Soziales

Nach einem Jahr: ZWAR-Netzwerk in Herne ein voller Erfolg

Vor einem Jahr wurde das ZWAR-Netzwerk Herne Eickel/Röhlinghausen gegründet. Jetzt fand die Einjahresfeier statt.

Vor einem Jahr wurde das ZWAR-Netzwerk Herne Eickel/Röhlinghausen gegründet. Jetzt fand die Einjahresfeier statt.

Foto: Edeltraut Krause

Herne.   Zwischen Arbeit und Ruhestand: Ein Jahr nach der Gründung ziehen die Initiatoren eine positive Bilanz. Es gibt Kritik an der Landesregierung.

„Ein Volltreffer“, sagt Gerhard Ludwig, „ein ganz, ganz großer Erfolg“, bilanziert Sabine Bonk. Ein Jahr nach der Gründung des Netzwerkes „Zwischen Arbeit und Ruhestand“ (ZWAR) in Röhlinghausen und Eickel sind die lokalen Initiatoren voll des Lobes. Gleichzeitig ärgern sich die Quartiersmanager darüber, dass die Landesregierung die Fördermittel für weitere Initiativen dieser Art auslaufen lassen will.

Über 70 Bürger aus Herne und Wanne-Eickel machen in zwölf Gruppen mit. Sie treffen sich nicht nur, weil sie gemeinsame Interessen haben, sondern, um sich darüber hinaus untereinander Hilfe zu leisten. Menschen, die den beruflichen Ruhestand vor Augen haben, erhielten über das Dortmunder ZWAR-Büro den Anstoß, sich in einem sozialen Umfeld selbst organisieren zu können. 1979 gegründet, schob das ZWAR-Netzwerk Gruppengründungen in rund 70 Kommunen in NRW an. „In diesen Gruppen bleiben die Menschen geistig fit und körperlich aktiv. Es ist sinnvoll, das zu fördern“, erklärte die Mitorganisatorin einer Demonstration gegen die Streichung der Landesmittel für ZWAR, Adelheid Buck, gegenüber der Rheinischen Post am vergangenen Mittwoch.

Über 70 Bürger machen mit

„In Herne tragen sich die Gruppen zwar selber, trotzdem ist es aber wichtig, dass die ZWAR-Zentralstelle in Dortmund bestehen bleibt und weitere Initiativen in anderen Städten fördert“, kritisiert Gerhard Ludwig den Vorstoß von Arbeits-, Gesundheits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU).

Über 170 Interessierte hatten sich vor einem Jahr bei der ZWAR-Gründungversammlung in der Hans-Tilkowski-Schule getroffen, dass gut 70 Bürger am Ball geblieben sind, bewertet Sabine Bonk als ein gutes Ergebnis. Weitere Bürger seien eingeladen mitzumachen. Dabei gebe es keine Altersgrenzen. Derzeit machen Menschen zwischen 55 und 75 Jahren mit. Sie treffen sich in zwölf Gruppen, gehen zusammen wandern und radfahren oder kochen gemeinsam, spielen Doppelkopf oder Skat, treffen sich zu Gesprächen über Sozialpolitik oder Gott und die Welt.

Menschen mit gleichen Interessen getroffen

Manche Gruppen kommen alle zwei Wochen, andere monatlich oder nach Bedarf zusammen. Die sogenannte „Basisgruppe“ trifft sich jeden zweiten Mittwoch um 18.30 Uhr im DRK-Altenhilfezentrum an der Bergmannstraße 20. „Besonders wichtig ist, dass sich das Ganze nicht nur oberflächlich abspielt, sondern dass sich intensive menschliche Kontakte entwickelt haben, Gleichgesinnte helfen sich gegenseitig“, erläutert Ludwig. Das sieht auch Reinhard Schöngarth so. Der 69-Jährige ist zusammen mit Edeltraud Krause für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Weil er mit seiner Frau nach Röhlinghausen gezogen war, suchte er hier neuen Anschluss und macht jetzt in einer Gesellschaftspiele- und Fahrradgruppe mit: „Wir haben nicht nur Menschen mit gleichen Interessen getroffen, sondern neue Freunde kennengelernt. Insgesamt hat sich viel mehr ergeben, als meine Frau und ich vor einem Jahr erwartet haben“, freut sich der frühere selbstständige Kaufmann.

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