Zukunftsplanung

Neue Veranstaltungsformen: Herner SPD kommt unter die Haube

SPD-Vize Michelle Müntefering (re.) war im Bundestagswahlkampf 2013 zu Gast bei Friseurmeisterin Bärbel Steinbach (2.v.r.) in Horsthausen.Nun zieht es die Partei erneut in einen Friseursalon. Foto:SPD, Archiv

SPD-Vize Michelle Müntefering (re.) war im Bundestagswahlkampf 2013 zu Gast bei Friseurmeisterin Bärbel Steinbach (2.v.r.) in Horsthausen.Nun zieht es die Partei erneut in einen Friseursalon. Foto:SPD, Archiv

herne.   Beim Friseur, unter Flutlicht und im Kleingarten wird die SPD künftig präsent sein. Es gibt aber noch mehr Pläne zur Erneuerung der Partei.

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Die SPD ringt zurzeit im Bund um ihre Zukunft. Jenseits der „großen“ Politik wollen die Herner Genossen ihren Kurs der Erneuerung fortsetzen und dabei auch vor Friseursalons, Kleingärten, Fußballplätzen und AfD-Hochburgen nicht Halt machen.

„Wir haben in den vergangenen zwei Jahren einiges angepackt“, sagt SPD-Chef Alexander Vogt am Donnerstag im Parteibüro an der Bochumer Straße. Der 39-Jährige verweist unter anderem auf die eingeführten „Thekengespräche“, auf offene Parteitage mit Einbindung von Experten wie Schulleiter oder Ärzte oder auch ein Mitgliederforum zur Mobilisierung der Basis.

„Der Prozess ist bei Weitem noch nicht beendet“, sagt Vogt stellvertretend für den geschäftsführenden Parteivorstand, der sich im April erneut zur Wahl stellen wird. Schlagwörter wie Transparenz und vor allem Beteiligung würden auch künftig eine große Rolle spielen.

In Anknüpfung an die bisherigen 14 Thekengespräche wolle die Herner SPD in „offenen Bürgerformaten“ mit den Menschen ins Gespräch kommen. Unter dem Motto „Politik unter der Haube, am Gartenzaun und unter Flutlicht“ sind drei Termine an (für Parteien) eher ungewöhnlichen Orten fix: im Friseursalon, in der Kleingartenanlage und auf dem Fußballplatz.

Ein Ziel: Bürger fit für Politik machen

Ein weiteres neues Element für 2018: die Stadtteilwerkstatt. „Wir wollen in jedem Bezirk - auch schon mit Blick auf die Kommunalwahl 2020 - Ideen sammeln“, sagt SPD-Vize Hendrik Bollmann. Dabei stehe der offene Dialog im Mittelpunkt. Röhlinghausen, Holsterhausen, Bickern und Horsthausen sind für dieses Format ins Auge gefasst worden. „Alles Stadtteile, in denen die AfD gut abgeschnitten hat“, sagt Ratsherr Bollmann. Es gehe bei den Veranstaltungen weniger um eine Aufnahme von Beschwerden („das können andere besser“) als vielmehr darum, dass Bürger ihren Stadtteil mitgestalten sollen.

Über den Tellerrand bzw. über den Parteirand hinaus schauen will die Herner SPD künftig auch bei ihrer „Kommunalakademie“. Wurden bisher „nur“ Parteimitglieder über dieses politische Weiterbildungsangebot geschult, so wollen die Sozialdemokraten unter Federführung von Bollmann und Jan Boneberger künftig auch Nichtmitglieder über Seminare fit machen für eine Beteiligung an der Kommunalpolitik.

Ebenfalls geplant ist eine interne „Zukunftswerkstatt“ im Februar, in der es vor allem um die künftige Entwicklung des Unterbezirks gehen soll. Ein wesentliches Ziel steht allerdings schon jetzt: „Wir wollen mehr junge Menschen und insbesondere mehr jungen Frauen als bisher ansprechen und beteiligen“, so Vogt.

16 Eintritte nach Bonner Sondierungsparteitag

Wenn es in der SPD zu einem bundesweiten Mitgliederentscheid über eine erneute Große Koalition mit der CDU/CSU kommen sollte, will der Herner Unterbezirk vor der Abstimmung mit seinen Mitgliedern in zwei zentralen Veranstaltungen in Herne und in Wanne über die Situation diskutieren. Ob öffentlich oder - wie vor dem Sondierungsparteitag geschehen nicht öffentlich - steht noch nicht fest. Weitere Gelegenheiten zur Diskussion würden sich in Ortsvereinen und Arbeitsgemeinschaften ergeben, so SPD-Vorsitzender Alexander Vogt.

Auch in Herne hat es nach dem Sondierungsparteitag einen Mitgliederschub gegeben. Bis Mittwochmittag seien 16 Herner in die SPD eingetreten. „Eine beachtliche Zahl“, so Vogt. Er gehe davon aus, dass es die meisten Neumitgliedern „ernst“ meinen und sie nicht nur wegen der GroKo-Abstimmung eingetreten sind. Sie hätten beim Bonner Parteitag erkannt: „Das ist eine Partei, die diskutiert und lebendig ist.“

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