Konjunktur

Konjunkturumfrage: Unternehmen trotzen schlechten Prognosen

Die IHK Mittleres Ruhrgebiet hat wieder ihre Konjunkturumfrage durchgeführt.

Die IHK Mittleres Ruhrgebiet hat wieder ihre Konjunkturumfrage durchgeführt.

Foto: Fabian Strauch / FUNKE Foto Services

Herne.  Die Prognosen malen ein graues Bild, doch die Betriebe im IHK-Bezirk trotzen offenbar dem Trend: Die meisten sind mit mit ihrer Lage zufrieden.

Das mittlere Ruhrgebiet trotzt allen bundesweiten Miesepeter-Schlagzeilen: Die Unternehmen sind mit ihrer Geschäftslage zufrieden, sehen auch am Horizont keinen Abschwung – und selbst die kurze Exportdelle dürfte sich wieder in Luft auflösen: Das sind die zentralen Ergebnisse der jüngsten IHK-Konjunkturumfrage, an der sich 180 Unternehmen aus Herne, Bochum, Witten und Hattingen beteiligt haben.

„Wenn 92 Prozent der Unternehmen ihre wirtschaftliche Lage als gut oder befriedigend bezeichnen, dann bin ich es leid, dass manche Besserwisser uns den Niedergang der deutschen Wirtschaft prophezeien“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Eric Weik. Auf höchstem Niveau könne das mittlere Ruhrgebiet sogar noch ein Plus vermelden – denn bei der Herbstumfrage 2019 lag der Wert bei 91 Prozent.

Industriebetriebe gehen davon aus, dass die Exportlage stabil bleibt

Deutschland bald nicht mehr Exportweltmeister? Dieser Sorge gäben die Unternehmen der Region keine Nahrung, so die IHK. Speziell die Industrie gehe mehrheitlich davon aus, dass sich die Exportlage nicht verschlechtere, sondern das derzeitige Niveau auf jeden Fall gehalten werde. Weiteres Indiz für die Stabilität der Industriebetriebe: Zwei Drittel der Unternehmen seien inzwischen wieder bei einer Auslastung von über 85 Prozent angekommen.

Beim Handel zeige der Daumen sowieso schon lange nach oben. Die Konsumlust der Menschen komme an den Kassen an: Nochmals zehn Prozent mehr Unternehmen als im Herbst 2019 bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als gut. Nur noch knapp 15 Prozent erwarten eine schlechtere wirtschaftliche Entwicklung.

Der Fachkräftemangel bleibt die große Sorge

Das sei eine gute Kunde für den Arbeitsmarkt: Eine stattliche Zahl von Betrieben habe bei der IHK-Umfrage angekündigt, zusätzliche Kräfte einstellen zu wollen. „Das persönliche Gespräch, gute Beratung und Service sind Pluspunkte, mit denen der stationäre Handel spürbar punkten kann. Das bringt Leben in unsere Städte“, sieht IHK-Handelsexpertin Jenni Duggen weitere Nebeneffekte der Entwicklung.

Wenn da nicht eine Sorge wäre, stünden die Signale vermutlich quer über alle Branchen dauerhaft auf Grün: der Fachkräftemangel. Dies bleibe das Risiko-Thema Nummer 1 für die heimische Wirtschaft: Vor allem der Industrie drohten die Fachkräfte auszugehen. „Ausbildung, Weiterbildung, Qualifizierung – wir können nicht häufig genug auf diesen wichtigen Dreiklang hinweisen. So sichern Unternehmen nachhaltig ihren Geschäftserfolg“, so Kerstin Groß, IHK-Kompetenzfeldmanagerin „Menschen stärken“.

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