Raubkatze

Jagdaufseher: Der Luchs kann auch in der Stadt überleben

Ein Luchs ähnlich wie dieser ist in Herne gesichtet worden. Nun sucht die Polizei nach ihm.

Ein Luchs ähnlich wie dieser ist in Herne gesichtet worden. Nun sucht die Polizei nach ihm.

Foto: Alexander Heinl

Herne.   Der Luchs hat in Herne genug zu fressen - etwa Kaninchen und Gänse. Zur Sicherheit rät der Jagdaufseher Haltern aber, auf ihre Hunde aufzupassen.

Der Herner Jagdaufseher Klaus Schmidt hat nach der Sichtung des Luchses am Sonntagabend die Gegend nach Spuren abgesucht. „Ich wollte sehen, ob ich einen Riss finde“, sagt er. Schließlich brauche ein 20 bis 25 Kilogramm schwerer Luchs etwa ein Reh pro Woche als Nahrung. Aber auf dem Speiseplan stünden auch Kaninchen oder Gänse. „Davon findet er schon genug bei uns.“ Hundebesitzer sollten ihre Vierbeiner zur Sicherheit vorerst gut im Blick behalten.

„Kleine Hunde sollte man im Auge behalten und nicht alleine ins Unterholz laufen lassen“, sagt Schmidt. Das sei aber eine reine Vorsichtsmaßnahme. Solange der Luchs den Menschen sieht, sei auch der Hund nicht gefährdet. „Luchse sind unheimlich scheu.“ Wie der Luchs nach Herne kam, kann auch der Jagdexperte nicht sagen. „Der muss irgendwo ausgebrochen sein“, war sofort seine Vermutung, als ihn die Bochumer Polizei Sonntagnacht kontaktierte.

Gysenberg wohl nicht sein Revier

„Der fühlt sich hier in der ganzen Gegend nicht wohl“, sagt Schmidt. Der Luchs brauche Reviere von 450 Quadratkilometern Fläche. „Entweder er sucht sich gerade ein Revier oder er hat irgendeinen Duft in der Nase, dem er folgt.“ Das könnte auch eine Luchs-Dame im Gelsenkirchener Zoom sein. „Wir haben da überhaupt keine Erfahrung.“ Da der Luchs vermutlich in Haltern in Gefangenschaft groß geworden ist, habe er vielleicht manche natürlichen Instinkte verloren.

Handyaufnahme abgefilmt: Luchs in Herne gesichtet

Schmidt vermutet, dass sich der Luchs im Voßnacken, in Bladenhorst oder entlang der Kanalschiene aufhält. Im Gysenberg werde sich die Raubkatze hingegen nicht wohlfühlen, da es dort nur Füchse gebe und kein Friedwild wie Kaninchen, was er bevorzuge. Überleben könne er auch in Herne auf jeden Fall – wenn er nicht vor ein Auto oder einen Zug läuft. „Ich werde jetzt vermehrt meine Augen offenhalten und durch das Unterholz kriechen.“ Außerdem möchte Schmidt Wildkameras aufhängen. Aber: „Solange der Luchs nicht auffällig wird, darf er auch hierbleiben.“ Schließlich war er auch mal beinahe ausgerottet.

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