Elektromobilität

Neue Kehrmaschine von Entsorgung Herne fährt elektrisch

Fahrer Andrew Piontek kehrt den Müll nun „unter Strom“.

Foto: Ralph Bodemer

Fahrer Andrew Piontek kehrt den Müll nun „unter Strom“. Foto: Ralph Bodemer

Entsorgung Herne hat als eine von drei deutschen Städten eine Kehrmaschine in Betrieb genommen, die elektrisch angetrieben ist. Das passt in die Innovationsstrategie der Stadt.

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In Sachen Elektro-Mobilität in der Innenstadt nimmt die Stadt Herne immer mehr Fahrt auf. UPS und DHL stellen inzwischen Päckchen mit strombetriebenen Fahrzeugen zu, am Dienstag präsentierte Entsorgung Herne die Kehrmaschine CityCat 2020ev.

Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich das weltweit erste elek­trisch betriebene Fahrzeug dieser Art. Neben Herne ist das Modell des Unternehmens Bucher Municipal aus der Schweiz deutschlandweit lediglich in Münster und Freiburg im Einsatz, im globalen Maßstab sei Herne unter den Top Ten, sagte Oberbürgermeister Frank Dudda bei der Vorstellung. Das Fahrzeug passe bestens in die Innovations-Strategie der Stadt, darüber hinaus biete es Vorteile für die Bevölkerung, da mit dem „flotten Feger“ die Reinigungsfrequenz in der Wanner und Herner Innenstadt erhöht werden könne.

Entsorgung schafft zwei neue Planstellen

Bisher sei Entsorgung Herne lediglich von 7 bis 10 Uhr in den Fußgängerzonen im Einsatz, so Vorstand Horst Tschöke, in Zukunft gebe es einen zweiten Reinigungszyklus. Die Kehrmaschine werde die Innenstadtbereiche nach der Mittagszeit erneut anfahren – damit passt das Fahrzeug auch in das Bündnis für Sauberkeit der Stadt.

Eine Intensität wie in Istanbul könne allerdings nicht erreicht werden, so der OB. Dort seien an einem Tag 521 Reinigungskräfte im Einsatz, berichtete er vom Besuch in der Partnerstadt Besiktas in der vergangenen Woche (die WAZ berichtete).

Zusätzlicher Reinigungszyklus in den Innenstädten

Im Zuge des Kaufs der Kehrmaschine schafft Entsorgung Herne zwei Planstellen, die sich auf vier Teilzeitkräfte verteilen sollen.

Andreas Spiegelhauer, Gebietsverkaufsleiter bei Bucher, erläuterte, dass der Anspruch bei der Entwicklung sehr hoch gewesen sei. Als „Stromer“ sollte der „CityCat“ mindestens so leistungsstark sein wie mit Dieselmotor. Das Ergebnis: Das Fahrzeug verfügt mit seiner Lithium-Ionen-Batterie über Strom für acht Stunden Normalbetrieb, geladen wird es in zwei bis drei Stunden auf dem Betriebshof von Entsorgung Herne. An der Südstraße betreibt das Unternehmen eine Photovoltaikanlage und bezieht zusätzlich Ökostrom von den Stadtwerken. Ausgelegt ist die Maschine auf 3000 Ladezyklen und mindestens 10 000 Betriebsstunden.

26 Tonnen Kohlendioxid werden eingespart

Gegenüber einer herkömmlichen Dieselmaschine spare das abgasfreie Gefährt rund 26 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr ein. Laut Entsorgung verursacht ein durchschnittlicher Pkw diese CO2-Menge auf einer Strecke von 127 400 Kilometern.

Die Investition in Innovation hat ihren Preis: Die neue Kehrmaschine kostet rund 350 000 Euro. Doch Tschöke gibt zu bedenken, dass Entsorgung Herne rund 11 000 Euro Betriebskosten im Vergleich zu einer herkömmlichen Maschine einspare und der „CityCat“ über sein gesamtes Produktleben kostengünstiger sei.

>> MEHR E-MOBILITÄT IM FUHRPARK

Im Fuhrpark von Entsorgung Herne hält die Elektromobilität nach und nach Einzug: Außer CityCat 2020ev gibt es einen E-Smart, einen E-Gabelstapler (der im Recyclinghof und im Betriebshof eingesetzt wird), ein Lastentransportrad mit elektrischer Antriebsunterstützung und zwei Pedelecs. Laut Entsorgung Herne wird zurzeit auch ein elektrisches Kehrichtsammelfahrzeug getestet.

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