Nichtraucher-Projekt

Realschüler in Herne lernen: Deshalb ist Rauchen tödlich

Ece (zwölf Jahre, links) und Selin (zehn Jahre) aus der Klasse 5a der Realschule Crange haben gelernt: Rauchen ist tödlich.

Ece (zwölf Jahre, links) und Selin (zehn Jahre) aus der Klasse 5a der Realschule Crange haben gelernt: Rauchen ist tödlich.

Foto: Kerstin Buchwieser / FUNKE Foto Services

Herne.  Zum Weltnichtrauchertag hat die Realschule Crange einen Aktionstag veranstaltet. So lernen Fünftklässler, das Rauchen tödlich ist.

„Rauchen ist tödlich, mach’ aus deinem Leben etwas“: Sprüche wie dieser sind seit Montag auf dem Schulhof der Realschule Crange an der Semlerstraße zu lesen. Die Schule hat in Zusammenarbeit mit Kadesch einen Aktionstag zum Thema Rauchen veranstaltet.

Die Fünftklässler der Schule haben sich dazu einen Vormittag lang mit der Thematik beschäftigt, und am Ende stand fest: Raucher sind alles andere als cool!

„Wer von euch hat denn Eltern, die rauchen?“, will Marty Werdeker von Kadesch, der gemeinnützigen Gesellschaft zur Förderung der Jugend- und Suchtkranken-Hilfe, zu Beginn der Veranstaltung von den Fünftklässlern wissen. Fast die Hälfte der Kinder meldet sich. Viele von ihnen kommen also im Alltag mit Zigaretten in Berührung. An der ersten Station lernen die Kinder deshalb erst einmal, was überhaupt in so einer Zigarette drin ist.

Dafür hat Marty Werdeker einige Inhaltsstoffe in einer großen Zigarette mitgebracht. „Insgesamt sind 4000 Schadstoffe in einer Zigarette enthalten“, erklärt die Expertin. Rund 20 davon sind jetzt vor den Schülern ausgebreitet. Einige Sachen erkennen die Schüler direkt „Da ist Zucker und Lakritze“, sagt eine Schülerin. Bei Batterien oder Nagellack muss Werdeker ein bisschen genauer erklären, was diese Gegenstände mit einer Zigarette zu tun haben. „In Zigaretten ist auch Formaldehyd, wie im Nagellack zum Beispiel und Nickel, wie in Batterien.“

Dass das nicht gesund sein kann, können sich die meisten Schüler schon denken. Zu jedem Inhaltsstoff gibt es eine genaue Erklärung, warum es in der Zigarette enthalten ist und was für eine Wirkung es hat. „Glycerin zum Beispiel hält den Tabak feucht, es kann aber das zentrale Nervensystem schädigen“, erklärt Werdeker.

Eine Erinnerung fürs Klassenzimmer

„Wenn das alles so giftig ist, warum sind Zigaretten dann überhaupt erlaubt?“, will Dominik aus der 5c wissen. „Es gibt einfach noch kein Gesetz, das das verbietet, und natürlich geht es auch viel ums Geld“, antwortet Werdeker. Am Ende der ersten Stadion haben sich die Schüler eine eigene Schadstoffzigarette für ihren Klassenraum gebaut, die sie an diesen Tag erinnern soll. „Ich fand es sehr cool. Es ist gut zu wissen, was alles in so einer Zigarette drin ist“, sagt Schülerin Lisa am Ende der Station.

Ob die Schüler auch gut aufgepasst haben, können sie direkt an der zweiten Station testen. Dort gibt es einen kleinen Parcours, den die Schüler durchlaufen. Die Namen für ihre Teams haben sie sich selber ausgedacht, mit dabei sind die „Nichtraucher-Girls“ oder „FC Nichtraucher“.

Sportübungen mit einer Makkaroni im Mund

Im Parcours gibt es zum Beispiel ein Quiz zum Thema Rauchen, aber auch eine Station, an der die Kinder erleben können, wie sich ein Raucher fühlt. Die Fünftklässler müssen Sportübungen machen, dürfen dabei aber nur durch eine Makkaroni atmen. Dabei kommen sie schon nach zehn Kniebeugen ganz schön aus der Puste: „Das war anstrengend“, sagt Schülerin Julia.

Am Ende geht es für die Schüler raus auf den Schulhof. Dort sollen sie sich, ähnlich wie auf Zigarettenpackungen, Sprüche gegen das Rauchen ausdenken und diese mit bunter Kreide auf den Schulhof schreiben. Dann wurde noch gelost und drei Sprüche mit Preisen wurden prämiert: „Kinder von Rauchern werden selbst Raucher“, Hilin (11). „Durchs Rauchen taucht man ins tödliche Wasser“, Beyzanur (11). „Rauchen macht süchtig“, Baran (12).

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