Kita

Neue Herner Awo-Kita setzt auf ein tierisches Konzept

Ambitioniert, aber nicht abgehoben sind die ersten Pläne für eine Kita an der Castroper Straße 238. Die Einrichtung soll auf dem Areal der ehemaligen Gärtnerei Schüth (hinten) gebaut werden. Auch das (nicht denkmalgeschützte) Wohnhaus soll abgerissen werden.

Ambitioniert, aber nicht abgehoben sind die ersten Pläne für eine Kita an der Castroper Straße 238. Die Einrichtung soll auf dem Areal der ehemaligen Gärtnerei Schüth (hinten) gebaut werden. Auch das (nicht denkmalgeschützte) Wohnhaus soll abgerissen werden.

Foto: Lars-Oliver Christoph

Herne.  Die Awo hat Pläne für eine neue Kita in Börnig mit einem besonderen Konzept präsentiert. Damit ist ein anderer, umstrittener Standort vom Tisch.

Die Arbeiterwohlfahrt will an der Castroper Straße 238 in Börnig eine sechsgruppige Kindertagesstätte bauen. Am Mittwochabend stellte der Wohlfahrtsverband erste Pläne für die Einrichtung in der Bezirksvertretung Sodingen vor. Ein Bau der Kita auf der Fläche des Else-Drenseck-Seniorenzentrums der Awo Am Katzenbuckel ist damit endgültig vom Tisch.

Auf dem Grundstück der ehemaligen Gärtnerei Schüth - vis à vis der Realschule Sodingen - soll die Einrichtung entstehen. Ein tiergestütztes und naturnahes pädagogisches Konzept sei für den neuen Standort geplant, berichtete Awo-Mitarbeiterin Christina Hagemeister. Heißt: Zur Kita sollen ein Pony, ein Hund, Hühner und Bienen gehören. Außerdem wünschten sie sich eine Kooperation mit dem benachbarten Hof Große-Lahr.

Mehr als 100 Kinder in sechs Gruppen

Als „puren Luxus“ bezeichnete Hagemeister den neuen Standort im Vergleich zur ursprünglich ins Auge gefassten Fläche Am Katzenbuckel. Die Awo könne nun sechs statt nur vier Gruppen einrichten und ein- statt zweigeschossig bauen. Insgesamt sollen mehr als 100 Kinder in der Einrichtung betreut werden.

Auf ein Datum für den Baubeginn wollte sich Stadtplanungs-Chef Achim Wixforth auf Nachfrage nicht festlegen. Er signalisierte aber, dass wohl auf ein zeitaufwändiges Bebauungsplanverfahren verzichtet werden könne. Am 30. September werden die Pläne im (nicht öffentlich tagenden) Gestaltungsbeirat präsentiert.

Seitenhieb der Awo auf die Awo

Aus der Bezirksvertretung gab es von allen Parteien großes Lob für das Vorhaben. „Die Anwohner Am Katzenbuckel werden sich freuen“, sagte der parteilose Bezirksverordnete Malte Lütjens, der selbst Anwohner und Mitgründer einer Bürgerinitiative gegen die alten Kita-Pläne ist.

Er habe den Unmut der Anwohner nachvollziehen können, sagte Ernst Steinbach, scheidender Geschäftsführer des Kita-Trägers Awo Ruhr-Mitte. Auch er hätte sich eine bessere Kommunikation gewünscht, so sein Seitenhieb auf den Awo-Bezirk Westliches Westfalen, der für das in die Jahre gekommene und vor dem Abriss stehende Seniorenheim Am Katzenbuckel verantwortlich ist.

Wie es dort nun weitergeht, ist offen. Steinbach berichtete, dass das Land plane, die Zahl der Plätze in neuen Seniorenheimen nicht mehr auf 80 zu deckeln. Es sei aber davon auszugehen, dass die Bettenzahl des Börniger Seniorenzentrums von derzeit 200 nachhaltig reduziert werde. Hintergrund: Die neue Obergrenze soll nach Reformplänen des Landes bei 120 Plätzen liegen.

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