Fridays for Future

Klima-Demo in Herne: Kritik und ein Appell der Grünen

In Herne fand am 14. Juni die erste „Fridays for Future“-Klimademo statt. Anschließend erklärte das Kinder- und Jugendparlament, keine weitere Kundgebung organisieren zu wollen.

In Herne fand am 14. Juni die erste „Fridays for Future“-Klimademo statt. Anschließend erklärte das Kinder- und Jugendparlament, keine weitere Kundgebung organisieren zu wollen.

Foto: Klaus Pollkläsener / FUNKE Foto Services

Herne.   Die Grünen sehen die Rolle von Stadt, Oberbürgermeister Dudda und SPD bei der ersten Herner Klima-Demo kritisch. Das sind ihre Argumente.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Nach der Linkspartei kritisieren und hinterfragen auch die Grünen die Rolle der Stadt, der SPD und des Oberbürgermeisters bei der ersten Herner Klima-Demo. Sie bedauerten aber vor allem, so Grünen-Fraktions-Chef Thomas Reinke, dass jetzt über die Art und Weise der Demonstration gestritten wird und nicht mehr über das Problem des Klimawandels.

Grüne sprechen von Merkwürdigkeiten

„Wenn es keine weiteren Klimademonstrationen in Herne geben sollte, wäre das sehr schade“. so Reinke. Doch auch das betont der Grünen-Ratsherr: Das Kinder-und Jugendparlament sollte parteipolitisch neutral sein und sich von niemandem instrumentalisieren lassen. Und: Parteien und Bürgerinitiativen sollten in einen kritischen Dialog miteinander eintreten.

Die Veranstaltung des Herner Kinder- und Jugendparlaments (KiJuPa) weise einige Merkwürdigkeiten auf, so die Grünen in ihrer Pressemitteilung. Da der SPD-Stadtverordnete Roberto Gentilini laut den Berichten der WAZ den ersten Anstoß gegeben habe, sei die Herner Demonstration von Anfang an „parteipolitisch kontaminiert“ gewesen.

Die Verantwortung von OB Dudda

Dass Oberbürgermeister Frank Dudda (SPD) als Redner auftrat, „wäre so, als wenn neben Greta Thunberg in Berlin Angela Merkel gesprochen hätte“, so der Grünen-Fraktions-Chef. Deswegen hätten wohl eine Reihe von Demonstrationsteilnehmern den Eindruck gehabt, dass „hier der rote Bock zum grünen Gärtner gemacht wurde“. Schließlich sei Dudda zehn Jahre lang SPD-Fraktions-Chef gewesen und nun als Oberbürgermeister Hauptverantwortlicher für die Herner Klimapolitik und Aktionen wie die Baumfällungen am Europaplatz und die Bebauung der „Hippenwiese“ auf dem Sportplatz Schaeferstraße. Entsprechend seien dann auch die Unmutsäußerungen während seiner Rede ausgefallen.

Anstoß nehmen die Grünen auch daran, dass ein Vertreter der Bürgerinitiative Stadtwald, der in seiner Rede den OB scharf kritisiert hatte, von KiJuPa-Geschäftsführer Armin Kurpanik anschließend als rücksichtslos, aggressiv und egoistisch bezeichnet worden sei. „Nun muss man wissen, dass Armin Kurpanik im Dienste der Stadt Herne steht und zum näheren Umfeld von OB Dudda gehört. ,His Master‘s Voice’, mag da mancher denken“, so Thomas Reinke.

Reinke: Pfiffe und Buhrufe gehören dazu

Es sei auch in Herne zu bemerken, dass das politische Klima rauer werde. Oberbürgermeister Frank Dudda habe dies während seiner Rede bei der Klima-Demo zu spüren bekommen. „Hass und Hetze gehören weder auf den Marktplatz noch in die sozialen Medien. Solche Äußerungen sind gegebenenfalls strafrechtlich zu verfolgen“, stellt die Ratsfraktion der Grünen fest. Unmutsäußerungen bei öffentlichen Kundgebungen seien aber etwas anderes, denn: „Pfiffe und Buhrufe gehören dazu“.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (8) Kommentar schreiben