Pottfiction

Jugendtheater-Projekt Pottfiction wird jetzt europäisch

Inga Sponheuer und Manuel Moser, die künstlerischen Leiter von „europefiction“.

Inga Sponheuer und Manuel Moser, die künstlerischen Leiter von „europefiction“.

Foto: Rainer Raffalski

Herne.   Das Projekt heißt nun „europefiction“: Fünf Städte erarbeiten mit je einem Partner zwei Präsentationen. Herne ist momentan noch solo.

Es ist eines der wenigen Projekte der Kulturhauptstadt 2010, die überlebt haben: pottfiction, das gemeinsame Jugendtheaterprojekt von fünf Ruhrgebietsstädten, das momentan auf dem Gelände der Flottmann-Hallen sein Sommer-Camp abhält. Seit gestern nun ist es offiziell: Aus „pottfiction“ wird „europefiction“. Das Projekt dehnt sich in fünf weitere europäische Länder aus.

Gemeinsame Arbeit an einem Thema

Bei einer ersten Pressekonferenz erklärten Manuel Moser und Inga Sponheuer als künstlerische Leiter das neue Konzept. Jeweils ein Jugendtheater aus dem Ruhrgebiet verbindet sich mit einem Partner aus dem Ausland, mit dem es auch gemeinsam an einem Thema arbeitet. So entwickelt etwa das Helios Theater Hamm mit einem Theater aus Budapest zwei Präsentationen zum Begriff „Solidarität“, das Junge Schauspielhaus Bochum und die Rotterdamer bearbeiten „Schutz“.

Um „Vernunft“ geht es bei der Kooperation des Dortmunder Kinder- und Jugendtheaters mit Paris, während sich das Consol-Theater Gelsenkirchen und Liverpool der „Krise“ künstlerisch widmen. Lediglich das Herner Theater Kohlenpott ist noch nicht liiert: Eine ursprünglich geplante Partnerschaft mit dem Teatro Sanita aus Neapel scheiterte an dessen Neuausrichtung. Nun sei man aber zuversichtlich, in Kürze einen neuen Partner präsentieren zu können, sagte Gaby Kloke. Das gemeinsame Thema ist dann „Diversität“.

Kunstprojekt versteht sich als „politisch“

Das u.a. mit Landesmitteln geförderte Kooperationsprojekt europefiction ist zunächst auf zwei Jahre angelegt. Vertreter der beteiligten Theater lernten sich jetzt beim pottfiction-Camp kennen. Ihre gemeinsame Leitfrage ist: „In was für einem Europa willst du leben und was bist du bereit, dafür zu tun?“ „Wir sind ein politisches Kunstprojekt und möchten auch über politische Inhalte sprechen“, machten die neuen künstlerischen Leiter deutlich. Das klare Bekenntnis zu Europa ist ein wichtiger Aspekt, oder wie Manuel Moser es ausdrückte: „Der Weg nach Europa ist alternativlos.“

Schon Anfang 2019 wollen alle Ruhrgebietstheater ihre Partner im Ausland besuchen, bevor man sich beim nächsten erweiterten Sommer-Camp in Gelsenkirchen wiedertrifft. Zwischendurch soll ein reger Austausch - auch digital - stattfinden.

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