Umwelt

Kritik an Baumfällaktion der Emschergenossenschaft in Herne

Treffen vor Ort: Barbara Merten (CDU), Manuela Lukas (SPD), Maria Dedussi (Emschergenossenschaft) und Martin Pawlicki (Untere Naturschutzbehörde) schauen sich Pläne an (v.li.).

Treffen vor Ort: Barbara Merten (CDU), Manuela Lukas (SPD), Maria Dedussi (Emschergenossenschaft) und Martin Pawlicki (Untere Naturschutzbehörde) schauen sich Pläne an (v.li.).

Foto: Klaus Pollkläsener

Herne.   Politiker, Behördenvertreter und Naturschützer trafen sich am Hochwasserbecken des Hüller Bachs in Herne. Dort war kräftig gerodet worden.

Die Emschergenossenschaft (EG) hat am Montag vor Ort von allen Seiten Prügel beziehen müssen: Kommunalpolitiker von CDU und SPD, Naturschützer, die Untere Naturschutzbehörde und Vertreter der Bezirksregierung gaben dem Gewässerverband die Schuld für die Vorgehensweise am Regenrückhaltebecken des Hüller Bachs in Röhlinghausen. Die EG hatte dort Bäume und Sträucher dem Erdboden gleich gemacht – viel zu rigoros, wie Anwesende beim Ortstermin meinten – und dazu noch schlecht mit der Öffentlichkeit kommuniziert.

Der Prügelknabe war EG-Sprecher Ilias Abawi, der auch gleich eingestand: „Das ist nicht gut gelaufen und dem Jahreswechsel sowie dem dünnen Personalstand geschuldet.“ Zuvor hatte die Vorsitzende des Umweltausschusses, Barbara Merten (CDU), ihrem Unmut noch einmal Luft gemacht: „Die Rodungsarbeiten begannen ganz plötzlich, die Telefone standen anschließend nicht still. Ich bin sehr, sehr erstaunt und erbost, weil Politik und Bürger vorher nicht umfangreich informiert wurden“, kritisierte die Vorsitzende des Umweltausschusses.

Lebensraum für Singvögel

Einerseits sei die Maßnahme nicht vernünftig dargestellt worden, andererseits aber auch an sich fragwürdig: Lebensraum für Singvögel sei verschwunden, und dass so viele Sträucher und Bäume auf einmal entwurzelt worden seien, bekomme dem Landschaftsbild nicht gut. SPD-Ratsfraktionsmitglied Manuela Lukas fügte hinzu: „Ich verstehe nicht, warum das alles an einem Stück gerodet wurde und warum die Bevölkerung nicht besser informiert wurde. Warum hat die Emschergenossenschaft nicht in behutsamen Schritten für mehr Deichschutz gesorgt?“

Zu hoch gewachsen

Der extreme Unterschied zwischen vorher und nachher sei lediglich deshalb zustande gekommen, weil die EG auf dem Deich des Hochwasserrückhaltebeckens jahrelang nicht tätig geworden sei, gab Thomas Dodt von der Bezirksregierung Arnsberg zu verstehen. Eine Begehung des Geländes habe dann ergeben, dass Bäume und Sträucher viel zu hoch gewachsen seien, Wurzeln hätten das Deichbauwerk destabilisieren können. Da gebe es genaue Vorschriften. Und die sähen hier nur einen Bewuchs mit Gräsern und Kräutern vor, so wie er im Frühjahr angesät werden soll.

Zumindest hier kam von BUND-Sprecherin Hiltrud Buddemeier keine Kritik: „Es kommt auf dem Deich eine hochwertige Saatmischung zum Einsatz, die eine gute Voraussetzung für die Insekten bietet.“

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