Project Blue Sea

Meereschutzverein Project Blue Sea feierte 20. Geburtstag

Sascha Regmann, Vorsitzender und Gründungsmitglied von Project Blues Sea, schilderte im Literaturhaus Herne die Entwicklung des Vereins.

Sascha Regmann, Vorsitzender und Gründungsmitglied von Project Blues Sea, schilderte im Literaturhaus Herne die Entwicklung des Vereins.

Foto: Barbara Zabka

Herne.   Der Herner Meeresschutzverein Project Blue Sea feierte sein 20-jähriges Bestehen. Vorsitzender Sascha Regmann schilderte die Entwicklung.

Im Laufe von 20 Jahren Engagement für die Meere kommen so einige Geschichten und Erinnerungen zusammen. Wie es damals mit „Project Blue Sea“ anfing und wie ausgerechnet ein Angelausflug zur eigenen moralischen Kehrtwende führte, erzählte am vergangenen Freitag Sascha Regmann im Literaturhaus.

Der Vollblut-Aktivist nahm die rund 40 Besucher mit auf eine spannende Reise in die Vergangenheit, die von Erfolgen und Fehlschlägen gleichermaßen geprägt ist. 1998 gegründet, sprang man im selben Jahr buchstäblich ins kalte Wasser, um am Wattenmeer den Auswirkungen der Havarie der „Pallas“ entgegenzuwirken: „Ursprünglich wollten wir den Strand von dem ausgelaufenen Öl säubern. Da wir jedoch über keine Erfahrung besaßen und womöglich die Situation verschlechtert hätten, sind wir dazu über gegangen, den mit Öl verklebten Vögeln zu helfen. Aber auch hier mussten wir erst Wissen einholen, wofür wir damals eines dieser riesigen Handys hatten. Das bedeutete eine Telefonrechnung über 300 Mark, bis wir Experten an die Strippe bekamen“, erzählte Regmann. Das habe sich gelohnt, hätten doch etwa 150 Tiere gerettet werden können.

Kurze Haare wirken seriöser

Die Rettung von bedrohten Vögeln sei auch heute noch eines der großen Anliegen von „Project Blue Sea“. Begleitet wurde der etwa 90-minütige Vortrag von einer bebilderten Präsentation, die Sascha Regmann noch mit Pferdeschwanz in seinen späten 20ern zeigte: „Die Haare wurden kürzer und heute trage ich eher ein Hemd. Wir haben einfach gemerkt, dass eine seriöse Ausstrahlung unser Anliegen besser vermittelt“, hält Regmann fest, der von verständnislosen Walfängern erzählt, denen er 2003 gegenüber stand.

Die teils unterhaltsamen Anekdoten, etwa vom ersten enorm unpraktischen, aber heiß geliebten Bulli, gingen stets zum Ernst der bedrohlichen Lage der Meere über. Hier merkte der Zuhörer, wie viel Energie nötig ist, wenn man sich mit vollem Einsatz der Sache verschrieben hat. Alleine das Gebiet der Fischerei sei in so viele Unterpunkte zu gliedern, dass es unmöglich sei, sich um all diese zu kümmern: „Man kann nicht gut sein, wenn man in allen Themen rumrührt. Daher konzentrieren wir uns auf ein paar wenige Sachen und machen diese dafür richtig“, so Regmann.

Dorsch-Fang veränderte seine Sicht

Ein Erlebnis des damals 27-jährige Hobby-Anglers veränderte seine Sicht auf die Welt: „Ich habe damals einen Dorsch gefangen. Und als ich ihn mir so ansah, habe ich zum ersten mal die Schönheit dieses Tieren erkannt. Ich habe ihn dann zurück in die Ostsee geworfen, mir ein Bier geöffnet und auf das Meer geblickt.“ Der runde Geburtstag wurde von einem halbstündigen Vortrag über die Vermüllung der Weltmeere beendet.

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