Prozess

Pizzeria-Inhaber soll Frau zweimal vergewaltigt haben

Der Prozess findet vor der 16. Strafkammer des Bochumer Landgerichts statt.

Der Prozess findet vor der 16. Strafkammer des Bochumer Landgerichts statt.

Foto: Ingo Otto

Der Inhaber einer Herner Pizzeria soll eine junge Bewerberin zweimal brutal vergewaltigt haben. Seit Dienstag steht er vor Gericht.

Vor knapp einem Jahr sollen sich in einer Pizzeria in Horsthausen unfassbare Gewaltszenen abgespielt haben. Der 44-jährige Inhaber soll eine Bewerberin am Rande eines Vorstellungsgespräches erst massiv bedrängt und dann zweimal brutal vergewaltigt haben. Seit Dienstag beschäftigt der Fall das Bochumer Landgericht.

Die Anklageschrift beschreibt zwei Vergewaltigungen an einem Abend. Das mutmaßliche Opfer soll am 20. Juni 2018 gegen 22.30 Uhr in der Pizzeria aufgetaucht sein, um mit dem Inhaber ein Vorstellungsgespräch für eine Anstellung zu führen. In der Pizzeria fand zu dieser Zeit offenbar kein Geschäftsbetrieb mehr statt – außer der Bewerberin und dem möglichen neuen Chef war scheinbar niemand vor Ort. Laut Anklage unterhielten sich die Frau und der aus Düsseldorf stammende und verheiratete Familienvater zunächst etwa eine Stunde lang und tranken während des Gespräches auch das eine oder andere Glas Alkohol. Auf einmal soll die Situation völlig eskaliert sein.

Verteidiger stellte klar, dass der Angeklagte den Vorwurf bestreitet

Laut Staatsanwaltschaft suchte der Pizzeria-Inhaber plötzlich die Nähe der Bewerberin, setzte sich neben sie und wurde handgreiflich. Auf ihre Bitte, die Berührungen zu unterlassen, soll der Pizzeria-Inhaber ausgerastet sein, die Frau gepackt und in die Abstellkammer gestoßen haben. Die Frau soll mit dem Hinterkopf gegen die Wand gestoßen und zu Boden gestürzt sein. Anschließend soll der 44-Jährige zum ersten Mal über die sich heftig wehrende Frau sexuell hergefallen sein. Laut Anklage kam es kurz danach zu einem zweiten Vergewaltigungs-Vorfall. Nachdem die verletzte Frau das Hinterzimmer verlassen und zurück in den Verkaufsraum gegangen war, soll sie gebeten haben, die Pizzeria verlassen zu können. Daraufhin soll der Pizza-Chef sie zurück in die Abstellkammer geschubst und schließlich erneut massiv sexuell missbraucht haben.

Zum Prozessauftakt vor der 16. Strafkammer berief sich der Angeklagte vorerst auf sein Schweigerecht. Sein Verteidiger Andreas Müller stellte aber bereits klar: „Er bestreitet den Tatvorwurf.“ Das mutmaßliche Opfer machte seine Aussage in nicht-öffentlicher Verhandlung. Die Anklage lautet auf Vergewaltigung und Körperverletzung. Im Falle einer Verurteilung droht dem offenbar bislang nicht vorbestraften 44-Jährigen, der aktuell auch nicht in U-Haft sitzt, eine empfindliche Haftstrafe. Der Prozess wird fortgesetzt.

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