Zeltwoche

Nachwuchs-Artisten des Circus Schnick-Schnack begeistern

Neun Monate lang trainierten etwa hundert Kinder und Jugendliche, bis sie auf die große Bühne des Circus Schnick-Schnack durften.

Neun Monate lang trainierten etwa hundert Kinder und Jugendliche, bis sie auf die große Bühne des Circus Schnick-Schnack durften.

Foto: Rainer Raffalski / Funke Foto Services GmbH

Herne.  Beim Circus Schnick-Schnack dürfen Kinder und Jugendliche zeigen, dass sie Akrobaten sind. Das gelang ihnen mit der Vorstellung „Kuriosum“.

Voll ist es am Samstagabend in der Zeltstadt des Circus Schnick-Schnack, und es riecht nach süßem Popcorn. Neun Monate lang haben etwa hundert Kinder und Jugendliche für die „Kuriosum“-Vorstellung geprobt – nun findet die Galavorstellung für etwa 250 Freunde und Unterstützer des Projekts statt. Bereits bei der zweiten-, von insgesamt siebzehn Nummern geht zum ersten Mal an diesem Abend ein Raunen durch das Publikum: Vier Mädchen zeigen auf einem Tisch eine etwa drei Meter hohe menschliche Pyramide, die Gäste klatschen lange Beifall.

Als danach vier Artistinnen in Pailletten-Kostümen am Trapez durch die Luft fliegen und dabei akrobatische Figuren vollführen, klatscht das Publikum sogar fast die gesamte Nummer über durch.

Akrobatik in der Luft

Und es wird noch nervenaufreibender: Bei der Vertikaltuch-Nummer klettern acht Kinder an blauen Tüchern zur Zeltdecke hoch, um sich dort ein kleines Stück in das Tuch einzuwickeln und beispielsweise einen Spagat zu machen. Dabei strecken sie beide Arme von sich – alles komplett ungesichert. Man spürt förmlich, wie das Publikum den Atem anhält und erleichtert auspustet, als alles gut geht. Auch bei den anderen Nummern gibt es viel Applaus, beispielsweise bei der verträumten Tanz-Nummer mit dem Hula-Hoop-Reifen oder dem aufregenden Feuertanz, bei dem es im Zelt nach Petroleum riecht.

Erstmals auch Sechsjährige bei Circus Schnick-Schnack in der Manege

„In diesem Jahr sind erstmals Sechsjährige in der Manege“, berichtet Circus-Gründer Rainer Deutsch. Sonst starten die Kinder mit sieben oder acht Jahren. Jedes Kind werde individuell seiner Begabung entsprechend gefördert – „alle finden ihren Platz in der Manege.“ Viele Akrobaten blieben über Jahre dabei und trainierten später die Jüngeren, erzählt der 59-Jährige weiter. So wie Sophie Liebermann, die 1999 als Luft-und Bodenakrobatin startete und mittlerweile Kinder für die Manege trainiert.

Die Kinder entscheiden

Das Tolle an der Zeltwoche? „Weil man sich bei den Nummern gegenseitig vertrauen muss, wächst man zusammen, wie eine Familie – das Erlebnis schweißt zusammen“, erklärt die 27-Jährige. Dabei arbeite man sehr kreativ: „Die Kinder entscheiden, bei welcher Nummer sie mitmachen möchten, wir erarbeiten mit ihnen, wie die dann genau aussieht.“ Das Publikum gibt den Artisten nach der zweistündigen Show fast zehn Minuten Standing Ovations. „Ein echt schöner Abend und eine beeindruckende Vorstellung“, findet auch Gast Rolf Buchwald. Der Erfolg gibt den Machern Recht: „Wir waren auch 2019 bei allen Vorstellungen entweder ausverkauft oder fast ausverkauft“, verrät Deutsch.

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