Jubiläumsjahr

Kirchenkreis Herne lädt zum „Feierabend“ mit Luther ein

Vor 500 Jahren hämmerte Martin Luther seine 95 Thesen an die Pforte der Wittenberger Schlosskirche. Dies wird in diesem Jahr landauf, landab gefeiert, auch in Herne.

Foto: Hendrik Schmidt, dpa

Vor 500 Jahren hämmerte Martin Luther seine 95 Thesen an die Pforte der Wittenberger Schlosskirche. Dies wird in diesem Jahr landauf, landab gefeiert, auch in Herne. Foto: Hendrik Schmidt, dpa

Herne.   Mit einer großen Veranstaltung im Kulturzentrum feiert der Evangelische Kirchenkreis Herne am 30. Oktober Luthers Thesenanschlag vor 500 Jahren.

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Nach „vielen Veranstaltungen von Vielen an vielen Orten“ wie es Superintendent Reiner Rimkus formulierte, strebt das Lutherjahr in Herne seinem Höhepunkt entgegen: einer großen, monatelang vorbereiteten Veranstaltung im Kulturzentrum (Kuz) am Montag, 30. Oktober, dem Vorabend des Reformationstages. Sie steht unter dem Titel: „Jetzt ist Feierabend“.

Das mag sich auch Martin Luther vor 500 Jahren gesagt haben, als er gegen den Ablasshandel der Kirche wetterte und seine 95 Thesen an die Pforte der Schlosskirche in Wittenberg hämmerte. „Jetzt ist Feierabend“ möchte der evangelische Kirchenkreis Herne aber auch im Wortsinn verstanden sehen: Als Abend, an dem es nicht um Theologie und Dogmenlehre geht, sondern „an dem wir uns freuen, evangelisch zu sein und das auch feiern wollen“, so der Superintendent. Nicht steif und ehrwürdig, sondern in lockerer Atmosphäre. Ganz im Sinne von Luther – auch bekannt für deftige Sprüche und dem Leiblichen nicht abgeneigt – gibt es ab 18 Uhr im Foyer des Kuz Currywurst und Lutherbier, bevor es im Saal weitergeht.

Promis wählten Bürger-Thesen aus

Ein Jahr lang hatten Herner Gelegenheit, Zettel mit Thesen beim Kirchenkreis einzureichen, auf denen sie benennen, was Kirche heute ist und was sie künftig sein sollte. Verschiedene Promis, wie Oberbürgermeister Frank Dudda und Fußballlegende Hans Tilkowski, haben daraus ihre Favoriten ausgesucht, die bei der Jubiläumsfeier prämiert werden.

In einem kurzweiligen Film beantworten anschließend Herner und Hernerinnen unterschiedlichsten Alters die Frage, was ihnen die Reformation und Kirche bedeuten: Die Reaktionen reichen von „Reformation? Öhm...“, bis „Wir müssen für unseren Glauben einstehen. Das müssen wir wieder lernen.“ Sagt übrigens in dem Film der „oberste Laienvertreter“ der katholischen Kirche in Herne, Clemens Huerkamp.

150 Mitwirkende beim Oratorium

Nach einem Vortrag des Theologen Christoph Zehender zu „Reformation heute“, bringen insgesamt rund 150 Mitwirkende – vier Chöre, Musiker der klassischen wie der populären Richtung, zwei Solisten und zwei Sprecher das moderne Oratorium „Gaff nicht in den Himmel“ in Anlehnung an Luthers Wort „Non gaff gen coelum. Hier unten hast du’s“ auf die Bühne. Dieter Stork (Text) und Matthias Nagel (Musik) haben den Ausführenden jede Menge Stoff geliefert, auch solchen, an dem sie sich heftig gerieben haben, wie die Schauspieler Till Beckmann und Jennifer Ewert, die die Sprecherrollen übernehmen, erzählen. „Das ist schon hart, wenn das von Luther geschriebene ,Vom Himmel hoch’ immer wieder von Kaufhausszenen und -geräuschen auseinandergenommen wird“, sagt Till Beckmann. „Aber so ist es heute ja.“ Geleitet wird das Oratorium von den beiden Kreiskantoren Wolfgang Flunkert aus Herne und Jens-Martin Ludwig aus Gelsenkirchen.

>> LUTHERCHORAL UND ABENDSEGEN VOR DEM RATHAUS


Zum Abschluss der Jubiläumsfeier ziehen alle zum Platz vor dem Herner Rathaus.

Die Veranstaltung endet dort mit einem Lutherchoral und dem Abendsegen. Eintrittskarten (5 Euro) zu der Jubiläumsfeier gibt es bei Koethers & Röttsches, Bebelstraße 18, und in allen evangelischen Kirchengemeinden des Kirchenkreises Herne.

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