Märchen

Jessica Burri erzählt in Herne Märchen von Frau Holle

Jessica Burri und ihre Klangschalen bei der Veranstaltung „Die zwölf Heiligen- Märchen über Frau Holle“ im Schloss Strünkede.

Jessica Burri und ihre Klangschalen bei der Veranstaltung „Die zwölf Heiligen- Märchen über Frau Holle“ im Schloss Strünkede.

Foto: Klaus Pollkläsener / FUNKE Foto Services

Dulcimer und Klangschalen kamen bei einer besonderen Märchenstunde mit Jessica Burri zum Einsatz. Im Mittelpunkt stand Frau Holle.

Unter dem Titel „Die zwölf Heiligen“ stellte Erzählerin Jessica Burri am Sonntagnachmittag in Schloss Strünkede Geschichten über Frau Holle vor und begleitete sich selbst dazu am Dulcimer mit eigenen Kompositionen.

Als „Frau Holle“ hat wohl die heidnische Fruchtbarkeitsgöttin Frigg oder Berchta im Volksmärchen überlebt. Das wird in Geschichten wie „Frau Frigg fährt über das märkische Heideland“ und „Das ausgeblasene Licht“ immer wieder deutlich, die Jessica Burri malerisch und ausdrucksstark mit Dulcimer, kleinen hölzernen Okarinaflöten und Klangschalen musikalisch ausschattiert.

Klänge lassen Geschichte lebendig werden

Als Windsbraut zieht Frau Frigg in den zwölf heiligen Nächten um die Wintersonnenwende durch die Lande und verliert bei einem verarmten Bauernpaar auf ihrem heruntergekommenen, durch Seuchen verwaisten Hof ihren kleinen Hund. Lautmalerisch lässt Jessica Burri auf ihrem Dulcimer, einer Art Hackbrett, und mit Hilfe ihrer Klangschalen und Ratschen die stürmischen Winde lebendig werden, unter denen das Gebälk des alten Hofes ächzt. Das Hündchen bringt wieder Leben ins Haus und wird liebevoll aufgenommen. Als Frigg es ein Jahr später unter magisch-silbrigem Rauschen zurückholt, bedankt sie sich bei den Bauern, indem sie ihnen neuen Wohlstand schenkt.

Sie kann aber auch streng strafen, wie die Geschichte „Das ausgeblasene Licht“ aus Thüringen zeigt. Während der zwölf Heiligen Nächte wird ein Gabentisch für Frau Berchta und ihr Gefolge bereitgestellt, doch niemand darf zusehen, wenn sie kommt. Als eine neugierige junge Magd sie dennoch belauscht, wird sie zu bewegten Raschelgeräuschen im Schein des fahlen Mondlichts geblendet. Nach anfänglichem Hadern mit ihrem Schicksal freut sie sich am Gesang der Vögel und alten Geschichten, eine Wandlung, die die Erzählerin mit hellen Flötenweisen verklanglicht. Und nach einem Jahr erlöst Frau Berchta sie und gibt ihr das Augenlicht zurück – eine Wendung zum Guten, die Jessica Burri in einem „Lied an den Mond“ voll sphärischem Zauber besingt und so diese magisch-besinnliche Märchenstunde im Schloss ausklingen lässt.

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