Ostermarsch

Ostermarsch: Radfahrer stärken sich bei einem Stopp in Herne

Unterwegs für den Frieden: die Radfahrer an der Herner Ostermarsch-Station.

Unterwegs für den Frieden: die Radfahrer an der Herner Ostermarsch-Station.

Foto: Kerstin Buchwieser

Im Awo-Familienzentrum erwartet die Radler des Ostermarsches ein üppiges Kuchenbüfett. Krysztof Daletski begrüßt sie mit einem satirischen Lied.

Die Radfahrer kommen an der Ostermarsch-Station in Herne am Awo-Gebäude an. Kerstin Buchwieser left Das Anliegen „Abrüsten statt Aufrüsten“ führte am Ostersonntag gut 150 Radfahrer bei bestem Wetter von Essen über Gelsenkirchen und Wattenscheid nach Herne, wo die Kolonne einen kurzen Stopp einlegte, ehe es nach Bochum weiter ging, das Ziel des diesjährigen Ostermarsches Rhein Ruhr.

Am Familienzentrum der Arbeiterwohlfahrt in der Breddestraße 14 ist alles auf das Eintreffen des Fahrrad-Corsos vorbereitet: Bunte Fahnen wehen in der erfrischenden Frühlingsbrise, als die Radfahrer mit viel Gebimmel einfahren und mit Applaus begrüßt werden. Um die verbrannten Kalorien wieder herein zu bekommen, steht ein üppiges Kuchenbuffet bereit, das alle satt macht. Das Familienzentrum dient in diesem Jahr als alternativer Sammelpunkt wegen der Bauarbeiten auf dem Europaplatz.

Auf einer langen Tapete sind Zeitungsartikel aufgeklebt. Für moralische Kräftigung steht der Sänger und Liedermacher Krysztof Daletski bereit, der ein satirisches Lied über das so genannte „Zwei-Prozent-Ziel der NATO“ singt. Zwar klinge die Zahl gering, im Vergleich zum Bundeshaushalt jedoch wären es schon 20 Prozent, so Krysztof Daletski. „Vergleicht man etwa die Militärausgaben von Russland, mit denen der Nato, sind die Russlands denen der NATO weit unterlegen.“

Zum 25. Mal ist Dirk Rücker beim Ostermarsch dabei. Der ehemalige Bergmann, der zwar die Aktion befürwortet, diese jedoch auch als „leere Kalorien“ bezeichnet, sagt: „Fahren alleine bringt nichts und auch nicht, lediglich die Missstände aufzuzeigen. Solange wir die Schuld immer auf andere schieben, nehmen wir uns aus der Sache raus“, sagt Rücker, der als Koch arbeitet und sich für die Belange geknechteter Bergleute in Kolumbien engagiert.

Um kurz vor 11 ist die Tour in Essen gestartet, wobei es aufgrund einer Baustelle zwischen Gelsenkirchen und Wattenscheid zu einer kleinen Verzögerung kam. Ansonsten ging es gut voran, und auch die Teilnehmerzahl sei sehr zufriedenstellend, sagt der Koordinator der Fahrradtour, Joachim Schramm.

Steuergelder für die Verteidigung

Eine wichtige Frage für Edith Grams ist, woher das Geld für die erhöhten Verteidigungsausgaben kommt: „Natürlich werden Steuergelder dazu benutzt, um das Zwei-Prozent-Ziel zu erreichen. Dabei ignoriert die Bundesregierung jedoch den Willen der Bevölkerung“, sagt Grams als Sprecherin der Herner Friedensinitiative. Sie betont, dass es nicht sein könne, dass eine Generation der anderen den Rahmen abstecke. Der Aufenthalt der Tour in Herne ist zwar nur von recht kurzer Dauer, bietet jedoch Zeit, um sich auszuruhen und den sonnigen Tag unter Gleichgesinnten zu genießen.

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