Inklusion

Realschule Crange: Stadt lässt Bauantrag für Aufzug liegen

Die Realschule Crange wartet nach wie vor auf den Baubeginn für einen Aufzug. Die Schule soll bei der Inklusion eine wichtige Rolle spielen.

Foto: Franziska Gerk

Die Realschule Crange wartet nach wie vor auf den Baubeginn für einen Aufzug. Die Schule soll bei der Inklusion eine wichtige Rolle spielen. Foto: Franziska Gerk

herne.   Seit Mai 2016 liegt dem Fachbereich Bauordnung ein Bauantrag für einen Aufzug in der Realschule Crange vor. Das ruft die SPD auf den Plan.

Durch den Bau eines Aufzugs soll die Realschule Crange in Herne eine wichtige Rolle beim Inklusionsprozess, sprich: bei der Integration von Kindern mit Behinderungen in Regelschulen spielen. Wann dieser Beschluss der Politik in die Praxis umgesetzt werden kann, ist aktuell noch nicht absehbar, denn: Über den im Mai 2016 eingereichten Bauantrag für den Aufzug ist heute, also 17 Monate später, noch immer nicht entschieden worden.

Auf kritische Nachfrage der SPD-Stadtverordneten Manuela Lukas versuchte sich die Stadt am Dienstag in der Sitzung des Betriebsausschusses Gebäudemanagement (GMH) an einer Erklärung. Es habe „eine Weile gedauert“, bis sich der Fachbereich Bauordnung damit befasst habe, sagte GMH-Leiterin Karla Fürtges.

SPD mahnt besseren Austausch der Ämter an

Bei der Prüfung des Antrags sei dann aufgefallen, dass wesentliche Antragsunterlagen, wie zum Beispiel Angaben zur Statik, gefehlt hätten. Wenn diese nachgereicht würden, soll der Bauantrag „zügig bearbeitet werden“, sagte Fürtges. SPD-Ratsfrau Lukas mahnte an, solche Vorgänge künftig durch einen „besseren Austausch der Ämter“ zu vermeiden.

Die Realschule Crange bedauert den zeitlichen Verzug. Zur Herstellung der Barrierefreiheit sei nicht nur der Einbau des Aufzugs nötig. So müsse beispielsweise auch noch der gesamte Sanitärbereich umgebaut werden, berichtet Schulleiter Reiner Jorczik auf Anfrage der WAZ. Er hoffe, dass die Aufzugarbeiten noch im Dezember beginnen können. Er gehe aber davon aus, dass erst 2020 oder „bei etwas Glück bereits 2019“ der behindertengerechte Umbau der Schule abgeschlossen sein werde.

Schelte für Informationspolitik

In der Sitzung des Betriebsausschusses Gebäudemanagement gab es auch bei einem anderen Tagesordnungspunkt Schelte für die Stadt. Manuela Lukas wies darauf hin, dass die Politik aus der WAZ von den Problemen beim Umbau des Offenen Ganztags der Grundschule Jean-Vogel-Straße Kenntnis bekomme. „Das ist ein Unding“, sagte die SPD-Ratsfrau. Bei solch gravierenden Problemen müsse die Politik zeitnah informiert werden – auch um bei Nachfragen von Bürgern im Bilde zu sein.

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