Landtagswahl 2022

Landtagswahl 2022 in Herne: Vogt (SPD) zieht in Landtag ein

| Lesedauer: 12 Minuten
Unsere Wahl-Analyse: Wer regiert künftig in NRW?

Unsere Wahl-Analyse- Wer regiert künftig in NRW?

In unserer Sondersendung diskutieren wir unter anderem mit Wahlforscher Manfred Güllner über mögliche Koalitionen und politische Stolperfallen.

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Herne.  Das Wahlergebnis in Herne steht fest: SPD-Direktkandidat Alexander Vogt zieht in den NRW-Landtag ein. Alle Ergebnisse in unserem Liveticker.

  • Alexander Vogt von der SPD zieht zum vierten Mal in Folge in den Landtag ein.
  • Herner CDU und Grüne freuen sich über ihr Abschneiden.
  • FDP-Direktkandidat Thomas Nückel verpasst Einzug in den Landtag.

Landtagswahl 2022 in Herne: Der Liveticker

21.47 Uhr: Es ist offiziell: Alexander Vogt von der SPD sichert sich das Direktmandat, zieht zum vierten Mal in Folge in den Düsseldorfer Landtag ein. Er erhielt 45,24 Prozent der Erststimmen.

20.31 Uhr: Endspurt! Von den 109 Stimmbezirken sind 100 ausgezählt.

20.05 Uhr: Wahlparty – der Begriff passt am besten zum Treffen der Grünen. Die Partei feierte im „Oskar am Kanal“ und die Stimmung bringt Co-Parteichef Stefan Kuczera auf den Punkt: „super – und sehr gelöst“. Mit dem Ergebnis des grünen Direktkandidaten Fabian May zeigt sich Kuczera sehr zufrieden: Herne sei „keine grüne Oase“, da könne sich sein Ergebnis sehen lassen.

19.48 Uhr: In Herne sind derzeit 88 von 109 Stimmbezirken ausgezählt.

19.28 Uhr: Wiebke Köllner, die Direktkandidaten der Linken, zeigt sich angesichts des schlechten Wahlergebnisses enttäuscht: „Das ist bedauerlich, aber wir haben damit gerechnet.“ Dafür sei aus ihrer Sicht zuletzt auch auf bundespolitischer Ebene zu viel in ihrer Partei passiert.

Linken-Sprecher Patrick Gawliczek bezeichnet die Ergebnisse des Abends bei der Wahlparty an der Hauptstraße als „große Enttäuschung“. Aus seiner Sicht sei die politische Arbeit der Linken auf Bundesebene ausschlaggebend für die geringe Stimmenzahl in Herne. „Uns ist es nicht gelungen, einen sozial-orientierten Gegenpol zu den Missständen in der Corona-Politik zu bilden“, nannte er ein Beispiel. Erfreulich sei trotz allem jedoch, dass Direktkandidatin Wiebke Köllner in einzelnen Stimmbezirken überdurchschnittlich abschnitt. „Das zeigt uns, dass sie die die richtige Personalwahl ist.“

19.21 Uhr: Hernes bisheriger FDP-Landtagsabgeordneter Thomas Nückel spricht angesichts der FDP-Wahlschlappe im Land von einem Desaster für seine Partei. Viele Puzzlestücke seien für das miserable Abschneiden der Liberalen verantwortlich, sagt Nückel im Strandcafé „Oskar am Kanal“. Dazu gehöre eine schlechte Wahlkampagne und eine schlechte Präsentation des Spitzenkandidaten, aber auch die Bildungspolitik. Dass er dem Landtag nicht mehr angehöre, mache ihn traurig,so der 59-Jährige. „Nun mache ich wieder was mit Medien“, kündigte Nückel an, der gelernter Journalist ist.

Bedient ist auch FDP-Chef Thomas Bloch: „Das ist eine Total-Katastrophe“, sagt er bei der Wahlparty. Eine Regierungsbeteiligung der FDP, etwa mit SPD und Grünen, schließe er kategorisch aus. Das wäre unverdient. Die FDP müsse sich nun „neu ausrichten“.

19.16 Uhr: Im Haus Galland stimmen die Gäste der SPD-Wahlparty ein Geburtstagsständchen für Oberbürgermeister Frank Dudda an, er wird heute 59 Jahre alt.

19.10 Uhr: Bei den Zweitstimmen zeigt sich ein ähnliches Bild. Nach 43 ausgezählten Stimmbezirken liegt die SPD mit 40,17 Prozent vorne, gefolgt von der CDU mit 24,73 Prozent und den Grünen mit 12,96 Prozent. Überraschend: Die AfD liegt derzeit bei 8,58 Prozent.

Hernes AfD-Chef Guido Grützmacher spricht von einem Wahlerfolg: „Wir sind überrascht und sehen das als Honorierung der Arbeit unserer Ratsfraktion.“ Seine Partei hatte in Herne wie schon 2017 keinen eigenen Direktkandidaten aufgestellt; nur im ehemaligen Wahlkreis Bochum III – Herne II, zu dem Teile von Eickel gehörten, gab es einen Direktkadnidaten. Der engere Kreis um die Ratsvertreter sei beruflich zu eingespannt gewesen, begründet Grützmacher den Verzicht, „und einen Zählkandidaten wollten wir nicht“.

18.50 Uhr: Zwischenergebnis: Von 109 Herner Stimmbezirken sind derzeit zehn ausgezählt. Die SPD erzielt bei den Erststimmen 46,48 Prozent, die CDU 25,02 Prozent und die Grünen 12,63 Prozent.

18.40 Uhr: Die ersten zwei Stimmbezirke in Herne und Wanne-Eickel sind ausgezählt: Gesamtschule Wanne-Eickel und das Pestalozzi-Gymnasium. Kaum überraschend: Sowohl in den Erst- als auch den Zweitstimmen schneidet die SPD mit Abstand am besten ab. Die CDU landet auf dem zweiten Platz, gefolgt von den Grünen.

18.25 Uhr: Und auch die Grünen sehen die erste Hochrechnung positiv, brechen in Jubel aus. „Wir freuen uns sehr und rechnen“, sagt der Herner Direktkandidat Fabian May. „Das schlechte Zweitstimmergebnis der SPD schockiert uns ein wenig, kann kurioserweise aber für bessere Chancen für uns und mich sorgen.“

18.17 Uhr: Gute Stimmung indes bei der Herne CDU: Nach den 18-Uhr-Prognosen von ARD und ZDF liegt die CDU deutlich vor der SPD mit Spitzenkandidat Thomas Kutschaty. Im Haus Galland freuen sich die Christdemokraten über das Ergebnis, Timon Radicke gönnt sich sogar eine Zigarre – „bei dem Ergebnis!“

18.03 Uhr: Reaktionen auf die ersten Hochrechnungen in Herne: Bei der SPD herrscht in den Flottmann-Hallen Ernüchterung. Erste Prognosen des ZDF sehen die CDU bei der NRW-Landtagswahl knapp vor der SPD: Demnach kommt die CDU auf 35 Prozent, die SPD liegt bei 28 Prozent. Abgestraft wurde die FDP: Der bisherige Koalitionspartner der CDU im Landtag verliert deutlich und springt offenbar nur knapp über die Fünf-Prozent-Hürde (5,5). Bei der FDP-Wahlparty bei „Oskar am Kanal“ scheint die Stimmung gedrückt.

17.42 Uhr: Rückblick auf die vergangene Landtagswahl 2017 in Herne: Die SPD holte als Wahlsiegerin 39,2 Prozent, gefolgt von der CDU mit 23,7 Prozent. Den dritten Platz sicherte sich die AfD mit 11,3 Prozent der Stimmen, die FDP landete mit 9,2 Prozent auf dem vierten Platz. Die Linke (5,3 Prozent) und die Grünen (4,7 Prozent) lieferten sich ein knappes Rennen um den fünften Platz.

16.25 Uhr: Endspurt: Die Stadt hat um 16 Uhr die dritte Abfrage zur bisherigen Wahlbeteiligung an der Landtagswahl durchgeführt. Bis dahin hatten inklusive Briefwahl 47,51 Prozent der Stimmberechtigten ihre Stimme abgegeben, heißt es. Bis 18 Uhr kann noch gewählt werden. Dann schließen die Wahlräume – und die Auszählung beginnt. Insgesamt wird laut Stadt in 82 Wahlräumen ausgezählt, darunter 27 Briefwahlräume.

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13.30 Uhr: Die Wahlbeteiligung steigt: Das Team Wahlen der Stadt Herne hat um 13 Uhr eine weitere Abfrage zur bisherigen Wahlbeteiligung an der Landtagswahl vorgenommen. In den ersten fünf Stunden, der Hälfte der Öffnungszeit der Wahlräume, hätten bislang – inklusive der Briefwahl – 38,14 Prozent der Stimmberechtigten abgestimmt. Ansonsten sei alles ruhig: Auch weiterhin gebe es keine Besonderheiten aus den Wahllokalen zu vermelden.

10.38 Uhr: Das Team Wahlen der Stadt Herne hat in ausgewählten Wahlräumen um 10 Uhr eine Abfrage zur bisherigen Beteiligung an der Landtagswahl in Herne durchgeführt. Demnach haben in den ersten beiden Wahlstunden (inklusive Briefwahl) 26,06 Prozent der Stimmberechtigten ihre Wahl getroffen, meldet die Stadt Herne.

8.33 Uhr: „Die Wahl zum Landtag des Landes Nordrhein-Westfalen ist in Herne ohne Probleme angelaufen“, teilt Stadtsprecher Christopher Hüsken mit. So waren alle Wahllokale pünktlich um 8 Uhr geöffnet und bieten bis 18 Uhr die Möglichkeit zur Stimmabgabe.

8.00 Uhr: Guten Morgen! An dieser Stelle informieren wir Sie fortlaufend über den Verlauf der Landtagswahl in Herne. In Herne gibt es 82 Wahlräume, stimmberechtigt in Herne sind 107.850 Personen. Bislang haben schon über 22.000 von ihnen einen Briefwahlantrag gestellt. Die Wahllokale haben heute von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

Landtagswahl 2022 in Herne: Die wichtigsten Eckdaten

Am 15. Mai 2022 entscheidet sich bei der Landtagswahl auch in Herne, wer Nordrhein-Westfalen in den kommenden fünf Jahren regiert. Bei der Wahl zum 18. Landtag von NRW sind insgesamt 13,2 Millionen Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, ihre Stimme abzugeben – darunter rund 786.000 Erstwählende.

Wahlberechtigt in Herne sind alle deutschen Staatsbürger, die am Wahltag volljährig sind, ihren Hauptwohnsitz in der Stadt haben und nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen sind. 2017 waren bei der Landtagswahl in Herne 112.340 Bürgerinnen und Bürger wahlberechtigt, von denen 65.610 auch an der Wahl teilgenommen haben. Die Wahlbeteiligung lag damit bei 59,2 Prozent. Zum Vergleich: 2012 betrug sie 55,2 Prozent.

Landtagswahl in Herne: Kandidaten und Ergebnisse für den Wahlkreis

Bei der Landtagswahl werden entweder direkt im jeweiligen Wahllokal oder per Briefwahl zwei Stimmen abgegeben, die Erst- und die Zweitstimme. Die Erststimme entscheidet, welche Direktkandidaten aus dem jeweiligen Wahlkreis in den Landtag einziehen. Die Zweitstimme zählt für die jeweiligen Parteien und bestimmt damit am Ende die Sitzverteilung im 18. NRW-Landtag.

Die Stadt Herne hat einen Wahlkreis mit der Nummer 110 und stellt demnach einen Direktkandidaten. NRW ist in insgesamt 128 Wahlkreise aufgeteilt. Zum ersten Mal errechnet sich die Verteilung der Wahlkreise nicht nach der Einwohnerzahl, sondern nach der Zahl der Wahlberechtigten. Das Landeswahlgesetz wurde dafür im Jahr 2020 geändert.

Für Herne hat sich durch die Reform auch der Zuschnitt geändert: Der Wahlkreis ist ab sofort identisch mit dem Herner Stadtgebiet. Vor fünf Jahren gab es noch zwei Herner Wahlkreise. Das war zum einen der Wahlkreis 110 (Herne I) für alle Wahlberechtigten aus den Stadtbezirken Herne-Mitte, Sodingen und Wanne. Der Stadtbezirk Eickel zählte dagegen vor fünf Jahren noch zum Wahlkreis 109 (Bochum II - Herne III).

Als Direktkandidaten für die Landtagswahl 2022 in NRW gehen in Herne diese acht Politikerinnen und Politiker ins Rennen (Meldefrist für die Namen der Direktkandidaten war der 17. März):

Landtagswahl 2022 im Wahlkreis 110 (Herne)

Nicht zulassen worden ist vom Kreiswahlausschuss aus formalen Gründen Ahmad Al Ali (Team Todenhöfer).

NRW-Landtagswahlen 2022 auf einen Blick: So wird gewählt
NRW-Landtagswahlen 2022 auf einen Blick- So wird gewählt

So war das Ergebnis der Landtagswahl 2017 in Herne

Bei der Landtagswahl 2017 gewann die SPD beide (damaligen) Herner Wahlkreise deutlich und holte die Direktmandate. Als Direktkandidaten gewählt wurden in Herne I zum dritten Mal in Folge der Herner SPD-Vorsitzende Alexander Vogt (46,8 Prozent) sowie in Bochum II - Herne III der Bochumer Sozialdemokrat Serdar Yüksel (41,5 Prozent). Über die Landesreserveliste seiner Partei zog der Herner FDP-Politiker Thomas Nückel 2017 wie schon 2012 ebenfalls ins NRW-Parlament ein.

Bei den Zweitstimmen gab es im Herner Stadtgebiet dieses Ergebnis bei der Landtagswahl 2017:

  • SPD 39,2 Prozent (minus 11,2 Prozentpunkte im Vergleich zu 2012)
  • CDU 23,7 Prozent (plus 6,3)
  • Die Grünen 4,7 Prozent (minus 4,2)
  • FDP 9,2 Prozent (plus 4,7)
  • Die Linke 5,3 Prozent (plus 1,5)
  • AfD 11,3 Prozent (plus 11,3)
  • Piraten 1,5 Prozent (minus 7,6)
  • Sonstige 5,0 Prozent (minus 0,9)

Die Wahlbeteiligung war 2017 im Stadtgebiet Herne mit 59,2 Prozent deutlich niedriger als landesweit (65,2 Prozent). Zum Vergleich: Bei der Bundestagswahl im September 2021 lag die Wahlbeteiligung in Herne bei 69,5 Prozent, bei den Kommunalwahlen im Oktober 2020 hingegen nur bei 41,5 Prozent.

Vier Herner Kandidaten in der Wahlarena

In der Herner Wahlarena von VHS, WAZ und Radio Herne haben sich am Montag, 9. Mai, die vier der im Landtag vertretenen Direktkandidaten aus Herne den Fragen der Moderatoren gestellt. Den ausführlichen Bericht finden Sie hier.

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