Intensivtäter verurteilt

Mann nach Faustschlag tot: Herner muss vier Jahre in Haft

Ort der Verhandlung: das Bochumer Justizzentrum.

Ort der Verhandlung: das Bochumer Justizzentrum.

Foto: dpa / Bernd ThisseN

Ein Mann muss vier Jahre in Jugendhaft. Er hatte einen Nachtschwärmer aus Herne (30) mit der Faust geschlagen – die Attacke war tödlich.

Herne. Nach einem folgenschweren Faustschlag gegen einen 30-jährigen Herner vor dem Archäologiemuseum hat das Bochumer Landgericht am Freitag gegen einen vorbestraften Intensivtäter (20) aus Wanne-Eickel vier Jahre Jugendhaft verhängt. Das Urteil lautet auf Körperverletzung mit Todesfolge.

Der Angeklagte hatte zugegeben, den 30-Jährigen in der Nacht des 18. Oktober 2018 am Europlatz niedergestreckt zu haben. Der Herner war aus dem Stand heftig mit dem Hinterkopf auf dem Boden aufgeschlagen und hatte dadurch schwerste Kopfverletzungen erlitten. Drei Monate später starb der Mann in einem Hospiz.

Der Angeklagte selbst hatte nach der Attacke unter falschem Namen einen Notruf abgesetzt. Dann waren er und seine Freunde geflüchtet. Am 13. November 2018 war der 20-Jährige, der zur Tatzeit nach einem zweieinhalbjährigen Haftaufenthalt gerade erst zwei Monate wieder auf freiem Fuß war, festgenommen worden. Unmittelbar vor der Urteilsberatung hatte sich der Wanne-Eickeler bei den Angehörigen des Opfers noch einmal entschuldigt.

Emotionaler Appell der Schwesterdes Verstorbenen

Zuvor hatte sich die Schwester des Verstorbenen zu Wort gemeldet und in einem emotionalen Appell gegen die von dem 20-Jährigen behaupteten, vermeintlichen Provokationen und Aggressionen durch ihren Bruder gestellt: „Mein Bruder war nie gewaltbereit. Er war immer hilfsbereit und ist ein sehr guter Mensch gewesen.“

Mit dem Strafmaß blieben die Richter unter der Forderung von Oberstaatsanwalt Andreas Bachmann, der dem Angeklagten „massive Gefühlskälte“ unterstellt und sieben Jahre Jugendhaft beantragt hatte. Verteidigerin Alexandra Landwehr-Seidel (Wuppertal) hatte dagegen den Vorfall als „tragisches Unglück“ eingestuft und auf eine deutlich mildere Strafe gehofft.

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