Spendenaktion

Lebensretter gesucht: Herner ist an Blutkrebs erkrankt

Volker Renno organisiert mit seiner Frau Viktoria Renno (links) und der Lebensgefährtin des Inhabers von der "Zille" eine Typisierungsaktion.

Volker Renno organisiert mit seiner Frau Viktoria Renno (links) und der Lebensgefährtin des Inhabers von der "Zille" eine Typisierungsaktion.

Foto: Rainer Raffalski / Funke Foto Services GmbH

Herne.  Volker Renno aus Herne leidet an Blutkrebs. Zwar ist die Leukämie noch nicht ausgebrochen, aber er sucht schon jetzt einen Lebensretter.

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Bevor man die Gaststätte „Zille“ im Herner Kulturzentrum betritt, fällt direkt ein großes Plakat an der Tür mit einem Foto von Volker Renno ins Auge. „Gemeinsam für Volker“ steht in roten Versalien auf dem weißem Ausdruck. Überall in der Stadt hängen diese Plakate, denn Volker Renno leidet an Blutkrebs und sucht einen passenden Stammzellenspender.

Noch ist bei dem 58-jährigen Herner keine akute Leukämie ausgebrochen, aber sobald sich seine Blutwerte stark verschlechtern ist ein passender Spender für ihn seine einzige Überlebenschance. Bislang ist die weltweite Suche nach einem „genetischen Zwilling“ erfolglos. Um einen passenden Spender zu finden, hat seine Frau Viktoria für ihn gemeinsam mit der DKMS eine Typisierungsaktion in Herne organisiert. „Die Resonanz war schon jetzt so überwältigend. Alle wollen irgendwie mithelfen“, sagt Volker Renno.

Die Diagnose kam vor einem halben Jahr

Mit der Diagnose lebt der Herner seit einem halben Jahr. Die ungewöhnlichen Blutwerte seien bei einer normalen Untersuchung beim Arzt aufgefallen. „Bei mir war es Glück im Unglück. Wenn man nicht zum Arzt geht, kann es zu spät sein.“ Die Suche nach einem geeigneten Spender nehme nämlich viel Zeit in Anspruch – und wenn die Krankheit ausbreche, habe man diese nicht.

Er versuche seinen Alltag, so „normal“ wie möglich weiterzuleben. Volker Renno arbeitet als Koch in der Gaststätte „Zille“ und im Lago. Alle zwei Wochen muss er zur Blutuntersuchung. „Das ist wie eine Achterbahn der Gefühle, wenn die Werte überprüft werden“, sagt Volker Renno leise. Er sei froh, dass er bei der Arbeit von der Krankheit abgelenkt werde. Besuche im Fußballstadion, gemeinsame Stadtbummel und Ausflüge mit seiner Frau bringen ihn in seiner Freizeit auf andere Gedanken.

Krankheit hat ihn wieder mit seiner Frau zusammengeschweißt

Viktoria Renno hat sich ausführlich mit dem Krankheitsbild ihres Mannes auseinandergesetzt. Die Krankenschwester kann sehr genau erklären, was in seinem Körper passiert. Volker Renno sitzt währendessen still neben ihr. Sie lebe immer in der Hoffnung, dass sich ein passender Spender finde. „Je mehr Leute sich registrieren lassen, desto mehr Patienten kann geholfen werden.“

Als sie gelesen habe, dass sich beim Rock-Festival „Wacken“ um die 3000 Leute registriert hätten, sei sie überwältigt gewesen. „Ich bewundere meinen Mann, dass er so cool mit der Krankheit umgeht. Ich wüsste nicht, wie ich bei der Diagnose reagiert hätte“, betont sie und schaut ihren Mann ermunternd an.

Sein Chef stellt die Räumlichkeiten für die Typisierungsaktion

Sein Chef Stefan Rustemeier und seine Partnerin unterstützen Volker Renno bei der Organisation der Typisierungsaktion. Sie stellen ihre Räume für die Spendenaktion bereit, bieten Kuchen und Kaffee an. Der Erlös soll an die DKMS gespendet werden. Jede Neuregistrierung koste die DKMS 35 Euro. „Wir grillen auch extra draußen vor der Zille, damit die Leute sehen, dass hier etwas los ist“, sagt die Lebensgefährtin des Inhabers. Sie habe die Aktion bereits im Internet geteilt und die Resonanz sei riesig gewesen.

Dass sich Volker Renno und seine Frau so nahestehen sei nicht immer so gewesen. „Die einzige positive Effekt ist, dass uns die Krankheit wieder zusammengebracht hat“, berichtet Renno. Die beiden lebten eigentlich getrennt. Jetzt wollen sie sich am 22.2.2022 erneut das Ja-Wort geben. Das Datum sei bewusst gewählt, denn „wir haben damals am 11.11.2011 geheiratet“, erzählt Renno grinsend.

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