Zerdepperter Pott

Neven Subotic übernahm Gastrolle im Wanner Mondpalast

Von wegen Mats Hummels: Neven Subotic  (3.v.l.) spielte bei seinem Gastspiel im Mondpalast keinen Geringeren als sich selbst.

Von wegen Mats Hummels: Neven Subotic (3.v.l.) spielte bei seinem Gastspiel im Mondpalast keinen Geringeren als sich selbst.

Foto: Biene Hagel

Herne.   Neven Subotic, Ex-Fußball-Profi des BVB, hat eine Gastrolle im Mondpalast-Stück „Der zerdepperte Pott“ übernommen. Diese Figur spielte er.

In eineinhalb Stunden hebt sich der Vorhang. Dann ist es soweit. Neven Subotic gibt im Wanner Mondpalast sein Debüt als Schauspieler. „Ja. Ich habe Lampenfieber“, sagt er. „Ich habe das noch nie gemacht. Ich bin sehr dankbar.“

Dankbar? Es geht an diesem Freitag nicht darum, sich einen Kindheitstraum zu erfüllen und einmal als Schauspieler auf einer Bühne zu stehen. Neven Subotic engagiert sich neben seinem Beruf als Fußballspieler auch als Wohltäter. In einer eigenen Stiftung unterstützt er Brunnenbauprojekte in Äthiopien. Er macht das seit fast fünf Jahren und wirbt für sein Anliegen, wo immer sich ihm die Gelegenheit bietet.

Besucher aus Dortmund hat vier Szenen

Die hat er an diesem Tag. Regisseur Thomas Rech hat für die Erfolgskomödie „Der zerdepperte Pott“ eine Rolle buchstäblich auf den Leib geschrieben: Der 29-Jährige spielt – sich selbst. Er irrt durch die Umkleidekabinen und Vereinsräume des 1. FC Hinter Marl, der sich gerade mit einer Untersuchung seitens des DFB herumplagen muss. Dazu hat der bräsige Vereinspräsident auch noch den einzigen Pokal, den sich die Gurkentruppe je erkickt hat, vom Sockel gestoßen. Subotić ist auf der Suche nach Veit Rupprecht, einem Brunnenexperten, der ihm helfen könnte.

Subotić hat vier Szenen, geprobt wird nur einmal, eine Stunde lang. Und der Kicker zeigt komödiantisches Talent, sein Timing ist gut, er bringt eigene Ideen ein. Er wird immer besser.

Es ist ein Witz für den guten Zweck, auch immer nah an der Realität. „Keine Sorge, ich bin nackte Männer um mich herum gewöhnt“, sagt er, als er in die Umkleidekabine platzt. Der Präsident, gespielt vom schon bei den Proben überragenden Martin Zaik, brüllt ihn hinaus. Dann der Running Gag. Er wird gefragt: „Weißt du, wer dat war? Dat war Neven Subotic!“ Darauf der Präsident: „Ich erkenn‘ doch Neven Subotic, wenn ich ihn seh‘.“ Der Kicker selbst wendet sich ab und brummelt in sich hinein: „Der ist bestimmt Schalker.“ Ein spontaner Einfall von Rech.

Prinzipal scherzt: „Sie sind engagiert!“

An einer anderen Stelle sagt Subotic, genervt von der Tatsache, dass man ihn partout nicht erkennen will: „Ich bin Mats Hummels.“ Und dann findet er doch noch den Herrn Rupprecht; sie gehen ab, um alles in Ruhe zu besprechen.

Keine Frage, der Mann hat echtes Talent. Wie er spontan das Wesen einer Szene erfasst, wie er fragt, ob es nicht besser wäre, dies oder jenes zu tun. Und – das sieht man – er hat jede Menge Spaß. Als der Prinzipal Christian Stratmann zum Ende der Probe Subotic begrüßt, sagt er: „Sie sind engagiert!“

Autogramme und Selfies

In Dortmund aufgewachsen, ist der ehemalige BVB-Spieler, der jetzt für St. Etienne in Frankreich kickt, ein echtes Ruhrpottkind und passt in dieses Volkstheaterstück. Den Text hat er, der jetzt beim französischen Erstligisten AS St. Étienne spielt, erst seit drei Wochen. Und nachdem er vor der Aufführung dem Publikum im ausverkauften Mondpalast von seinen Brunnenbauprojekten erzählt hat, geht das Stück auch gut über die Bühne. Obwohl aufgeregt, meistert er seine Rolle – quasi volley.

„Kultur ist ein super Medium, um Leute für solche Projekte zu sensibilisieren“, sagt er nach der Probe zur WAZ. „Und hier auf der Bühne zu stehen, macht mir unheimlich Spaß.“ Rech fügt hinzu: „Diese Brunnenbauprojekte sind ein schöner Anlass.“

Rund 25 Fans von Subotics ehemaligen Club Borussia Dortmund sind an diesem Abend auch gekommen – in schwarz-gelber Vereinskluft. Nach der Vorstellung gibt der 29-Jährige noch rund 25 Minuten lang Autogramme und steht für Selfies zur Verfügung. Gegen Mitternacht fährt der Fußballstar dann wieder nach Hause. „Ich arbeite in St. Étienne, aber ich wohne in Dortmund“, sagt er. Sein Französisch ist übrigens ganz gut.

>> WEITERE INFORMATIONEN: Das Brunnenprojekt

Wassermangel gilt als eins der Hauptprobleme in Äthiopien. So besuchen wegen der schlechten hygienischen Bedingungen viele Kinder nicht die Schulen; vor allem Mädchen sind betroffen.

Die Neven Subotic-Stiftung setzt zielgenau an diesem Punkt an und fördert Brunnenbauprojekte in der Nähe von Schulen. Nähere Infos gibt es im Internet.

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