Corona

Oberbürgermeister schlägt Herne für Corona-Studie vor

Oberbürgermeister Frank Dudda stellt die Bevölkerung auf weiter steigende Infektionszahlen ein.

Oberbürgermeister Frank Dudda stellt die Bevölkerung auf weiter steigende Infektionszahlen ein.

Foto: Alexa Kuszlik / FUNKE Foto Services

Herne.  Herners Oberbürgermeister Frank Dudda stellt die Bevölkerung auf eine weiter steigende Infektionszahl ein. Und er macht einen Vorschlag.

Hernes Oberbürgermeister Frank Dudda stellt die Bevölkerung darauf ein, dass die Zahl der Infektionen in der Stadt weiter steigen wird. Das sagte er in einer Videokonferenz mit der WAZ. Und er hat einen zukunftsgerichteten Vorschlag gemacht.

Dudda ist der Meinung, dass sich Herne anbieten würde, um in der Stadt ein groß angelegte Studie durchzuführen, mit dem Ziel zu ermitteln, wie viele Menschen bereits Antikörper in sich tragen und die Infektion schon durchlaufen haben. Gerade die dichte Krankenhauslandschaft und die Zahl der niedergelassenen Ärzte, die Tests durchführen, böten aus Duddas Sicht ideale Rahmenbedingungen für so eine Studie. Dies habe er schon in der Zeit des ersten Lockdowns der Landesregierung angeboten, damals noch ohne Resonanz. Verbinden könne man dies mit der Einrichtung eines Impfzentrums. Der Hintergrund: Mindestens ein deutsches Unternehmen könnte im November soweit sein, dass ein Impfstoff zugelassen wird.

Hoffnung auf Sinken des Indizenzwerts auf unter 50 bis Dezember

Daneben stellt er die Bevölkerung darauf ein, dass die Infektionszahlen zunächst hoch bleiben werden. Das Virus sei da und werde sich weiter verbreiten. Es gebe in Herne eine diffuse Lage. In Herne sei aber die medizinische Versorgung so, dass man damit umgehen könne.

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Den Lockdown, der am Mittwoch von Bund und Ländern beschlossen wurde, trage Herne mit, Deutschland sei in einer extrem schwierigen Lage. Er habe Verständnis, dass der Gesundheitsschutz jetzt im Vordergrund stehe. Es bestehe die Gefahr, dass die Kontaktnachverfolgung nicht mehr möglich sei. Richtung Robert-Koch-Institut sagte Dudda, dass man dort die Strategie der Nachverfolgung und vor allem die Quarantäneregelungen überdenken sollte. Gerade bei der Quarantäne gebe es ein Dickicht, bei dem niemand mehr durchsteige.

Der vierwöchige Lockdown könne eine Atempause in der Pandemie geben, welche Folge er langfristig bringe, sei ungewiss. Er nehme wahr, dass die Stimmung in der Bevölkerung eher schlecht und die Nervosität groß sei. Dudda hofft, dass die Inzidenzzahlen in den Städten bis Dezember unter 50 gedrückt werden können.

Und er gibt zu bedenken, dass der vierwöchige Lockdown erhebliche Nebenwirkungen verursache, gerade bei den Orten, die ab Montag schließen müssten. Sparkasse und Wirtschaftsförderung bereiteten sich darauf vor, Hilfsgelder sofort weiterzuleiten, wenn diese in Herne ankämen.

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