Umwelt

Nach nächtlichem Deponiebrand: Linke kritisiert Betreiber

Sonntag kurz nach 4 Uhr meldete ein Herner Bürger den Brand auf der Zentraldeponie Emscherbruch bei der Feuerwehr.

Sonntag kurz nach 4 Uhr meldete ein Herner Bürger den Brand auf der Zentraldeponie Emscherbruch bei der Feuerwehr.

Foto: Feuerwehr

herne.   Die Linkspartei stelllt nach dem Brand auf der Deponie Emscherbruch Brand- und Sicherheitskonzept in Frage. Der Betreiber weist dies zurück.

Ein Herner Bürger hatte Sonntag kurz nach 4 Uhr Alarm geschlagen: „Feuerschein und Rauchentwicklung auf der Zentraldeponie Emscherbruch in Gelsenkirchen“, so die Meldung an die Feuerwehr. Der Brand wurde umgehend gelöscht, doch vom Tisch ist der Vorfall damit nicht. Die Herner Linke-Umweltpolitikerin Klaudia Scholz kritisiert, dass ein Bürger und nicht der Deponiebetreiber AGR das Feuer entdeckt und gemeldet habe. Die AGR will das nicht stehen lassen.

Es gebe für solche Fälle ein Brandschutzkonzept, eine Rufbereitschaft und einen Alarmplan, erklärt AGR-Sprecher Jürgen Fröhlich auf Anfrage der WAZ. Kurz nach der Alarmierung durch den Bürger sei der offenbar durch Selbstentzündung des Materials Brand vom Wachpersonal gleichzeitig mit Eintreffen der Feuerwehr um 4.19 Uhr erkannt worden. „Der Wachdienst fährt ständige Runden über den gesamten Standort.“ Aufgrund der Ausdehnung - die Fahrstrecke jeder Runde betrage circa 7,5 Kilometer - könne er nicht zu jeder Zeit jeden Bereich im Blick haben. Im Einzelfall könne es deshalb zu Verzögerungen kommen.

2017 gab es zwei weitere Brände

Die AGR betont zudem, dass es sich nicht um einen Brand auf der Deponie gehandelt habe. Vielmehr sei das Feuer im „genehmigten und branchenüblichen Revisionszwischenlager“ ausgebrochen, das nichts mit der Deponie zu tun habe. Das Lager diene dazu, Siedlungsabfälle bestehend aus unter anderem Papier, Kunststoff und Holz „kurzfristig zwischenzulagern“. Dies sei notwendig für den reibungslosen Ablauf im RZR-Abfallkraftwerk Herten.

Der 4.11 Uhr gemeldete und sich auf rund 200 Quadratmetern ausdehnende Brand sei um etwa 6.40 Uhr eingedämmt gewesen, so Fröhlich. Gegen 9.30 Uhr habe die Feuerwehr das Areal verlassen. Gefahren für die Bevölkerung hätten „zu keiner Zeit bestanden“. Es sei nicht der erste Vorfall dieser Art gewesen, sagt Fröhlich auf Nachfrage. Im vergangenen Jahr habe es im Revisionslager bereits am 25. Mai und am 9. Dezember Brände gegeben.

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