Bezirk Sodingen

Radweg Kirchstraße: Politik attackiert Stadt nach Änderung

Der Radweg Kirchstraße darf nicht mehr in beide Richtungen befahren werden, so die Verfügung der Stadt. Radler, die Richtung Sodingen-Mitte unterwegs sind, sollen auf die Fahrbahn wechseln. Das löst Proteste aus.

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Der Radweg Kirchstraße darf nicht mehr in beide Richtungen befahren werden, so die Verfügung der Stadt. Radler, die Richtung Sodingen-Mitte unterwegs sind, sollen auf die Fahrbahn wechseln. Das löst Proteste aus. Foto: loc

herne.   Der Radweg Kirchstraße in Sodingen darf nicht mehr in beide Richtungen befahren werden, so will es die Stadt. Das sorgt für Proteste.

Politiker und Bürger gehen auf die Barrikaden: Sie werfen der Stadt vor, dass sie mit einer Änderung für das Befahren des Radwegs Kirchstraße in Sodingen die Gesundheit von Radlern gefährden. Die Stadt sieht dies anders. In der Sitzung der Bezirksvertretung Sodingen prallten die Meinungen ungebremst aufeinander.

Und das ist der Stein des Anstoßes: Die Stadt hat verfügt, dass der zuvor in beide Richtungen nutzbare Radweg auf der Kirchstraße nur noch in eine Richtung befahren werden darf. Radfahrer, die Richtung Sodingen-Mitte unterwegs sind, müssen ab sofort auf die Fahrbahn wechseln.

Das sei ein Unding, wetterte SPD-Fraktions-Chef Ernst Schilla. Es habe sich zuvor um „einen der sichersten Radwege im Bezirk gehandelt“. Wer wie die Stadt das Wechseln auf die Fahrbahn befürworte, „ist entweder sehr mutig oder suizidgefährdet“. Denn: Auf der - auch von Linienbussen - stark befahrenen Straße sei es für Radfahrer hochgefährlich.

SPD will Gutachter beauftragen

Bezirksbürgermeister Mathias Grunert berichtete, dass sich in seiner Sprechstunde Bürger wegen der Änderung für den Radweg beklagt hätten. In der Sitzung machte Bürger und Hobbyradler Gerd Müller seinem Unmut Luft: „Mir gehen die Haare hoch.“ Er fahre die Strecke ein- bis zweimal am Tag und könne nicht verstehen, dass sich die Stadt hinter Paragrafen verstecke. Für Radfahrer und insbesondere für Kinder sei es auf der Fahrbahn „höllisch gefährlich“.

Die Stadt wies die Vorwürfe zurück und berief sich auf eine neue Rechtsgrundlage. Peter Sternemann vom Fachbereich Tiefbau und Verkehr erklärte, dass die Projektgruppe Radverkehr (Stadt, Polizei) die Situation nicht nur breit diskutiert, sondern auch bei einer Radtour vor Ort überprüft habe. Um die Standards eines Zweirichtungradwegs zu erfüllen, wäre eine komplett neue Aufteilung der Verkehrsflächen erforderlich. Diese Erfordernis werde von der Stadt aber nicht gesehen.

SPD denkt über Auftrag an Gutachter nach

Es gäbe auch rechtlich Möglichkeiten, den Radweg in beiden Richtungen befahrbar zu machen, konterte Schilla. Wenn sich die Verwaltung nicht bewege, werde die SPD einen externen Gutachter beauftragen, um den Beweis anzutreten, kündigte er am Rande der Sitzung gegenüber der WAZ an.

In der Sitzung sah sich der Sozialdemokrat dem Vorwurf Sternemanns ausgesetzt, verbal deutlich übers Ziel hinausgeschossen zu sein. Anlass: Schilla hatte zuvor einer jungen Kollegin Sternemanns vorgeworfen, dass ihre mündliche Antwort „an Hilflosigkeit nicht zu überbieten“ sei.

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