Klangkosmos Weltmusik

„Night“ bringt Klänge Nepals in die Johanneskirche in Eickel

In der Konzertreihe „Klangkosmos Weltmusik“ trat die Gruppe „Night“ aus Nepal in der Johanneskirche in Eickel auf.

In der Konzertreihe „Klangkosmos Weltmusik“ trat die Gruppe „Night“ aus Nepal in der Johanneskirche in Eickel auf.

Foto: Klaus Pollkläsener

Herne.   Die Band „Night“ präsentierte in der Reihe Klangkosmos Weltmusik traditionelle Musik aus ihrer Heimat Nepal - mit westlichem Einschlag.

Viele alte Musikkulturen der Welt drohen für immer zu verschwinden. Hier liegt es an den Musikethnologen, diese zu dokumentieren, zu erlernen und weiterzugeben. Der Musiker Jason Kunwar erforscht die Musik seiner Heimat Nepal. Mit seiner Musikgruppe „Night“ gastierte er im Rahmen von Klangkosmos NRW in der Johanneskirche in Eickel. Das Konzert war von unverstärktem Gesang, Lauten oder Geigen, Flöten und Trommeln geprägt.

Auffällig war ein gewisser westlicher Einschlag des Gesangs der Musiker, der trotz ihres forschenden ethnologischen Ansatzes deutlich zu hören war – die jungen Musiker aus Nepal konnten den westlichen Einfluss hörbar nicht abstreifen – ursprünglich hatten sie sich als Heavy Metal Band mit Folklore-Einschlag formiert.

Kostbares östliches Instrumentarium

Sehens- und hörenswert auf diesem – irgendwie traditionell gearteten – Konzert war besonders das kostbare östliche Instrumentarium: Sudhir Acharya spielte zum Gesang mehrere Trommeln, Knie- oder Stehgeigen: etwa Sarangi und Sarinda, zu dessen Spiel in Nepal traditionelle Epen vorgetragen werden, wie zu der Laute Tungna.

„Ramite“ war ein solch epenhaftes Werk aus der Feder des Bandleaders und Autor Jason Kunwar. Zur Musik „erzählten“ die Musiker die Geschichte eines Dorfes, von dem aus junge Männer hinausgeschickt werden, um nach Essen und einer neuen Heimat zu suchen. Ein großes Werk mit rhythmischen Tänzen und spirituellem Gesang.

Wie das Spiel auf einem Grashalm

Ein Highlight war das Spiel auf dem Blatt – viel kunstvoller als hierzulande das Tröten mit dem Grashalm: Shiva Kumar Khatri, der älteste der Musiker, erzeugte mit dem geknickten Paluwa Blatt vor dem Mund ein schneidendes Tröten mit variationsreichen Melodien und konnte damit sogar die jüngeren Musiker zum Grinsen bringen. Neben wunderschönen Tänzen von Shiva Kumar Khatri und der einzigen Frau, Niraj Shakya, klatschten die Zuschauer auch zu einem Trinklied: großer Applaus für diese östlichen Klänge.

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