Soziales

Integrationsscouts bieten Migranten Orientierung im Alltag

Sprache ist der Schlüssel für die Integration: Damit Migranten an Deutschkursen teilnehmen können, bietet die Stadt Hilfe an.

Foto: Ulla Michels

Sprache ist der Schlüssel für die Integration: Damit Migranten an Deutschkursen teilnehmen können, bietet die Stadt Hilfe an.

herne.   Zwei Mitarbeiterinnen der Stadt kümmern sich darum, dass Zuwanderer an Sprachkursen teilnehmen und sich bei der Jobsuche zurechtfinden.

Sprache ganz neu lernen, möglichst bald auch einen Job finden und schließlich den Alltag hierzulande meistern: Wenn Menschen aus dem Ausland nach Herne kommen, heißt es für sie, enorme Herausforderungen zu bewältigen. Die Stadt bietet dazu Unterstützung an, genauer gesagt das Kommunale Integrationszentrum (KI).

Um die Hilfen noch weiter zu verstärken, „haben wir inzwischen zwei Vollzeitstellen eingerichtet“, erklärt Sozialdezernentin Gudrun Thierhoff. Neben Natalia Weidenbach engagiert sich Safaa Bouchara als Integrationsscout. „Beide Mitarbeiterinnen erfüllen eine Lotsenfunktion, damit die Migrantinnen und Migranten Orientierung in den wichtigen persönlichen Fragen erhalten“, erläutert Radojka Mühlenkamp, Leiterin des Integrationszentrums.

Über 400 Ratsuchende hat allein Natalia Weidenbach seit Jahresbeginn betreut. „Die Menschen melden sich vor allem, um an einem Integrationskurs teilnehmen zu können“, sagt die Beraterin, deren Familie aus Kasachstan stammt. Durch die enge Vernetzung mit verschiedenen Einrichtungen wie der Volkshochschule gelinge es schnell, den Migranten Plätze zu vermitteln.

Gesetzesänderung für Asylbewerber

Die Nachfrage nach solchen Angeboten ist 2017 deutlich gestiegen. Anlass war eine Gesetzesänderung: Inzwischen können, so Thierhoff, Asylbewerber aus Iran, Irak, Syrien, Eritrea oder Somalia die Angebote in Anspruch nehmen. Angesichts der Herkunftsländer sei davon auszugehen, dass ihnen Asyl gewährt wird.

Während Natalia Weidenbach schon seit mehr als drei Jahren Zuwanderer berät, hat Safaa Bouchara im Februar mit der Tätigkeit begonnen. Für sie, deren Familie aus Marokko stammt, hat sich als Schwerpunkt herauskristallisiert, Migranten bei Bewerbung und Jobsuche zur Seite zu stehen. Auch für Bouchara erweist sich die enge Verzahnung von Einrichtungen und Organisationen als großer Vorteil.

Gespräch über Berufswünsche

In den einzelnen Gesprächen sei es sehr wichtig, auf die individuellen Wünsche, aber auch auf kulturelle Prägungen einzugehen, erläutern beide Scouts. Manchmal müsse man auch verdeutlichen, dass sich Berufswünsche nicht sofort realisieren lassen, weil die in Deutschland erforderlichen Qualifikationen nicht vorliegen. Andererseits habe auch schon ein Tischler direkt eine Stelle gefunden.

Sowohl Bouchara als auch Weidenbach betonen, dass sie nicht nur Flüchtlingen Beratung anbieten, sondern allen Zuwanderern. Wer schon viele Jahre in Herne wohne, aber jetzt erst Deutsch lernen wolle, dem könne man auch einen passenden Kurs vermitteln.

>> INFO: Orten und Zeiten der Beratungsarbeit

Natalia Weidenbach bietet Beratung im WEZ (Wanner Einkaufszentrum, Hauptstr. 241) am Montag, Dienstag und Donnerstag, jeweils von 8 bis 12 und von 13.30 bis 15 Uhr an.

Safaa Bouchara ist im KI am Rademacherweg 15 zu erreichen. Sie soll demnächst ihr Büro ebenfalls im WEZ bekommen, damit die Beratungsstelle unter einem Dach vereint ist. Zudem ist Bouchara immer donnerstags von 13 bis 17 Uhr im Treffpunkt „Das O“, Overwegstr. 32, zu erreichen.

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