Islam

Junge Muslime aus Herne erlebten Friedensmarsch in Köln mit

Alanur Davulcu, Beyza Gürlevik, Emre Sezer, Jamil Hannisch, Melisa Ören, Sadiye Davulcu, Cansu Aydin mit Lamya Kaddor, Hafsa Nazik und Berat Davulcu. (v.li.)

Foto: Tuncay Nazik

Alanur Davulcu, Beyza Gürlevik, Emre Sezer, Jamil Hannisch, Melisa Ören, Sadiye Davulcu, Cansu Aydin mit Lamya Kaddor, Hafsa Nazik und Berat Davulcu. (v.li.) Foto: Tuncay Nazik

Herne.  Zwölf junge Muslime sind am Wochenende am Friedensmarsch in Köln mitgelaufen. Imam Tuncay Nazik ist sich sicher, dass das Zeichen angekommen ist.

Zwölf Jugendliche aus der islamischen Gemeinde Röhlinghausen haben am Wochenende am Friedensmarsch in Köln teilgenommen. Knapp 500 Muslime waren dort am Samstag zusammengekommen, um gemeinsam ein Zeichen gegen den Terror zu setzen. Organisatoren hatten mit bis zu 10 000 Teilnehmern gerechnet.

Imam Tuncay Nazik ist sich sicher, dass die Demonstration trotzdem erfolgreich war. „Wir wollten ein kleines Zeichen setzen. Die Möglichkeit zur Beteiligung mussten wir nutzen.“ Der Marsch sei friedlich und „sehr angenehm“ gewesen. Es habe keine Provokationen gegeben.

Missbrauch der Religion

Der 41-jährige Imam kritisiert, dass im Nachhinein hauptsächlich über die Zahl der Teilnehmer gesprochen wurde. „So kommt unsere Botschaft nicht richtig an. Und sicherlich sind auch die, die nicht teilgenommen haben, gegen Terror und Gewalt.“

Der Dachverband Ditib habe wohl „eigene Gründe“ für seine Absage, sagt der Imam. Außerdem müsse man bedenken, dass die Muslime nicht gewohnt seien, zu Ramadan auf die Straße zu gehen. „Entscheidend ist, dass Leute da waren“, sagt Tuncay Nazik. „Wir wollten schließlich nicht tatenlos einem Missbrauch unserer Religion zusehen.“

Imam fordert mehr Engagement

Der Imam fordert, dass das Engagement der Muslime über einen einzelnen Friedensmarsch hinausgeht. „Wir müssen mehr in die Extremismus-Prävention und in Bildung investieren.“ Es sei wichtig, sich gegenseitig kennenzulernen und sich aktiv in die gesellschaftliche Teilhabe einzumischen.

„Die Werteordnung des Grundgesetzes ist die Basis, auf der die Gesellschaft steht und funktioniert“, sagt Imam Tuncay Nazik. Nur so sei ein friedliches Miteinander möglich. „Nur so werden die Muslime auch als gleichberechtigte Mitglieder der Gesellschaft akzeptiert werden.“

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