KONZERT

Junge Geigerin Liv Migdal begeistert im Kulturzentrum Herne

Die Geigerin Liv Migdal und die Herner Symphoniker im Kuz.

Die Geigerin Liv Migdal und die Herner Symphoniker im Kuz.

Foto: Olaf Ziegler

Herne.   „Bilder für die Ohren“ zum Europatag: Die Herner Symphoniker spielten am Freitag vor ausverkauftem Haus Werke von Tschaikowsky und Mussorgsky.

„Bilder für die Ohren“ aus der russischen Romantik standen am Freitag im Mittelpunkt des Konzertes zum Europatag im ausverkauften Kulturzentrum. Unter Leitung von Elmar Witt spielten die Herner Symphoniker Werke von Peter Iljitsch Tschaikowsky und Modest Mussorgsky. Gast war die inzwischen international tätige Geigerin Liv Migdal.

Klangschönes und nuancenreiches Spiel

Die gebürtige Hernerin überzeugte im Konzert für Violine und Orchester D-Dur op.35 von Peter Iljitsch Tschaikowsky (1840-1893) durch ihr ungemein klangschönes und geschmeidiges, aber auch nuancenreiches Spiel, das Klangfarben und Ausdrucksfacetten meisterlich auslotet. Wundervoll gestaltete Spannungsbögen zeichnen ihr Spiel im Wechsel mit den Herner Symphonikern im Allegro moderato aus.

Der langsame zweite Satz begeistert durch die dunklen Farben: Sehr leise und gefühlvoll klingt Liv Migdals Geige, sie summt ein nachdenkliches Lied ohne Worte, das das Orchester sehr dezent und verhalten begleitet, wie ein Kommentar. Unmerklich ändert sich der volkstümliche Charakter, Liv Migdal greift die unruhigen Impulse des Orchesters auf und steigert ihr Spiel im schnellen Schlusssatz zu einer Spannung und Expressivität, die unter die Haut gehen. Hochvirtuos verbindet die junge Geigerin in ihrer Interpretation technisches Können und Gestaltungstiefe auf höchstem Niveau, sowohl in solistischen Parts als auch im Zusammenspiel mit dem Orchester und lässt so das Konzert zu einem echten Erlebnis werden. Viele Zuhörer standen spontan auf und applaudierten der Künstlerin begeistert.

Herner Symphoniker entwerfen Stimmungspanorama

In den „Bildern einer Ausstellung“ von Modest Mussorgsky (1839-1881) entwarfen die Herner Symphoniker ein tönendes Stimmungspanorama. Eine melancholische Ballade in dunklen Farben erzählt das Orchester in guter Intonation und sicheren Tempi hier und nimmt die Zuhörer mit auf eine Promenade, bei der man an wechselnden Schauplätzen und Ereignissen wie alten Schlössern, spielenden Kindern, vorbeirumpelnden Ochsenkarren vorbeikommt, aber auch Fantasiewelten wie das Ballett der unausgeschlüpften Küken erleben kann. Sehr klangschön waren das unbeholfene Tapsen, das im flirrenden Spiel der Streicher zunehmend sicherer wird, bevor das Werk feierlich mit dem Bild des großen Tores von Kiew ausklang.

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