WAZ öffnet Pforten

Museumsrundgang führt vom Keller bis zur Chefterrasse

Greta Civis (links) mit den Lesern der WAZ im Depot.

Greta Civis (links) mit den Lesern der WAZ im Depot.

Foto: Sabrina Didschuneit

Herne.   Die Volontärin des LWL-Museums für Archäologie Greta Civis führte die WAZ-Leser in die Räume jenseits der Ausstellungshallen.

Im April hat Greta Civis als wissenschaftliche Volontärin im Herner Museum für Archäologie angefangen. Wie gut sie das Haus schon kennengelernt hat in den ersten Monaten, zeigt sich beim Rundgang mit den WAZ-Lesern. Ihnen öffnet die promovierte Archäologin buchstäblich alle „Pforten“. Dabei geht es 90 Minuten treppab und treppauf, vom Technik-Keller bis in die Chefetage.

In den Werkstätten arbeiten vier Personen

In der Sonderausstellung „Irrtümer und Fälschungen“ startet die Tour. Keiner der 17 WAZ-Leserinnen und Leser hat sie bisher gesehen. Dafür ist auch heute keine Zeit. Nur einmal hineinschnuppern - schließlich will Greta Civis so viel Lust auf das Museum machen, „dass Sie noch mal selbst wiederkommen“. „Die durchsichtigen Kabinen sind die Irrtümer“, erklärt sie kurz, „die goldenen die Fälschungen“. Sie nennt das Einhorn und die Tiara als spektakuläre Exponate, und schon geht es weiter, Richtung Werkstätten, wo es „nach Arbeit riecht und klingt“.

Zwei Tischler, ein Modellbauer und ein Hausmeister arbeiten hier, erfahren die Besucher. „Denen ist es zu verdanken, dass wir so schöne Ausstellungen haben“, lobt die Volontärin ihre gerade nicht sichtbaren Kollegen - vier von 25 Mitarbeitern des Museums, in dem als Externe noch Sicherheitskräfte, Putzkräfte und Freiberufler beschäftigt sind.

Die nächste Station ist das Depot, „unser Allerheiligstes“, wie Greta Civis den Raum mit den deckenhohen Regalen nennt. „Wenn so etwas wie die Tiara abgeholt wird, wird das hier gelagert, erklärt sie und zeigt auf den Tresor. „Oft muss ein Restaurator kommen zum Ein- und Auspacken.“ Wie kostbar Exponate sind, darf sie nicht sagen. „Fünf- bis sechsstellige Summen“, bleibt sie vage.

Replik eines Großsteines kommt zurück

„Ausstellungsvorbereitung“ steht auf dem Schild vor dem nächsten Raum, in dem ein riesiger Stein ins Auge fällt. Eine Replik, klärt Greta Civis auf. Das Stück war verliehen und wird jetzt wieder in eine Installation des Großsteingrabes Warburg eingefügt.

„Wollen Sie sich mal orientieren?“, fragt sie, zurück in einem der schmucklosen Gänge, die Gruppe und verteilt Pläne. Keiner weiß so recht, wo man ist, da geht das Rollo hoch und gibt den Blick frei auf die Rampe zur Museumsstraße.

Relikte aus Sonderausstellungen

Im „Lieblingsraum“ der Volontärin lagert ein Sammelsurium aus den Sonderausstellungen, wie etwa ein Fahrrad aus der Vietnam-Schau. „Was passiert damit?“, will jemand wissen. „Wir sammeln das für den Weihnachtsbasar“, sagt Civis. Was keiner will, wird weggeworfen. Durch das Forscherlabor führt sie kurz in die Dauerausstellung, bevor es mit dem Fahrstuhl in die Katakomben geht: Heizung, Lüftung und Elektrizität haben ihr ihren Platz.

Von ganz unten fährt der Fahrstuhl jetzt nach ganz oben, in die Verwaltungsetage. Von der Bibliothek ins Gestaltungsatelier und von da aus ins Büro der Wissenschaftler, die die nächste Sonderausstellung zur Pest planen. Schnell noch auf die Terrasse des Museumsleiters, die einen weiten Blick über Herne erlaubt. Wer mag, darf noch in die Ausstellung. Aber erst mal gibt es Mineralwasser.

>>> IM BLICKPUNKT: DIE SONDERAUSSTELLUNG

Die aktuelle Sonderausstellung „Irrtümer und Fälschungen der Archäologie“ endet am 9. September (di, mi, fr 9-17 Uhr, do 9-19 Uhr, sa/so 11-18 Uhr)

Den nächsten Vortrag dazu hält am Donnerstag, 16. August, 19 Uhr Prof. em. Dr. Theo Kölzer über „Urkundenfälschungen im Mittelalter“.

Die nächste Sonderausstellung „Pest!“ wird am 20. September 2019 eröffnet.

Online: www.lwl-landesmuseum-herne.de

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