Cranger Weihnachtszauber

Parken beim Cranger Weihnachtszauber: Anwohner sind wütend

Anwohner Dennis Pschak ist wütend: Seit Beginn des Cranger Weihnachtszaubers muss er immer lange nach einem Parkplatz suchen. Der Stadt Herne ist das Problem bekannt.

Anwohner Dennis Pschak ist wütend: Seit Beginn des Cranger Weihnachtszaubers muss er immer lange nach einem Parkplatz suchen. Der Stadt Herne ist das Problem bekannt.

Foto: Rainer Raffalski / FUNKE Foto Services

Herne.  Anwohner rund um den Cranger Weihnachtszauber sind genervt davon, wie die Besucher parken. Stadt und Veranstalter geben sich weiter bemüht.

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Bei vielen Anwohnern rund um den Cranger Weihnachtszauber wächst der Ärger über die Parksituation. Über viele Wochen müssten sie sich mit wild parkenden Besuchern herumärgern, während sie selber nur mit viel Glück ihr Auto in der Nähe abstellen könnten. Einkaufen, Arztbesuche – all das sei nur noch vormittags – wenn die Winterkirmes noch geschlossen hat – möglich.

Ein Donnerstagabend an der Rathausstraße: Auf der Kreuzung mit der Dorstener Straße hat sich ein Stau gebildet. Autos, die auf den Hauptparkplatz des Weihnachtszauber (Gebühr: 5 Euro) wollen, blockieren die Straße. Ein Krankenwagen hat trotz Blaulicht und Martinshorn Mühe, sich seinen Weg zu bahnen. Die eigentlich für Auswärtige gesperrten Anliegerstraßen sind zugeparkt. Anwohner Dennis Pschak zuckt resignierend mit den Schultern. „Am Wochenende ist das noch viel schlimmer.“

Cranger Weihnachtszauber: Hohe rechtliche Hürden für Anwohnerparken

Der 37-Jährige lebt seit drei Jahren in einer Wohnung mit Blick auf den Kirmesplatz. Er mag die Winterkirmes, hat sie bereits mehrfach besucht. „Das Parken ist aber immer schlimmer geworden.“ Gegen 17 Uhr komme er in der Regel von seiner Arbeit als Assistenzkraft im Bochumer Jobcenter. Einen Parkplatz zu finden sei dann schon nahezu unmöglich. Er schlägt ein reines Anwohnerparken für die Rathausstraße vor, die Stadt lehnt das ab. Dafür gebe es zu hohe rechtliche Hürden.

Den 37-Jährigen ärgert, dass Veranstalter Sebastian Küchenmeister nach den Problemen im vergangnen Jahr versprochen habe, dass es mit dem Parken besser werde. 150 Euro habe er im vergangenen Jahr für einen Platz auf dem Parkplatz eines benachbarten Baumarktes bezahlt. „Seitdem hat sich nichts verbessert. Ich habe den Eindruck, dass sich Stadt und Veranstalter einfach gegenseitig die Schuld zuschieben. Das enttäuscht mich sehr!“

Veranstalter: Keine Handhabe außerhalb des Kirmesplatzes

Das streitet Dominik Hertrich, Sprecher des Cranger Weihnachtszaubers, vehement ab. „Auf unserem Gelände haben wir für die Anwohner in Alt Crange und an der Cranger Kirche ein Parkleitsystem. Bis auf das erste Wochenende funktioniert das auch super.“ Alles, was allerdings außerhalb des Kirmesplatzes liege, sei nicht in der Verantwortung des Weihnachtszauber-Veranstalters. „Da haben wir keine Handhabe. Wir haben getan, was in unserer Verantwortung liegt.“

Die Park-Kritik von Dennis Pschak stößt nicht überall auf Verständnis. Er höre ab und an, dass er doch einfach wegziehen solle. „Aber ich habe hier gelebt, bevor der Weihnachtszauber da gewesen ist.“ Das sei auch ein Unterschied zur Cranger Kirmes. „Ich wusste, worauf ich mich einlasse. Außerdem sind wir da mitten in der Sperrzone.“

Stadt: Nur Polizei darf fließenden Verkehr kontrollieren

Auf seine Beschwerde hin habe ihm der Veranstalter angeboten, auf dem damals noch kostenpflichtigen Parkplatz an der Monza Kartbahn frei parken zu dürfen. Für Dennis Pschak nur eine schlechte Alternative: „Das bedeutet morgens und abends eine halbe Stunde Fußweg.“

Die Stadt betont auf Nachfrage, dass das Ordnungsamt verstärkt im Umfeld des Cranger Weihnachtszauber unterwegs sei. Den fließenden Verkehr dürfe allerdings ausschließlich die Polizei kontrollieren.

Kostenloser Parkplatz an der Kartbahn soll für Entspannung sorgen

Einzelnen Anwohnern hat die Stadt vorgeschlagen, privat Anzeige gegen Falschparker zu erstatten, bei den völlig verstopften Anwohnerstraßen sieht sie das Problem bei den Autofahrern. „Wir appellieren, die Parkplätze zu nutzen, die der Veranstalter anbietet, und mit dem ÖPNV anzureisen.“

Die Stadt hofft weiter, dass der kostenlose Parkplatz an der Kartbahn für Entspannung sorgt. „Die Verkehrslage ist nach unseren Beobachtungen zwar weniger angespannt als im Vorjahr, gleichwohl gibt es einen Parksuchverkehr. Dies hat jedoch weniger mit einem Mangel an Parkraum auf dem Veranstaltungsgelände, sondern mit der mangelnden Bereitschaft der Besucher zu tun, gebührenpflichtige Stellplätze zu nutzen.“

Wer keinen Parkplatz suchen möchte, kann auch mit dem Bus zum Weihnachtszauber anreisen. Die Linien 322 und 323 fahren direkt zum Cranger Weihnachtszauber.

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