Jugendkulturpreis

Mit einem Liebeslied auf Platz 1: Johanna Bojarzin aus Herne

Seit frühester Kindheit spielt die Musik für sie eine Rolle: Jetzt hat Johanna Bojarzin bei dem Herner Kulturpreis „Herbert“ den ersten Platz erreicht.

Seit frühester Kindheit spielt die Musik für sie eine Rolle: Jetzt hat Johanna Bojarzin bei dem Herner Kulturpreis „Herbert“ den ersten Platz erreicht.

Foto: Klaus Pollkläsener / FUNKE Foto Services

Herne.  Die Musik begleitet Johanna Bojarzin aus Herne seit Kindertagen: Klavierunterricht, Kirchenchor und jetzt der „Herbert“ für einen eigenen Song.

Johanna Bojarzin ist eine ruhige junge Frau, aber sicherlich nicht auf den Mund gefallen, wurde sie doch unlängst für ihr Arrangement von Gesang, selbstverfasstem Text und Klavierspiel mit dem ersten Platz beim diesjährigen „Herbert!“-Jugendkulturpreis ausgezeichnet. Dabei hätte die 19-jährige selbst nicht damit gerechnet, bei einer solch starken Konkurrenz als letzte und damit Erstplatzierte ihren Namen von der Jury zu hören. Diese sprach von einer Musikerin, die gleich mit ihrem ersten eigenen Song „für kollektive Gänsehaut gesorgt“ habe.

Klavierunterricht schon mit drei Jahren

Die große Show und der Trubel um ihre Person sind Johannas Ding nicht, auch wenn sie sich sehr über die Glückwünsche in der Zeit nach ihrem Sieg gefreut habe, erzählt die Musikerin, die ihre leicht unruhigen Hände auf dem Esstisch ihres Elternhauses zusammenhält und der dunklen Maserung ein verschmitztes Lächeln schenkt.

Mit drei Jahren begann Johanna Klavierunterricht zu nehmen, mit elf zu singen und schon bald darauf fand sie ihren Weg in den Kirchenchor ihrer Gemeinde in Röhlinghausen, die sie bis heute auf ihrem musikalischen Weg begleite. Der Glaube spiele dabei für sie weniger eine Rolle als die Gemeinschaft und die gegenseitige Unterstützung, die man hier erfahre, sagt Johanna.


Anders als lobende Worte von Freunden und Bekannten sei der „Herbert“ schon sehr krass und eine besondere Erfahrung gewesen, habe sie doch hier von professionellen Juroren gehört, dass sie gut sei. Natürlich tue das gut, so etwas zu hören. Doch gehe es zu allererst immer um die Musik, wobei jeder Künstler davon träume, seine eigene Lieder zu schreiben, wie auch sie es dann tat.

Liebeserklärung an den Freund

Das Ergebnis, der Song „You are the one“, ist eine Liebeserklärung an ihren Freund, welche sie etwa ein Jahr vor ihrer Teilnahme begann zu schreiben und eine Woche vor ihrem Auftritt fertigstellte. Unter Druck könne sie eben besser arbeiten, bestätigt Johanna und muss lachen.

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Ob sie sich vorstellen könne mal in einer Band zu spielen? Ein klares Nein. Zum einen sei ihre Stimme zu leise und würde schnell in der Musik untergehen, sagt sie. Zum anderen sehe sich sich einfach als Solokünstlerin, auch, wenn sie bereits Kontakt zum Zweitplatzierten Timur Bambil aufgenommen habe. Der arbeite grade an einem Album, erzählt Johanna, für das sie gemeinsam einen Gastbeitrag geplant haben.

Preisgeld für professionelle Studioaufnahmen

Auch sie plane, ihr Preisgeld in professionelle Aufnahmen zu investieren und gegebenenfalls ein Musikvideo zu drehen, doch seien das alles noch reine Ideen. Praktischer geht es tagtäglich für etwa zwei Stunden in ihrem Musikzimmer zu, wo neben ihrem ersten auch ihr liebstes E-Piano, ein Yamaha YD 141, steht und vergilbte Noten von „Für Elise“ oder „The Entertainer“ in einem Rahmen an der Wand hängen.

Diese seien übrigens ein Geschenk ihres Vaters an sie gewesen, der ihr bei technischen Fragen zur Seite steht. Ihr bald beginnendes Studium von Mathe und evangelischer Theologie solle Plan B werden. Denn eine professionelle Karriere wäre Johanna immer noch am liebsten. Bei ihr liegt eindeutig die Kraft in der Ruhe.

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