Schülerpreis

Junge Gründer wollen schlauen Spiegel vermarkten

Luca Hilling, Christoph Herbst, Julian Hermund und Isabella Gloede, von links nach rechts, mit „Mira“, einem Spiegel, der Körper dreidimensional vermisst.

Luca Hilling, Christoph Herbst, Julian Hermund und Isabella Gloede, von links nach rechts, mit „Mira“, einem Spiegel, der Körper dreidimensional vermisst.

Foto: Dietmar Wäsche

Herne.  Ein Schüler-Quartett mit der Hernerin Isabella Gloede gewinnt beim Bundeswettbewerb „Jugend gründet“. „Mira“ kann Menschen vermessen.

Spieglein, Spieglein, an der Wand, wer ist der beste Gründer im ganzen Land? Die Hernerin Isabella Gloede ist es. Gemeinsam mit Julian Hermund, Christoph Herbst und Luca Hilling hat sie den Bundeswettbewerb „Jugend gründet“ gewonnen. Der Lohn: Im Oktober reisen die jungen Gründer ins Epizentrum der Startups - ins Silicon Valley in Kalifornien. Was das Spieglein für eine Rolle spielt? Es ist die Gründungsidee des Quartetts. Das Quartett hat einen smarten Spiegel ersonnen, sein Name: Mira.

Der Hintergrund: Alle vier besuchen in Dortmund das Karl-Schiller Berufskolleg. Ein Teil des Unterrichts ist das Lernen der beruflichen Selbstständigkeit. So entstand die Teilnahme an „Jugend gründet“.

Mira soll Teil der vernetzten Welt werden

Die 20- bis 25-Jährigen sind das, was man „digitale Eingeborene“ bezeichnet, sie sind schon mit dem Internet aufgewachsen, als Apple vor genau zehn Jahren das erste iPhone präsentierte, waren sie Kinder und Jugendliche, die die neue digitale Welt instinktiv begriffen. Sie gehen davon aus, dass es in ein paar Jahren intelligente und vernetzte Häuser und Wohnungen gibt, die heutigen Anfänge des Smart Home zum Standard geworden sind.

Auch Mira soll Teil dieser vernetzten Welt werden. „Wir haben uns verschiedene Details aus der digitalen Welt angeschaut und für den Endkunden zusammengebaut“, erzählen Isabella und ihre Mitgründer. Der Prototyp kann noch nicht sehr viel, räumen sie ein, doch die Gründer sprühen vor Ideen.

Dreidimensionale Vermessung

Eine der wesentlichen Eigenschaften, die die Gründer Mira mitgegeben haben, ist die Fähigkeit, den Menschen, der davor steht, dreidimensional zu vermessen. So könnten die Nutzer virtuell Kleidung aus den verschiedenen Onlineshops von Modeunternehmen anprobieren. Für die Mira-Erfinder keine bloße Spielerei, sie haben ihren Blick bereits auf die Versandriesen Amazon, Zalando & Co. gerichtet.

Deren Quote mit zurückgeschickter Kleidung sei noch sehr hoch, mit Miras Fähigkeiten bei der virtuellen Anprobe könne sie deutlich sinken. Darüber hinaus könnten Modeunternehmen Vorschläge für Jacken oder Hosen machen - das Quartett hat bereits ein weit reichendes Geschäftsmodell erdacht. Das umfasst auch viele Dinge, die als Apps auf den Smartphone installiert sind. Nutzer könnten Nachrichten abrufen, auf Facebook posten. Und: Mira - der Name ist ein Wortspiel, das die englischen Wörter Mirror und Miracle verschmilzt - soll mit der Zeit hinzulernen.

Businessplan überzeugte

Auch wenn die Idee reizvoll und mit dem Fokus auf die digitale Welt sehr aktuell ist: „Wir hätten nicht gedacht, dass wir gewinnen.“ Immerhin nahmen 4107 Teams aus dem ganzen Bundesgebiet am Wettbewerb teil, 34 reisten zum Finale nach Stuttgart. Dort haben Isabella Gloede, Julian Hermund, Christoph Herbst und Luca Hilling Mira sprechen und sich selbst erklären lassen. Doch nicht nur das überzeugte die Jury, sondern auch das Finanzielle: Der Businessplan gehörte zu den besten aller Teilnehmer.

Angesichts des Siegs im Bundeswettbewerb könnte man durchaus auf die Idee kommen, dass im Zeugnis ein „Sehr gut“ steht, doch damit wollen es Isabella Gloede und die anderen nicht belassen. Sie haben „Blut geleckt“, wie sie erzählen. „Wir wollen ja nicht so einfach die Arbeit von einem ganzen Jahr aufgeben.“ Zurzeit arbeiten sie daran, verschiedene Teile von Mira rechtlich schützen zu lassen, darüber hinaus haben sie Mira bei Google in Hamburg vorgestellt. Das Interesse beim Internetriesen mag ein Indiz dafür sein, dass die jungen Gründer auf dem richtigen Weg sind.

Wer weiß, mit wem Mira im Silicon Valley Bekanntschaft machen wird...

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