Abschied

Polizeipräsidentin Kerstin Wittmeier geht mit Wehmut

War häufig in Herne: Polizeipräsidentin Kerstin Wittmeier. Unser Foto zeigt sie vor der Wache in Herne.

War häufig in Herne: Polizeipräsidentin Kerstin Wittmeier. Unser Foto zeigt sie vor der Wache in Herne.

Foto: Dietmar Wäsche, Archiv

Herne/Bochum/Witten.   Keine vier Jahre leitete Kerstin Wittmeier das Polizeipräsidium Bochum/Herne/Witten. Es eröffnete sich ihr nun eine beruflich neue Aufgabe.

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Als Kerstin Wittmeier am 19. Oktober 2015 ihren Dienst als Polizeipräsidentin für die Städte Bochum, Herne und Witten antrat, hatte sie eigentlich vor, eine ganze Reihe von Jahren zu bleiben. Doch es kam anders: Nach nur drei Jahren und sieben Monaten verabschiedet sich die jetzt 54-Jährige schon wieder. Sie wechselt nach Duisburg, wo sie vom Rat der Stadt zur neuen Dezernentin für Personal, Organisation und Bezirkliches gewählt worden ist.

Von all ihren beruflichen Veränderungen liege ihr diese „am meisten im Magen“, bekannte sie bei ihrem Abschiedsgespräch im Bochumer Polizeipräsidium. Zum einen, „weil ich zum ersten Mal meine Polizei verlasse, zum anderen, weil ich damit auch erstmals meinen Dienstherrn, das Land NRW, verlasse“, sagte sie.

Eine Tür, die sich nur einmal öffnet

Sie habe sehr gerne in Bochum gearbeitet, und es falle ihr auch sehr schwer zu gehen. Aber es sei ihr auch klar gewesen: Eine Tür, wie sie sich jetzt für sie in Duisburg öffne, öffne sich nur einmal im Leben. „Entweder man geht dann durch oder es ist für immer vorbei“, beschreibt sie sachlich ihre Abwägung. Die Aufgaben, die sie in Duisburg erwarteten, seien neben der Arbeit für die Polizei das, was sie immer am meisten gereizt habe: „Ich bin eine Personalerin und Teamplayerin“, so Wittmeier. In der Stadt Duisburg befinde sich zurzeit vieles im Umbruch; an der Neugestaltung wolle sie gerne mitwirken. Und hinzu komme: Statt sich täglich über die A 52 und A 40 zu quälen, könne sie demnächst mit dem Rad zur Arbeit fahren – Kerstin Wittmeier lebt seit vielen Jahren mit ihrer Familie einschließlich Vater und Schwiegereltern in einem Mehrgenerationenhaus in Duisburg.

Die möglichst gerechte Verteilung des Personals auf die einzelnen Dienststellen und organisatorischen Einheiten der Polizei sei eines der beiden Themen gewesen, die ihr das meiste Kopfzerbrechen bereitet haben. „Da schläft man dann auch schon mal schlecht“, gibt sie zu. Vor allem, da wegen Veränderungen bei der Berechnung des Personalschlüssels, die alle Polizeistellen in NRW betrafen, bis 2020 in Bochum insgesamt 92 Stellen abgebaut werden mussten. Das sei inzwischen fast geschafft; mancher Abbau habe auch durch die Einstellung von Tarifbeschäftigten aufgefangen werden können. Trotzdem: „Es wäre schon schön, wenn der Vollzugsbereich wieder wachsen würde“, so Kerstin Wittmeier. Doch das werde wohl noch einige Jahre dauern, denn der Nachwuchs müsse erst einmal ausgebildet werden.

Bereich neu aufgestellt

Das andere großes Thema für Kerstin Wittmeier war der hohe Stand der Einbruchsdelikte in den drei Städten, die zum Polizeipräsidium Bochum gehören: „Wir haben uns in diesem Bereich komplett neu aufgestellt, haben ordentlich Personal dort reingesteckt und sind zielgerichtet in die belasteten Gebiete gegangen.“ Hinzu kamen verstärkte Öffentlichkeitsarbeit, Informationen der Bürger über Schutzvorkehrungen und die Zusammenarbeit mit Wohnungsgesellschaften. So sei es gelungen, bei den Einbrüchen einen Rückgang von über 60 Prozent zu erreichen, bilanziert sie. Und auch die Aufklärungsquote sei deutlich gestiegen: Von fünf Prozent in 2015 auf jetzt 20 Prozent.

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