„Dicke Luft“

Nach Feuer: Herner Bürgerinitiative fordert Aus von Suez

Nach einem Brand in der thermischen Abfallbehandlungsanlage Suez in Herne zweifelt die Bürgerinitiative „Dicke Luft“ an den Aussagen der Behörden.

Nach einem Brand in der thermischen Abfallbehandlungsanlage Suez in Herne zweifelt die Bürgerinitiative „Dicke Luft“ an den Aussagen der Behörden.

Foto: Michael Muscheid

Herne.  Die Bürgerinitiative „Dicke Luft“ in Herne bezweifelt, dass der Brand in der Suez-Anlage harmlos gewesen ist. Sie spricht von einem Störfall.

Die Bürgerinitiative „Dicke Luft“ in Herne bezweifelt, dass der Brand in der Abfallbehandlungsanlage Suez am Mittwoch glimpflich verlaufen ist. Sie spricht von einem „Störfall“. Stadt und Unternehmen hatten gegenüber der WAZ gesagt, dass das Feuer klein gewesen und schnell gelöscht worden sei. Giftige Dämpfe aus der thermischen Behandlung seien nicht ausgetreten.

Die Schilderungen von Betreiber und Behörden klängen „mehr als unglaubwürdig“, so Gerhard Kalus, Sprecher der Bürgerinitiative „Dicke Luft“. Zudem gebe es Fakten, die mit einem kleinen harmlosen Brandgeschehen an der Südstraße nicht in Einklang zu bringen seien. So seien in regelmäßigen Abständen sehr laute Pfeifgeräusche zu hören gewesen, die auf einen massiven Druckablass schließen ließen. Nicht zuletzt seien die Einsatzkräfte über viele Stunden, mit vielen Menschen und mit Spezialausrüstungen vor Ort gewesen. „Das alles für einen kleinen, schnell gelöschten Brand?“, fragt Kalus.

Bürgerinitiative verlangt Einsicht in die Messprotokolle

Die BI, kündigt der Sprecher an, werde bei der Bezirksregierung nachhaken: „Wir werden Einsicht in die Messprotokolle verlangen, um uns Klarheit über ausgestoßene Schadstoffe zu verschaffen.“ Das Landesumweltamt (Lanuv) erklärte auf Anfrage der WAZ, diverse Messungen durchgeführt und Proben genommen zu haben. Im Labor würden diese nun ausgewertet - nur zur Sicherheit, so einen Sprecherin. Das Lanuv teile die Einschätzung von Feuerwehr und Stadt, dass von dem Brand keine Gefahren ausgegangen seien.

Zurück zur BI: Sicherheitsbedenken, die sie geäußert hätten, seien von Suez und der Bezirksregierung stets vom Tisch gewischt worden, so Kalus. Das Feuer aber habe gezeigt, „wie hochgefährlich dieser Betrieb ist mitten in unserem Stadtgebiet“. Einmal mehr fordert Kalus, „diese Anlage unverzüglich komplett zu schließen“. Zum Jahresende, so die Ankündigung des Unternehmens im Juli, will Suez die thermische Bodenaufbereitung einstellen.

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