Basteln mit Kindern

Kinder in der St. Elisabeth Gruppe drücken sich kreativ aus

Der Marterpfahl erhält den letzten Schliff, während nebenbei die Gruppentiere entstehen: Matthew October, der ein internationales freiwilliges soziales Jahr in der Kita macht, und Erzieherin Mandy Schmidt helfen den Kindern mit dem Pappmaché..

Der Marterpfahl erhält den letzten Schliff, während nebenbei die Gruppentiere entstehen: Matthew October, der ein internationales freiwilliges soziales Jahr in der Kita macht, und Erzieherin Mandy Schmidt helfen den Kindern mit dem Pappmaché..

Foto: Barbara Zabka

Herne.   Kreatives Gestalten ist viel mehr als Basteln. Die Kinder in der St. Elisabeth-Gruppe dürfen auch mit Säge und Schmirgelpapier hantieren.

Mit Zeitungspapier und Kleister erhält der Marterpfahl den letzten Schliff. Hier wird eine Stelle verstärkt, hier noch eine Ausbuchtung erarbeitet. Die Kinder in der St. Elisabeth-Gruppe befassen sich schon seit zwei Wochen mit diesem Projekt. Am Ende soll ein „Marterpfahl“ mit den Tieren der Gruppen geschmückt werden: Pinguin, Fuchs und Eule.

Erzieher Jonas Schröder betreut die Gruppe, die meist aus fünf Kindern besteht: „Wir arbeiten eigentlich jeden Tag daran.“ Zeit zum kreativen Gestalten gebe es in der Kita genug. Die Kleinen könnten jeden Tag aktiv werden. „Die Ideen stammen meistens von den Kindern“, erklärt Leiterin Wilma Osuji. So haben sie sich in letzter Zeit viel mit Indianern beschäftigt. „Sie wollten ein Tipi bauen. Die Erzieher haben dann mit den Kindern überlegt, was sie dafür brauchen.“ Im Baubereich konnten sie die Stöcke für das Gerüst zusägen, und im Kreativatelier haben sie nicht nur den Stoff für das Tipi bemalt, sondern auch gelernt, wie man näht und wie sie die Stöcke zusammenbinden müssen, damit alles hält. „Ziel ist, die Themen der Kinder aufzugreifen und umzusetzen.“ Das Stichwort laute Partizipation: Kinder dürften und sollten ihren Alltag mitgestalten.

Umgang mit Material lernen

„Das kreative Gestalten ist so viel mehr als Basteln“, betont Wilma Osuji. Es biete den Kindern die Möglichkeit, sich auszudrücken und rege ihre Fantasie an. Sie könnten ihre eigene Welt schaffen. Für Kinder, die ansonsten eher zurückhaltend sind, sei dies von Vorteil: „Im Gestalten können sie ihre Gefühle zum Ausdruck bringen und auch mal Wut, Trauer oder Zorn zeigen. Auch sitzen die Kinder dabei nicht mehr unbedingt am Tisch, wie man es von früher kennt. Sie können beispielsweise auf dem Boden malen oder gestalten oder im Stehen eine Staffelei nutzen.

Dabei entfalteten sie nicht nur ihre Kreativität, sondern entwickelten ihre handwerklichen und feinmotorischen Fähigkeiten. „Uns ist wichtig, dass die Kinder durch die verschiedenen Materialien vielfältige Erfahrungen sammeln.“ Neben Kleister, Ton, Fingerfarbe und Stiften arbeiteten sie oft mit Holz, Kartons, Steinen, Stöcken oder anderen Naturmaterialien.

Kinder erlernen auch Grundkompetenzen

Dabei werde den Kindern mehr zugetraut als früher: So dürften sie beispielsweise mit Sägen und Schmirgelpapier arbeiten. „So lernen sie nicht nur das Material und die Beschaffenheit kennen, sondern auch den Umgang damit“, erklärt Wilma Osuji. Außerdem lernten sie Grundkompetenzen. Etwa diese: Wie spüle ich einen Pinsel richtig aus?

Zeit zum freien Gestalten stehe für die Kinder der St. Elisabeth-Gruppe fast immer zur Verfügung. Im Kreativ-Atelier haben sie dazu viel Platz und bestes Licht. „Für die Erzieher bedeutet dieser Ansatz mehr Arbeit, aber für die Kinder ist es ein großer Gewinn.“ Die klassischen Themen fehlten aber auch hier nicht: So werden zu St. Martin Laternen gebastelt. „Uns ist wichtig, Traditionen zu Weihnachten oder Ostern zu bewahren.“

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