Müll

Müllsituation in Herne hat sich im Sommer entspannt

Im Frühjahr beteiligten sich Schülerinnen und Schüler der Robert-Brauner-Schule an der Aktionswoche „Let’s clean up Europe“

Im Frühjahr beteiligten sich Schülerinnen und Schüler der Robert-Brauner-Schule an der Aktionswoche „Let’s clean up Europe“

Foto: Raffalski/Archiv

Herne.   Müllberge nach dem ersten warmen Wochenende des Jahres hatten in Herne für Empörung gesorgt. Nach Gegenmaßnahme hat sich die Lage entspannt.

Es war einer der ersten Aufreger des Frühlings: Nachdem bereits das Wochenende am 21. und 22. April sommerliche Temperaturen und strahlenden Sonnenschein beschert hatte, häuften sich an vielen Stellen im Stadtgebiet größere und kleinere Müllberge, unter anderem an der Künstlerzeche Unser Fritz, am Herner Meer in Horsthausen oder im Revierpark Gysenberg.

Stadt und Revierpark führten am darauf folgenden Wochenende Schwerpunktkontrollen durch – doch dieser Sommer brachte zahlreiche Wochenenden, die zum Grillen und anderen Freiluftaktivitäten einluden. Die WAZ fragte nach, wie sich das Müllproblem entwickelt hat.

Aktion „Herne blitzblank“ sei fest verankert

Die Verantwortlichen ziehen ein insgesamt positives Fazit, eine Situation wie im April habe es im Verlaufe des Jahres nicht mehr gegeben. „Nach dem ersten Aufschrei ist es relativ ruhig geworden“, sagt Sigrid Mertens, Leiterin des Kommunalen Ordnungsdienstes, im Gespräch mit der WAZ-Redaktion.

Was auch daran liegen könnte, dass die Mitarbeiter des Ordnungsdienstes in bestimmten Bereichen regelmäßig unterwegs seien. Außerdem hätten sie im Frühjahr freiwillig am Wochenende Überstunden gemacht, um nach dem Rechten zu sehen. Tauchten Probleme auf, würden sie sofort an Entsorgung Herne weitergeleitet, die Aktion „Herne blitzblank“ sei bei den Mitarbeitern fest verankert.

Mülldetektive auf der Suche

Auch Lothar Przybyl, Leiter des Gysenbergpark, meldet Entspannung - eine Folge der eingeleiteten Maßnahmen. So habe der Park von der Bädergesellschaft ein Einsatzfahrzeug zur Verfügung gestellt bekommen, mit dem Mitarbeiter Müll eingesammelt hätten. Der Park habe auf zusätzliche Kräfte zurückgegriffen, um gerade an den Wochenenden engmaschige Reinigungsintervalle umzusetzen. „Ich war auch selbst im Park unterwegs und habe Besucher angesprochen“, so Przybyl. Auch die Gastronomen und die Betreiberin des Naturerlebniszentrums hätten die Bemühungen unterstützt.

Die Lage habe sich sukzessive verbessert, nachdem im Zuge der Trockenheit ein absolutes Grillverbot und Rauchverbot ausgesprochen worden sei. Damit sei das Müllaufkommen gesunken. Przybyl will mit den umgesetzten Maßnahmen weitermachen und sich nicht zurücklehnen.

„Beim Thema Müll am Ball bleiben“

Genau das ist auch der Tenor von Philipp Stark, Leiter der Stabsstelle Sauberkeit im OB-Büro: „Die Lage hat sich positiv entwickelt, aber wir stellen fest, dass wir beim Thema Müll am Ball bleiben müssen.“ Manche Menschen würden sich eben keine Gedanken zur Sauberkeit machen, deshalb könne man sich nicht auf kleinen Erfolgen ausruhen. Heißt: Bestimmte Orte müssten kontinuierlich kontrolliert werden.

Außerdem sei die Stadt dankbar für Hinweise von Bürgern. Und Maßnahmen wie die Mülldetektive eröffneten die Möglichkeit, selbst zu agieren. Stark hatte im Sommer selbst die Detektive begleitet und Erstaunliches erlebt: So hatte ein Umweltsünder seinen Ordnungswidrigkeitsbescheid erneut illegal zusammen mit anderem Müll am Straßenrand entsorgt.

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