Karneval

Jecker Hochadel aus NRW gibt Stelldichein in Herne

Vollversammlung auf der Bühne: HeKaGe-Präsident Klaus Mahne (rotes Sakko)

Vollversammlung auf der Bühne: HeKaGe-Präsident Klaus Mahne (rotes Sakko)

Foto: Rainer Raffalski

Herne.   Mehrere Dutzend Karnevalsgesellschaften aus ganz NRW sind zum jecken Frühschoppen der HeKaGe gekommen. Es war ein Wiedersehen nach langer Pause.

Die Karnevalssession nimmt so langsam Fahrt auf - man könnte auch sagen: Das Schunkeln wird schwungvoller. Am Sonntag war die Herner Karnevalsgesellschaft Gastgeber des karnevalistischen Frühschoppens.

Den muss man sich als Stelldichein des karnevalistischen Hochadels vorstellen. Denn als Gäste hatten sich Karnevalsgesellschaften - samt Prinzen- und Königspaaren - aus ganz Nordrhein-Westfalen angesagt, zum Beispiel aus Wuppertal, Bocholt oder Erkelenz. „Das ist so etwas wie ein Klassentreffen“, sagte HeKaGe-Vorsitzender Klaus Mahne im Gespräch mit der WAZ-Redaktion. Der Grund: In der freudlosen Zeit zwischen Aschermittwoch und 11.11. hätten die Karnevalisten maximal sporadischen Kontakt miteinander. Beginnt das tolle Treiben wieder, feiern die Gesellschaften ihr Wiedersehen. Die HekaGe habe den großen Vorteil eines großen Saals. Viele andere Karnevalsgesellschaften könnten nicht auf Räumlichkeiten wie das Kulturzentrum zugreifen. Dass die Karnevalisten aus der Nähe und der Ferne gerne nach Herne kommen, liege in diesem Jahr an der sehr langen Session, Rosenmontag ist erst am 4. März. Heißt: Es gibt wenig bis gar keine närrische Konkurrenz zum Herner Frühschoppen.

Garden zeigten ihr Können

Für den benötigte gerade Klaus Mahne als Moderator eine gute Kondition. Schließlich wollen alle Abgesandten ihre karnevalistischen Grüße übermitteln und vielleicht noch Kostproben ihres gesanglichen und tänzerischen Könnens abgegeben. Darüber hinaus wurden zahlreiche Orden verliehen. Manche Jecken hatten so viel Eisen am Bande um den Hals baumeln, dass sie eine gute Nackenmuskulatur brauchen. Außerdem könnte angesichts der Ordensdichte mal die IG Metall über die Entsendung einer Abordnung nachdenken.

Angesichts des langen Programms mahnte Mahne also die Gäste, sich kurz zu fassen. Nur gut, dass der Hammer Prinz sofort eingestand, dass er kein großer Redner sei und sich deshalb nur für die Einladung bedanke. Und die Bochumer Abordnung setzte sich ihre zeitlichen Grenzen so: „Wir können über alles reden, nur nicht über zwei Minuten.“ So blieb mehr Zweit für Gesang und Tanz. Gerade was Letzteres anbelangt, darf man von Leistungssport sprechen, bei dem, was Garden und Tanzmariechen präsentierten. Nicht umsonst messen sie ihr Können auch in Meisterschaften. Und so trafen die Tänzerinnen und Tänzer ganz im sportlichen Trainingsanzug an, bevor sie in die Kostüme schlüpfen.

Apropos Kostüme: Während die Prinzenpaare selbstverständlich in vollem Ornat erschienen, blieben andere noch ganz in Zivil oder begnügtem sich mit einem jeck angehauchten Kopfschmuck. Ein ganz anderes Kostüm trug der 2. HeKaGe-Vorsitzende Kai Gera. Krücken und eine dicke Manschette um den Fuß. Bruch des Fußgelenks - und das mitten in der Session. Vielleicht kann er ja Manschette und Gehhilfen noch in die grün-weiß-roten HekaGe-Farben kleiden.

>> SO GEHT ES WEITER IM HERNER KARNEVAL

Der vierte karnevalistische Gottesdienst findet am Donnerstag, 28. Februar, um 13.30 Uhr in der Kreuzkirche statt. Anschließend (15 Uhr) Rathaussturm mit Schlüsselübergabe.

Die 22. Damensitzung (ab 18 Jahre) findet ebenfalls am 28. Februar statt. Beginn um 19.45 Uhr im Kuz.


Die große Prunksitzung findet am Samstag, 2. März, ab 19.11 Uhr im Kuz statt. Karten: 22/24/26 Euro, VVK bei Stadtmarketing Herne, Kirchhofstraße.

Der Kinderkarneval findet am Sonntag, 3. März, ab 14.30 Uhr im Kuz statt. Eintritt 5/4 Euro.

Der Rosenmontagszug startet am 4. März um 12 Uhr am Kurt-Edelhagen-Platz in Sodingen und endet in der City. Ab 15.30 Uhr Rosenmontagsparty im Bergschlösschen, Bergstraße 90.

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