Politgeflüster

Minister auf Irrwegen, Herner Jungpolitiker in der Kritik

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sprach in dieser Woche im Landtag über einen Vorfall in Herne - und irrte sich.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sprach in dieser Woche im Landtag über einen Vorfall in Herne - und irrte sich.

Foto: Federico Gambarini / dpa

Herne.  Warum der Innenminister im Landtag über Herne nicht gut informiert war und ein SPD-Ratsherr den Hut nimmt - der politische Wochenrückblick.

Dass Herner Jugendorganisationen gemeinsame Sache machen, ist eher selten. Beim jüngsten Vorstoß von Jusos, Junger Union, Grüner Jugend und Jungen Liberalen staunten viele aber nicht nur über die Form, sondern auch über den Inhalt.

Mit ihrem Appell an „besorgte Bürger“, dass diese sich von Neonazis und Hooligans distanzieren und sich stattdessen Dialogangeboten Herner Parteien zuwenden sollten, stieß der politische Nachwuchs insbesondere beim „Bündnis Herne“ auf Ablehnung und Kritik. Tenor: Die Erklärung sei nicht nur naiv und ein fatales Signal, sondern komme auch noch zur Unzeit. Nämlich: direkt nach der Attacke von „besorgten Bürgern“ auf Gegendemonstranten.

Spenglers Abschied

Thomas Spengler ist schulpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion und als solcher meinungsstark und umtriebig. In dieser Woche wurde jedoch das Ende der politischen Laufbahn des 61-Jährigen (für Herner SPD-Verhältnisse also fast noch ein Küken ...) eingeläutet.

Dass er nicht mehr für den Rat kandidiert und in Pantringshof traditionell dem Ortsvereins-Chef Matthias Bluhm den Vortritt lassen wird, hatte sich bereits abgezeichnet. Nun zog Spengler aber auch noch seine Pläne für eine Kandidatur für die Bezirksvertretung Sodingen zurück. Er zog damit die Konsequenzen aus einem Patt in der internen Abstimmung im Ortsverein gegen seinen Herausforderer für den Bezirk, Detlev Biewald.

Reuls Spontaneität

Als meinungsstark und spontan gilt auch der Christdemokrat Herbert Reul. Das ist häufig sehr erfrischend, kann für einen NRW-Innenminister aber auch schon mal nach hinten losgehen. So wie in dieser Woche in der Debatte des Landtags über rechte Bürgerwehren, die der 67-Jährige am Mittwoch mit diesem Worten beendete: „Last but not least: Gestern Abend bei dieser Herner Veranstaltung. Einer von denen, die wir erwischt haben, ist längst ins Gewahrsam gekommen. Die nordrhein-westfälisches Polizei handelt.“ Dumm nur, dass ein „besorgter Bürger“ nach dem Vorfall am Dienstagabend auf dem Robert-Brauner-Platz nicht in Gewahrsam genommen wurde. Sondern: Er wurde von der Herner Polizei in der Innenstadt „nur“ als Haupttatverdächtiger vernommen.

Die Linke im Wahlkampf

Und da war da noch: ein letztes Überbleibsel der Europawahl. 136 Tage nach dem europäischen Urnengang am 26. Mai hängt bzw. steht auf dem Parkplatz an der Mont-Cenis-Straße in Herne-Mitte noch immer ein einsames Linke-Plakat zur Europawahl, so der Hinweis eines aufmerksamen Bürgers. Der Partei sei gesagt: Die Stimmen sind längst ausgezählt, mehr als 5,1 Prozent werden’s nicht in Herne.

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