Corona

Manche Herner wollen vor dem Lockdown noch mal genießen

In der Guten Stube wird am Wochenende wohl jeder Tisch besetzt sein. Im Bild: Sommelière Nadine Briese und Pächter Hendrik van Dillen.

In der Guten Stube wird am Wochenende wohl jeder Tisch besetzt sein. Im Bild: Sommelière Nadine Briese und Pächter Hendrik van Dillen.

Foto: Archivbild: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Am Montag tritt der Lockdown in Kraft. Ein paar Tage sind geblieben, um sich etwas zu gönnen. Nutzen die Herner die Gelegenheit? Eine Stichprobe.

Schluss mit lustig. Auch so könnte man den Lockdown bezeichnen, der am Montag in Kraft tritt. Aber ein paar Tage sind ja noch geblieben, um sich etwas zu gönnen. Nutzen die Menschen die Gelegenheit? Die WAZ hat eine Stichprobe gemacht.

Eigentlich hätte Izabella Rodewald am Freitag nur bis zum Mittag gearbeitet. Doch sie hat kurzfristig auch den Nachmittag und den frühen Abend in ihrem Kosmetikstudio an der Wiescherstraße verbracht, um Kundinnen und Kunden zu massieren oder ein Gesichtspeeling zu machen. Von 9 bis 19 Uhr hat Rodewald gearbeitet. Zahlreiche ihrer Stammkundinnen hätten versucht, ihre Termine aus dem November noch schnell auf die letzten Tage vor dem Lockdown zu legen, erzählt Rodewald im Gespräch mit der Herner WAZ-Redaktion. Mit Blick auf die Nachfrage hätte sie wohl auch den Samstag in ihrem Studio verbringen können, doch sie habe sich schon vor einiger Zeit etwas anderes vorgenommen.

Im Fitness-Studie Freestyle hat der Andrang schon nachgelassen

Das Phänomen, dass die Kunden noch schnell vor dem Lockdown kommen, hat Hendrik van Dillen bereits im Frühjahr wahrgenommen. Damals waren alle Tische in der Guten Stube besetzt, bevor sie - wie alle anderen Restaurants - schließen musste. Nun wiederhole sich dieses Phänomen. „Wir werden wohl am Wochenende ausverkauft sein“, sagt van Dillen auf Anfrage der Herner WAZ. Und so stecke trotz der bevorstehenden Schließung und des schwierigen Jahrs insgesamt in dem Interesse auch eine positive Botschaft für das Restaurant, das unter anderem im Restaurantführer Michelin Erwähnung findet. „Alles, was wir machen, funktioniert. Die Nachfrage bestätigt unseren Weg. Und wir werden genau da weitergehen, wenn wir wieder geöffnet haben.“

Eine ähnliche Erfahrung macht auch Milan Kajtaz, Inhaber des Cafés & Restaurants im Eickeler Park. Für das Wochenende lägen mehr Reservierungen vor als an den vergangenen Wochenenden. Auch Zdenka Buric, Inhaberin der Wildrose, registriert eine erhöhte Nachfrage, allerdings hätten auf der anderen Seite Gäste den bestellten Tisch wieder abgesagt.

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Mag der Wunsch nach Genuss offenbar vorhanden sein, wenn es darum geht, sich beim Fitnesstraining noch mal zu verausgaben, scheint die Motivation übersichtlich ausgeprägt zu sein. Das zumindest berichtet Stefan Pollmann, Leiter des Fitness-Studios Freestyle-Fitness in der Wanner Innenstadt. Am Freitagmorgen verloren sich gerade zehn Kunden auf den 2500 Quadratmetern, auch an den vergangenen Abenden sei wenig los gewesen. „Es scheint eher die Stimmung zu herrschen, dass man vor der Schließung auch nichts mehr machen muss.“ Weil ja mindestens vier Wochen Zwangspause anstehen. Pollmann wird den Kunden wieder Onlinevideos zur Verfügung stellen, damit sie wenigstens zu Hause halbwegs aktiv bleiben könnten.

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