Prozess

Rauschgiftschmuggel: Urteil für Herner plötzlich verschoben

Ort des Prozesses: das Justizzentrum in Bochum.

Ort des Prozesses: das Justizzentrum in Bochum.

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Herne.  In einem Prozess um Drogenschmuggel bis nach Schweden ist ein Mann verurteilt worden. Ein mitangeklagter Herner muss aber auf sein Urteil warten.

Im Prozess um kiloschwere Rauschgiftdeals und organisierte Schmuggelfahrten bis nach Schweden hat das Bochumer Landgericht ein erstes Urteil verkündet. Der Hauptangeklagte kassierte fünf Jahre und vier Monate Haft, der mitangeklagte Herner dagegen muss auf sein Urteil warten – was dem 26-Jährigen gegen den Strich ging.

Anlass für die Aufspaltung des Prozesses war der unterschiedliche Grad der Entscheidungsreife. Die 9. Strafkammer bewertete nach dem frühen und weitreichenden Geständnis des Hauptangeklagten in seinem Fall den Zeitpunkt für eine Entscheidung als „reif“, im Fall des Herners dagegen nicht.

26-Jähriger beteuert seine Unschuld

Das liegt daran, dass der 26-Jährige zu dem 20-Kilo-Schmuggelgeschäft bis nach Schweden seine Unschuld beteuert hatte, was ihm die Richter offenbar nicht abnehmen: „Wir müssen dazu mehrere Zeugen aus Schweden laden“, erklärte Richter Volker Talarowski. Und weil der Ladungsvorgang zeitaufwendig sei, noch einige Wochen dauern könne, bleibe nun mal kein anderer Weg übrig, als die Prozesse zu trennen, hieß es. Der Herner quittierte das mit unzufriedener Miene: „Von der Anklagebank auf die Zuschauerbank verbannt, na toll“, schimpfte er beim Verlassen des Gerichtssaals.

Vorwurf: Zum Drogen-Abholen in die Niederlande gefahren

Im Mittelpunkt des Prozesses stand und steht ein dickes Rauschgiftgeschäft, dass der Herner und der Hauptangeklagte im März 2018 abgewickelt haben sollen. Ein 29-Jähriger soll in einem Mercedes nach Amsterdam gefahren und dort fast 20 Kilogramm Haschisch eingekauft haben. Der Herner soll zum Abholen der Drogen in die Niederlande gefahren sein. Zwei Tage später soll das Haschisch von beiden Angeklagten vom Ruhrgebiet aus mit einem Audi nach Schweden eingeschmuggelt worden sein. Mit dem Urteil gegen den 29-Jährigen aus Recklinghausen wurde gleichzeitig dessen Unterbringung in einer Drogen-Entziehungsanstalt angeordnet.

Der Prozess gegen den Herner läuft nun weiter. Zu Prozessbeginn hatten die Richter dem 26-Jährigen bereits eine Haftstrafe von „mindestens vier Jahren“ signalisiert.

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