berichtete Sprecherin Barbara Nickel.

Der Ordnungsdienst entsandte ein 30-köpfiges Team, so Stadtsprecher Christoph Hüsken. Zu den wichtigen Aufgaben vorab gehörte die Kontrolle der gesamten Strecke. Ein Auto musste dabei abgeschleppt werden, es habe dem Karnevalszug im Weg gestanden.

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