Viele Beschwerden

Kampf gegen Drogendealer: Zaun um Herner Gesamtschule gebaut

Um die Gesamtschule Wanne-Eickel in Herne wurde ein Zaun gebaut, um Drogenhändler und Nachtvolk vom Schulgelände fern zu halten.

Um die Gesamtschule Wanne-Eickel in Herne wurde ein Zaun gebaut, um Drogenhändler und Nachtvolk vom Schulgelände fern zu halten.

Foto: Rainer Raffalski / FUNKE Foto Services

Herne.  Drogenhändler und Nachtvolk machten der Gesamtschule Wanne-Eickel jahrelang zu schaffen. Nun wurde die Schule eingezäunt. Mit diesem Ergebnis.

Die Gesamtschule Wanne-Eickel ist nach jahrelangen Beschwerden über Drogenhandel und nächtliche Besucher auf dem Schulgelände eingezäunt worden. Nun sei Ruhe eingekehrt, so die Schule. Die Kehrseite: Drogen würden nun woanders verkauft, heißt es aus der Politik.

Rückblick: Seit Jahren klagten Lehrer der Gesamtschule Wanne-Eickel , aber auch Anwohner über Drogenhandel, Drogenkonsum und Partys nach Schulschluss auf dem Gelände. Als die Schule vor zwei Jahren im Schulausschuss die Lage schilderte, war das Entsetzen in der Politik groß. Drogenhändler, hieß es damals, böten ihre Waren nicht nur hinter der Turnhalle oder auf dem Schulhof an, sondern kämen sogar ins Gebäude herein. Die Schule sprach sich deshalb für einen Zaun aus. Auch deshalb, um jene Gestalten abzuhalten, die regelmäßig abends und nachts das Gelände nutzten, um sich zu treffen. „Nach Wochenenden sieht unser Schulhof aus wie eine Partymeile“, sagte Schulleiterin Katharina Rodermund im vergangenen Jahr zur WAZ .

Herne: Zaun ist 500 Meter lang und zwei Meter hoch

Zum Beginn des laufenden Schuljahrs wurde der Zaun nun gebaut. Er ist insgesamt 500 Meter lang, zwei Meter hoch und hat zwei Tore für den Verbindungsweg, sagt Stadtsprecherin Anja Gladisch, auf Anfrage der WAZ. Vorausgegangen sei ein Treffen mit Vertretern von Schule, Polizei, verschiedenen städtischen Fachbereichen und der Politik. Ergebnis: „Die Beteiligten waren sich einig darüber, dass nur eine Einfriedung des Schulgrundstückes die Möglichkeit, das Hausrecht auszuüben, in Betracht kommt.“ Soll heißen: Nur wenn die Schule eingezäunt ist, dürfen die Verantwortlichen eingreifen.

Nach den ersten Monaten mit dem Zaun ist Katharina Rodermund , die Leiterin der Gesamtschule, sehr zufrieden. Die Bilanz sei „sehr positiv“, sagt sie zur WAZ. „Drogen gibt es gar nicht mehr“, berichtet sie, es sei „viel ruhiger“, und der Schulhof sei „viel sauberer“. Das Schulgelände, so Rodermund, werde jetzt nur noch von den Schülern und Lehrern genutzt, „nicht mehr von anderen Menschen“. Weitere Folge: Es gebe auch keine Hinterlassenschaften von Hunden mehr, weil auch die abendlichen Gassi-Geher nun andere Runden drehten.

Bezirksbürgermeister: Drogen werden nun woanders verkauft

Zufrieden zeigt sich auch Bezirksbürgermeister Uwe Purwin . „Es ist wichtig, dass nun Ruhe herrscht“, sagt der SPD-Politiker. Allerdings: Die Drogen würden nun woanders verkauft, konkret schräg gegenüber auf dem Parkplatz an der Stöckstraße/Overhofstraße. „Es gibt zahlreiche Beschwerden von Anwohnern“, berichtet Purwin. Dieses Problem werde die Politik nun angehen, kündigt er an. Ebenso am Ball bleiben werde sie beim Thema Sicherheit auf dem Buschmannshof und nicht zuletzt bei der Parkplatznot in Wanne allgemein. Aber Letzteres sei ein anderes Thema.

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Dass Drogenhändler woanders aufschlagen, hatte CDU-Bezirksfraktionschef Frank Droste vor dem Bau des Zauns vorhergesagt: „Er verlagert Probleme“, sagte er. Das Geld für die zwei Meter hohe Umzäunung könnte besser in andere Maßnahmen gesteckt werden, etwa in Prävention oder eine Beleuchtung. Hinzu komme: Mit Zaune wirke die Schule „wie ein Gefängnis“, kritisierte er .

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