Konzert

Punk-Bands spielen für die Palliativstation am EvK Herne

Die Band Cotzraiz war wohl die bekannteste der fünf Punk-Bands, die in der Flottmannkneipe für die Palliativstation des EvK spielten.

Foto: Rainer Raffalski

Die Band Cotzraiz war wohl die bekannteste der fünf Punk-Bands, die in der Flottmannkneipe für die Palliativstation des EvK spielten. Foto: Rainer Raffalski

Herne.   Hanna Szibalski und Ingo Kroneat haben als Krankenhausmitarbeiter das Benefizkonzert mit fünf Bands organisiert. Einnahmen wurden gespendet.

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Scheppernde Gitarren und ein Hauch Anarchie erfüllten am Freitag die Flottmannkneipe, die unter dem Motto „Palli rockt“ den Punk für einen guten Zweck Einzug halten ließ. Die Einnahmen des Punk-Konzertes nämlich kamen der Palliativstation des Evangelischen Krankenhauses Herne zugute, die auf Spenden angewiesen ist, um den schwerkranken Patienten eine möglichst angenehme Atmosphäre zu bereiten.

Konzert für die Palliativstation als „Herzenssache“

Hanna Szibalski, Sozialarbeiterin der Palliativstation und Mitorganisatorin der Veranstaltung, reiht sich an diesem Abend optisch zwischen Irokesenfrisur und Nietenarmband ein, ist sie doch selber in der Punk­szene verwurzelt. „Ich kenne die Bands, die heute spielen, privat und so war es nicht schwer, den Kontakt herzustellen. Das Event ist für mich eine Herzenssache, wie es auch mein Job im Krankenhaus ist.“

Die 1994 gegründete Band Cotzraiz war für so manchen der etwa 50 Besucher vielleicht der Grund, dem Konzert beizuwohnen, haben sie sich doch in den vergangenen 23 Jahren einen umstrittenen Ruf erarbeitet. Albumtitel wie „Heil Cotzraiz“ und ein dazu passendes Cover, das an die Partei-Flagge der NSDAP erinnert, brachten scharfe Kritik seitens der Linken, wie auch der eigenen Szene ein. „Es ist unsere Schuld, dass wir diesen ganzen Ärger hatten, weil wir eben provoziert haben. Aber wir hielten es auch für notwendig, um zu zeigen: Wir dürfen das!“, sagt „Bogo“, Sänger und Gründungsmitglied. „Keiner hat uns vorzuschreiben, was wir als Punks tun dürfen.“

Der strikte Antifaschist begrüßte den guten Zweck der Veranstaltung, da es wichtig sei, auch gegen Ende des Lebens gut miteinander umzugehen. Wie seine Band verzichteten auch die anderen vier auf eine Gage, um die Gewinnspanne maximal erhöhen zu können.

„Nils“ und Flottmannkneipe als Unterstützer

Die Idee für eine solche Veranstaltung sei über die letzten drei Jahre gereift, so Ingo Kroneat, der ebenfalls im Krankenhaus tätig ist. Ohne die Unterstützung des „Nils“, das als Sponsor fungierte, und der Flottmannkneipe, die Equipment für die Bands bereitstellte, wäre ein solcher Abend gar nicht möglich gewesen, sagt Ingo Kroneat.

Die Besucher nahmen die Einladung dankbar an, wobei neben den üblichen Vertretern aus der Punk-Szene, die vor der Bühne im Pogo kollidierten, auch normal Sterbliche den Weg in die Kneipe fanden, um sich im scheppernden Krach zu suhlen und etwas länger am Bier zu nippen. Einen etwas anderen Sound boten die Jungs von Transcendent Barrier, die um ihren Frontmann, der aus den Zeiten des Grunge entsprungen schien, schwere Bässe des Doom- und beißende Gitarrenriffs des Black-Metals, strickten. Das Ergebnis: Ziemlich einzigartiger Hardrock, irgendwo zwischen „Alice In Chains“ und „Black Sabbath“.

>>> INFO: 25 JAHRE PALLIATIVSTATION

Zum 25-jährigen Bestehen der Palliativstation am EvK und zum 20-Jährigen des Ambulanten Hospiz- und Palliativdienstes fand am 1. April schon ein Benefizkonzert mit den Echoes of Swing im Kulturzentrum statt.

Weitere Aktionen im Jubiläumsjahr sind geplant, so eine Teilnahme des Fördervereins am Cranger Kirmes-Umzug.

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