Lebensqualität

Projekt sucht Bürger für eine besseres Leben in Wanne

Nachbarschaftslabor: Elena Franz (Demokratie Leben) , Kama Frankl-Groß, Jana Wagner, Patrick Ritter (Kulturbüro Ruhr / RVR), Christoph Deutscher, Künstlerin Diana Wesser und Rahel Steffen präsentieren ihre Ideen.

Nachbarschaftslabor: Elena Franz (Demokratie Leben) , Kama Frankl-Groß, Jana Wagner, Patrick Ritter (Kulturbüro Ruhr / RVR), Christoph Deutscher, Künstlerin Diana Wesser und Rahel Steffen präsentieren ihre Ideen.

Foto: Sabrina Didschuneit

Herne.   Das „Nachbarschaftslabor“ tritt mit Bürgern in Kontakt, die sich für mehr Lebensqualität in ihrem Stadtteil stark machen wollen.

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Ein Biertisch vor dem Atelier Hallenbad an der Heinestraße, bunte Plätzchen im Kleinen Tauschcafé auf dem Platz vor der Christuskirche an der Hauptstraße in Wanne: Erst auf den zweiten Blick lässt es sich für Bürger erkennen, dass das sogenannte „Nachbarschaftslabor“ am Montag startete.

„Gemeinsam mit den Bürgern wollen wir vor Ort Impulse sammeln, die in Wanne das Leben kreativ verschönern sollen“, erläuterte Kama Frankl-Groß vom Kulturbüro der Stadtverwaltung die Initiative. Die ganze Woche ist die Künstlerin Diana Wesser aus Leipzig in Wanne unterwegs, knüpft wie am Montag mit Plätzchen und Biertisch Kontakte zur Bevölkerung und versucht, kreative Ideen für ein lebenswerteres Leben im Stadteil zu bekommen.

Der persönliche Sehnsuchtsort

Gefragt wird zum Beispiel: Was ist dein persönlicher Sehnsuchtsort? Ist er in Wanne, oder woanders? Was führt Dich her? Warum willst Du hier weg? Und für was lohnt es sich zu bleiben? Wer sind die Glücksbringer und Anstifter in Wanne? Wo sind Orte, die glücklich machen und solche, die das Glück trüben? Welche Zeichen findest Du im Stadtraum, die auf Veränderung weisen? Wofür würdest Du auf die Straße gehen? Welche Bündnisse müssen geschmiedet werden? Welche Netzwerke können erschlossen, neu gegründet, erweitert werden?

Im Oktober beginnt das Tanzfestival „Junge Impulse“ in Wanne, und bis dahin will Diana Wesser regelmäßig für zwei Wochen einen leerstehenden Laden beziehen, zu Gast in einem Café oder Stadtteilladen sein und ein zeitlich begrenztes Projektbüro eröffnen, allerdings: „Wir haben noch keinen Laden gefunden. Es hat sich noch kein Immobilienbesitzer bereit erklärt, einen Raum zur Verfügung zu stellen“, klagte Diana Wesser. Und damit entfalle auch die Möglichkeit, auf einer Art Pinnwand auf anstehende Aktionen des „Nachbarschaftslabors“ hinzuweisen.

Finanziell gefördert wird das Nachbarschaftsprojekt durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“, sowie den Förderfonds „Interkultur Ruhr“ und das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Verschiedene Veranstaltungen

Diana Wesser geht drei Monate lang auf Erkundung durch den Stadtteil und lädt zu verschiedenen Veranstaltungen ein, um mit so vielen verschiedenen Menschen wie möglich ins Gespräch zu kommen. Am Anfang mit einem aus künstlerisch-kreativer Perspektive gesehenen Ansatz recht ernüchterndem „Erfolg“. „Die Menschen, mit denen wir bisher sprachen, haben sich in erster Linie über den vielen Dreck in diesem Stadtteil beklagt“, zieht Diana Wesser das Resümee des ersten Tages.

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