Corona

Risikogebiet: Busreise endete für zwei Hernerinnen abrupt

Wegen des Beherbergungsverbots war für zwei Hernerinnen ihre Busreise schon auf der Hinfahrt beendet.

Wegen des Beherbergungsverbots war für zwei Hernerinnen ihre Busreise schon auf der Hinfahrt beendet.

Foto: Swen Pförtner / picture alliance / dpa

Herne.  Die Herner Verbraucherzentrale hat wegen der Pandemie reichlich zu tun. In einem Fall ging es um die Folgen des Beherbergungsverbots.

Lockdown? Nicht für die Verbraucherzentrale! Auch in - und gerade wegen der Corona-Pandemie - herrscht reichlich Betrieb in der Herner Beratungsstelle. Einige Beispiele.

Bianca Pilath, die Reiserechtsexpertin der Herner Beratungsstelle , hatte unter anderem einen Fall auf dem Tisch, der durch das Beherbergungsverbot ausgelöst worden war: Nach Pilaths Schilderung traten zwei ältere Herner Damen am Freitag, 9. Oktober, um 6.30 Uhr eine Busreise an, die zur Mosel führen sollte. Doch beim Halt in Koblenz habe es eine böse Überraschung gegeben: Denn in der Zwischenzeit war bekannt geworden, dass Herne den Inzidenzwert von 50 überschritten hatte - und damit als Risikogebiet zählte. Dies hatte auch das Hotel an der Mosel registriert und das Reiseunternehmen darüber informiert, dass man die Gäste aus Herne nicht aufnehmen werde - wegen des Beherbergungsverbots.

Beitrag zahlen, wenn ein Fitness-Studio schließen muss?

Da auch andere Gäste in dem Bus saßen, konnte der Busfahrer nicht umkehren. So wurden die beiden Damen zum Bahnhof gebracht, von dort fuhren sie mit dem Zug nach Gelsenkirchen, wo sie vom Reiseunternehmen abgeholt und nach Hause gebracht wurden. Die Beratung drehte sich um die Frage, wie viel Prozent des Reisepreises zurückerstattet werden muss.

In den Beratungen spiele auch die Schließung der Fitness-Studios eine größere Rolle, so Beratungsstellen-Leiterin Veronika Hensing . Es werde immer wieder die Frage gestellt, ob die Kunden weiter ihren Beitrag zahlen müssten. Nach Auffassung der Verbraucherzentrale sind die Verbraucher wegen der „Unmöglichkeit der Leistung“, die im Bürgerlichen Gesetzbuch unter Paragraf 275 beschrieben ist, nicht mehr zur Zahlung ihres Beitrags verpflichtet.

Allerdings gebe es in diesem Bereich einige Details zu beachten, etwa die Möglichkeit von Gutschriften oder die Frage, an wie vielen Tagen geschlossen war (und ist). Dies müssten Verbraucher wissen, um den genauen Betrag auszurechnen, den sie nicht zahlen müssen.

Warnung vor gefälschten Internetshops vor Black Friday und Cyber Monday

Gerade mit Blick auf den Black Friday am 27. November und den Cyber Monday, der am 30. November folgt, warnt Hensing vo r Fakeshops im Internet, die mit vermeintlich unschlagbaren Sonderangeboten lockten. Diese gefälschten Webshops seien inzwischen so gut gemacht, dass man sie nicht mehr auf den ersten Blick entlarven könne. Komme die Ware nicht an, gebe es große Probleme.

Verbraucher kämen auch vermehrt mit Anfragen zu Krediten. So wurden im Internet schufa-freie Kredite angeboten, doch diese Kreditvermittler seien teilweise unseriös. Da werde dann für einen Kredit über 5000 Euro eine Vermittlungsgebühr von 300 Euro verlangt.

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Die Herausforderung, vor der Veronika Hensing und ihre Kollegin Bianca Pilath stehen: Ein Großteil der Sachverhalte - zum Beispiel ein Küchenkauf über das Internet - seien so komplex, dass eine Beratung am Telefon nicht funktioniere. Denn es müssten Unterlagen gesichtet werden, teilweise gebe es Sprach- und Verständnisprobleme. Deshalb müssten sie in der Beratungsstelle an der Freiligrathstraße für einen coronakonformen Ablauf sorgen. Heißt: Nach jedem Kunden werde gelüftet, außerdem werde versucht, Warteschlangen vor der Tür zu vermeiden. Und: Wer Beratung benötige, solle im Vorfeld per Telefon oder Mail einen Termin vereinbaren.

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