Gründerin

Naturheilpraktikerin will das Beste aus zwei Welten vereinen

Die Biologin und Heilpraktikerin Ursula Bien hat Anfang des Jahres ihre eigene Naturheilpraxis eröffnet.

Die Biologin und Heilpraktikerin Ursula Bien hat Anfang des Jahres ihre eigene Naturheilpraxis eröffnet.

Foto: Rainer Raffalski / FUNKE Foto Services

Herne.  Für viele gibt es entweder Schulmedizin oder Naturheilkunde. Die Herner Naturheilpraktikerin Ursula Bien will beide Welten verbinden.

Das Beste aus zwei Welten kombinieren – dieses Ziel hat sich Ursula Bien gesetzt. Für viele gibt es entweder Schulmedizin oder Naturheilkunde. Dass sich beides hervorragend ergänzen kann, will Ursula Bien in ihrer zu Jahresbeginn in Holsterhausen eröffneten Naturheilpraxis „UBi“ beweisen.

Ursula Bien ist Diplom-Biologin, hat nach dem Studium am Institut für Biotechnologie am Forschungszentrum Jülich gearbeitet und wechselte dann in die Pharmaindustrie. 15 Jahre lang war sie Geschäftsführerin eines kleinen forschenden Pharmaunternehmens und führte dort ein Medikament zur Marktreife, das in der Bekämpfung der seltenen Haarzellen-Leukämie zum Einsatz kommt. „Ich habe mich schon immer mit dem Thema Krebs und seltenen Krankheiten beschäftigt“, erklärt die gebürtige Wattenscheiderin, die mit ihrem Mann in Holsterhausen lebt.

„Wer akute Krankheiten hat, ist bei mir falsch“

„Viele Krebspatienten fragten, ob man zusätzlich zur Schulmedizin etwas für die Genesung tun könnte“, erinnert sich Ursula Bien. „Deshalb befasste ich mich mit alternativen und komplementären Therapieverfahren.“ Auch aus Fürsorge für ihre Eltern. „Ich wollte wissen, wie ich meinen Eltern im Alter helfen kann, gesund zu bleiben.“ 2010 schloss die heute 56-Jährige ihre nebenberufliche Ausbildung zur Heilpraktikerin an der Walter-Knäpper-Schule in Bochum ab, bildete sich an der Akademie für Mikronährstoffmedizin in Essen im Bereich orthomolekularer Medizin weiter und setzte noch eine Ausbildung als „low carb“-Ernährungsberaterin drauf.

„Von diesem Blick über den Tellerrand habe ich enorm profitiert“, betont Ursula Bien. Als das Pharmaunternehmen den Besitzer wechselte, entschied sie sich, eine Vollerwerbspraxis zu eröffnen. „Dies war schon immer ein Wunsch von mir.“ Menschen, die chronisch krank sind, ihr Leben ändern möchten oder Fragen zu den Wechseljahren oder Kinderwunsch haben, sind bei Ursula Bien gut aufgehoben. „Wer akute Krankheiten hat, ist bei mir falsch“, stellt sie klar. Wer aber herausfinden möchte, wie er seinem Körper auf die Sprünge helfen kann, sei genau richtig.

Viele Gespräche zielen auf eine „Lebensstil-Medizin“ ab

Patienten erhalten zunächst einen ausführlichen Anamnesebogen. „Das hilft mir, die Situation einzuschätzen.“ Idealerweise sollten Befunde und Laborwerte mit zum Gespräch gebracht werden. „Ich nehme auch selber Blut ab. Aber nicht alle Kassen zahlen die Arbeit eines Heilpraktikers. Wer aktuelle Befunde hat, erleichtert somit den Ablauf und kann Geld sparen.“ Bien arbeitet mit dem renommierten Labor „GanzImmun“ in Mainz zusammen.

Wichtig ist Ursula Bien, dass ihre Arbeit wissenschaftlich abläuft und nichts mit Esoterik zu tun hat: „Wir messen die Werte, schauen, was dem Körper fehlt und füllen entsprechend auf“, erläutert sie. Sie hält sich stets auf dem neuesten Stand und kennt aktuelle Studien. So weiß sie beispielsweise, dass viele Menschen mit Vitamin D unterversorgt sind. „Es gibt Hinweise darauf, dass Vitamin D-Mangel Brust- und Darmkrebs begünstigt.“ Je nach Befund kommen die unterschiedlichsten Methoden zum Einsatz.

Viele Gespräche zielen auf eine Lebensstilmedizin ab. „Übergewicht beispielsweise verursacht viele Beschwerden.“ Wichtig sei aber in allen Bereichen, dass Patienten eine gewisse Geduld mitbringen. „Vieles, das schon länger im Argen liegt, lässt sich nicht von heute auf morgen beheben.“ Alles, was sie vermittele, lebe sie auch vor. Jeden Morgen geht sie beispielsweise mit ihrem Mann joggen. „Für mich ist es das schönste, wenn die Leute mitmachen und Erfolge erzielen.“

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