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Nutripack vertreibt Lebensmittelschalen aus Kunststoff

Nutripack-Geschäftsführer Patrick Graeffly (r.) und Vertriebsleiter Jochen Bruckhaus zeigen die Einsatzmöglichkeiten der Schalen.

Nutripack-Geschäftsführer Patrick Graeffly (r.) und Vertriebsleiter Jochen Bruckhaus zeigen die Einsatzmöglichkeiten der Schalen.

Foto: FUNKE Foto Services

Herne.   Die Herner Nutripack GmbH vertreibt Lebensmittelschalen aus Kunststoff. Spezialisiert ist das Unternehmen auf den Krankenhausbereich.

Nischendasein - dieser Begriff hat im Wirtschaftsleben einen durchaus positiven Klang. Der Grund: In einer Nische lässt es sich für manche Unternehmen gut leben. Ein Beispiel dafür ist die Nutripack GmbH an der Castroper Straße. Sie ist - noch - auf den Vertrieb von Lebensmittelschalen aus Kunststoff im Krankenhausbereich spezialisiert.

Die Spezialisierung erklärt sich, wenn man weiß, dass Patrick Graeffly Geschäftsführer ist. Diese Position hat er auch bei der Electro Calorique GmbH, die auf Friedrich der Große ihren Sitz hat und Speisenverteilsysteme vertreibt. Rund 250 deutsche Krankenhäuser und Seniorenheime arbeiten mit diesen Systemen, unter anderem das evangelische Krankenhaus an der Wiescherstraße.

Da lag es eigentlich nahe, in diesem Bereich auch Lebensmittelschalen zu vertreiben. Jedoch nicht für Graeffly. Als er vor mehr als zehn Jahren vom Chef der französischen Proplast-Gruppe - zu der Nutripack gehört - gefragt wurde, ob es für Einweg-Plastikschalen in Deutschland einen Markt gebe, verneinte Graeffly. Sein Argument: Kunststoffprodukte waren in Deutschland, vor dem Hintergrund des ausgeprägten Umweltbewusstseins, lange Zeit nicht gerne gesehen. Das galt speziell für den Einwegbereich. „Dieser Meinung bin ich sehr lange gewesen“, erzählt Graeffly im Gespräch mit der WAZ-Redaktion.

Weniger Lkw-Verkehr

Dass er 2009 doch Nutripack Deutschland gründete, hatte im wesentlichen zwei Gründe: Stelle man die Ökobilanzen von Plastikschalen und Mehrwegsystemen gegeneinander, komme Plastik laut Studien sogar besser weg. Für den Transport und die Reinigung vom Mehrwegsystemen (Porzellan oder Edelstahl) sei mehr Energie nötig als für die Produktion von Plastikschalen. Ein Kunde, der in der Vergangenheit Edelstahlbehälter einsetzte, sei nach dem Wechsel auf kleinere Lkw umgestiegen. „Das heißt weniger Lkw-Verkehr und weniger Benzinverbrauch“, sagt Vertriebsleiter Jochen Bruckhaus. Außerdem gebe es die Möglichkeit, die Schalen zurück zu geben, diese werden dann geschreddert und bekommen ein zweites Leben, zum Beispiel als Blumentopf.

Hygiene hat eine große Bedeutung

Darüber hinaus habe das Thema Hygiene mit Blick auf die sogenannten Krankenhauskeime eine enorm an Bedeutung gewonnen. In dieser Hinsicht könne Plastik mit seiner Versiegelung punkten. An diesem Punkt zahlt sich die Nähe zu Electro Calorique aus.

„Wir sind sehr flexibel und können Kunden maßgeschneiderte Produkte für ihre Anwendungen bieten“, so Graeffly. So seien die Schalen von minus 20 bis 130 Grad einsetzbar, mit den Versiegelungen hielten sich die Lebensmittel bis zu 28 Tage. Darüber hinaus sind sie auch geeignet für die Mikrowelle.

„Wir stecken nach wie vor in den Kinderschuhen“, charakterisiert Graeffly das Unternehmen. Das heißt in Zahlen: Der Umsatz erreichte 2014 rund eine halbe Million Euro. Somit gab es erstmals auch einen Gewinn. Doch die Wachstumskurse ist steil. Der Umsatz stieg nämlich um 51 Prozent, die Kunden kommen inzwischen aus anderen Branchen. So liefert Nutripack an die Gastronomiesparte von Volkswagen Schalen für Currywürste, die wiederum über Edeka an den Endkunden verkauft werden – 12 000 Schalen pro Woche.

Es scheint somit gut möglich, dass die Nische in Zukunft deutlich zu klein wird.

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