Flottmann-Hallen

Poetry Slammer hielten in Herne Überraschungen bereit

Rebecca Heims setzte mit ihren zart gereimten Erinnerungen an ihre Großeltern einen angenehmen Kontrast beim Poetry Slam..

Foto: Klaus Pollkläsener

Rebecca Heims setzte mit ihren zart gereimten Erinnerungen an ihre Großeltern einen angenehmen Kontrast beim Poetry Slam.. Foto: Klaus Pollkläsener

Herne.   Premiere für „Best of Poetry Slam“ in Herne: Vor ausverkauften Plätzen begeisterten die Akteure auf der Bühne bei Flottmann.

Der Poetry Slam ist seit jeher beliebte Ausdrucksform für die Dichter der Jetzt-Zeit. Den Dingen die bewegen, wird ein Text geschrieben und unverblümt einem Publikum vorgetragen. Vor ausverkauften Plätzen, wie am Samstag in den Flottmann-Hallen, zeigte sich am deutlichsten, was denn der gemeine Lyrik-Freund von dem Dargebotenen hielt. Bilanz an diesem Abend: durchweg positiv!

Das war auch vielleicht abzusehen, waren die vier Wortakrobaten mit Rebecca Heims, Marvin Ruppert, Jey Jey Glünderling und Björn Gögge doch alte Bekannte, die bereits bewiesen haben, dass sie können, was sie tun. Im Fall von Björn Gögge aus Krefeld war es die starke Bühnenpräsenz, einer, der sich dem Unvermögen der deutschen Musikindustrie entgegenstellt und mal so richtig Dampf ablässt. Der sonst biedere Beschwerdebrief mutierte zu einer Schimpftirade mit Augenzwinkern und der doch ein oder anderen Wahrheit. Moderiert wurde die Runde gewohnt lässig von Jason Bartsch, der souverän mal abdriftete und das Publikum immer zu erden wusste.

Zwei Stunden Programm

Woher kommt diese Lockerheit? „Ich moderiere schon ewig, und mit der Zeit wird man immer routinierter. Das Schreiben kommt aber trotzdem nicht zu kurz“, erzählt Jason Bartsch. Und so ließ auch er es sich nicht nehmen und erzählte vom Hundewunsch seiner Tochter, den er am Frühstückstisch mit absurden Alternativvorschlägen zerredete. Alle, auch der Mann hinter dem Mischpult, Chris Wawrzyniak, waren begeistert: „Ich bin sehr glücklich! Da mir die Sache persönlich sehr am Herzen liegt, war ich heute etwas aufgeregt, aber es ist alles sehr gut gelaufen. Wir haben etwa 170 Leute hier sitzen gehabt und mussten vorher noch Stühle nachstellen, da wir nicht mit so viel Besuchern gerechnet haben.“

Zart gereimte Erinnerungen an die Großeltern beseelten den Text von Rebecca Heims. Die Bochumerin erzählte von Grenzen in sich, denen nach außen und Stacheldraht in der Welt. Ein angenehmer Kontrast, der zum Hinhören forderte und nicht zuletzt die Spannbreite des neuen Konzeptes „Poetry Slam“ aufzeigte. Wer die zweistündige Veranstaltung besuchte, mochte die Namen der Poeten kennen, die Unruhe eines aufgeweckten Geistes aber birgt immer neue Überraschungen.

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