Landgericht

Prostituierte erhebt schwere Vorwürfe im Voodoo-Prozess

Der Prozess findet vor dem Landgericht in Bochum statt.

Der Prozess findet vor dem Landgericht in Bochum statt.

Foto: Ingo Otto

Herne.   Im Voodoo-Prozess werden immer neue Anschuldigungen gegen den Hauptangeklagten erhoben. Eine Prostituierte berichtet von Schlägen mit dem Stock.

Im „Voodoo-Prozess“ um Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung in zwei Herner Rotlicht-Clubs hat vor dem Bochumer Landgericht die Prostituierte ausgesagt, die die Ermittlungen gegen die Angeklagten in Gang gesetzt hat. Der Ort ihrer vorläufigen Festnahme war außerdem Namensgeber für die polizeiliche Ermittlungskommission „EK Caesar“.

Im September 2016 war die Polizei in einem Wanner-Eickeler Rotlicht-Club, der nach einer ägyptischen Geliebten des römischen Herrschers Julius Caesar benannt ist, zu einer Routinekontrolle aufgetaucht. Dabei war den Ermittlern eine nigerianische Prostituierte aufgefallen, die keinen Pass vorweisen konnte, große Verständigungsprobleme offenbarte und auch sonst einen sehr unsicheren Eindruck machte.

Die 19-Jährige war anschließend mehrfach von der Polizei vernommen worden. Um die drei Rotlicht-Clubs ausfindig zu machen, in denen sie nach ihrer illegalen Einschleusung als Prostituierte gearbeitet hat, fuhren die Ermittler mit der Zeugin sogar stundenlang durch das Ruhrgebiet.

Zeugin berichtet von Schlägen mit dem Stock

Gegen den Hauptangeklagten (34) und seine Partnerin (35) erhob die 19-Jährige am Montag schwere Vorwürfe. Beide hätte sie geschlagen - mit der Hand und mit einem Stock. Der Mann (von ihr „Brother“ genannt), weil sie den Namen auf einem gefälschten Pass-Dokument nicht richtig habe aussprechen können. Die Frau („Sister“), weil sie sich angeblich zu viele Fischstückchen aus einer Suppe genommen habe. Vor beiden habe sie bis heute „Angst“.

Im Prozess sind zwei Frauen und vier Männer angeklagt, die reihenweise Frauen mit einem Voodoo-Fluch belegt, illegal eingeschleust und an Bordelle im Ruhrgebiet vermittelt haben sollen. Als Wohnzentrale diente eine Wohnung an der Kastanienallee. Der Prozess wird fortgesetzt. Urteil: wohl frühestens im März 2019.

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